Fr, 23.01.2026
Kartoffelmarkt bleibt perspektivlos
(AMI) Ohne Frost führt die bessere Verfügbarkeit von Speisekartoffeln zu einem wachsenden Angebot. In Zuschussregionen sprechen Erzeuger Aufschläge für Lagerkosten an. Frittenkartoffeln finden nicht genug Käufer. Das Preisniveau führt zu Verwerfungen. Drittlandexporte laufen nur schwach.
Für Speisekartoffeln bleibt die Nachfrage am Inlandsmarkt noch recht gut, beim Export ist hier und da von Absatzschwächen zu hören. Preislich hat sich nichts verändert. Ob das bald anders wird, bleibt abzuwarten. Zumindest im Rheinland, wo jetzt der Übergang von Flächenläger auf Kistenware erfolgt, werden Aufschläge diskutiert. In Niedersachsen sind die Perspektiven dafür momentan nicht so gut. Nachdem die Frostperiode vergangene Woche vorerst endete, ist das Angebot wieder gestiegen.
Pommes frites Markt läuft nicht rund
Vom Markt für Pommes frites Kartoffeln gibt es weiterhin eher beunruhigende Informationen. Eine Verbesserung, der oft als desaströs beschrieben Lage, ist vorerst nicht in Sicht. Darüber kann auch eine leicht höhere Notierung für Rohstoff in den Niederlanden nicht hinwegtäuschen. Derzeit scheinen Verarbeiter in Westeuropa zu überlegen, die Herstellung von TK-Pommes weiter herunterzufahren, bis hin zum Stillstand einzelner Werke und/oder Verarbeitungsstraßen für ein bis zwei Wochen. Bereits öffentlich darüber berichtet wird im Fall von Lamb Weston. Das Unternehmen schließt zudem ein Werk in Argentinien endgültig – verlagert aber die Aktivitäten in ein neues Werk im Land – und kündigt Produktionskürzungen in den Niederlanden an.
Neben weiteren Produktionsrückgängen führen die niedrigen Preise zu Verwerfungen. Informationspartner glauben, dass das Auszahlen von frachtfernen Vertragsmengen ohne anschließende Abholung weiter Schule machen wird. Warum sollte man auch mehr für Transportkosten als für Rohstoff von vor Ort bezahlen, wird sich da manch einer denken.
Die EU-Exportdaten für TK-Kartoffelprodukte im November bestätigen wieder die schwache Absatzlage am Weltmarkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden mit 174.000 t rund 6,8 % weniger an den globalen Markt geliefert. Damit erhöht sich der Rückgang für die ersten 5 Monate des aktuellen Wirtschaftsjahres 2025/26 um minus 6,4 % auf 884.000 t. Gegenüber der Saison 2023/24 sind es sogar minus 8,7 %.
Rückläufig sind die Mengen an wichtigen Märkten wie Großbritannien, den USA, Australien oder Saudi-Arabien. Die machen mengenmäßig am meisten aus. Prozentual brechen Märkte in Asien wie Malaysia, Indonesien oder Japan stärker weg, was vor allem an der Konkurrenz mit Anbietern aus China oder Indien liegen dürfte.
Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Länder wie Brasilien oder Kolumbien, wohin weit mehr als in asiatische Länder geht, nahmen sowohl im November 2025 als auch in den ersten 5 Monaten mehr Pommes frites aus der EU auf. Das Mercosur-Abkommen dürfte diesen Trend unterstützen.