Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Meldungen aus dem Landesverband

Fr, 20.03.2026

Nahostkonflikt treibt Düngemittelpreise

(AMI) Düngemittel haben sich hierzulande spürbar verteuert. Der Nahostkonflikt treibt Energie-, Vorprodukt- und Logistikkosten.

Am globalen Düngemittelmarkt hatte sich die Lage bereits im Februar 2026 spürbar befestigt, noch bevor die jüngste Eskalation im Nahen Osten voll auf die Preisbildung durchschlug. Nach Angaben der Weltbank stieg der Düngemittelindex im Februar gegenüber Januar um 6,5 % von 136,1 auf 145,0 Punkte. Besonders deutlich verteuerten sich Stickstoff- und Phosphatdünger. Harnstoff lag im Monatsmittel bei 472 USD/t, DAP bei 626,5 USD/t und TSP bei 536,3 USD/t. Kaliumchlorid notierte bei 372,5 USD/t, Rohphosphat bei 152,5 USD/t. Damit setzte sich nach dem Plus von 2,4 % im Januar die Aufwärtsbewegung am Weltmarkt schon spürbar beschleunigt fort.
Für den Markt ist der Iran-Konflikt vor allem deshalb relevant, weil er Energie, Vorprodukte und Logistik zugleich trifft. Reuters zufolge läuft rund ein Drittel des globalen Düngemittelhandels über die Straße von Hormus. Zugleich ist Erdgas der zentrale Einsatzfaktor für die Ammoniak- und Harnstoffproduktion; Energie kann bis zu 70 % der Produktionskosten ausmachen. Damit liegt das Risiko nicht nur in höheren Ölpreisen, sondern in einer möglichen Verteuerung oder Störung der gesamten Düngemittelkette.

Für Europa ist das besonders heikel. Der Preisanstieg im Februar bildet den jüngsten Energieschock noch nicht vollständig ab. Nach Reuters stiegen die europäischen Gaspreise seit der Eskalation des Konflikts zeitweise um mehr als 60 %; in einzelnen Marktberichten werden sogar noch stärkere Ausschläge genannt. Damit erhöht sich vor allem bei Stickstoffdüngern der Kostendruck weiter, da höhere Gaspreise die Ammoniak- und Harnstoffproduktion unmittelbar verteuern. Erschwerend kommt hinzu, dass die EU bei Düngemitteln strukturell importabhängig bleibt. Bezogen auf die Hauptnährstoffe liegt die Importabhängigkeit Schätzungen zufolge bei rund 45 % für Stickstoff, 46 % für Phosphate und 58 % für Kali.

Preise am deutschen Kassamarkt ziehen kräftig an
Die angespannte Marktlage spiegelt sich inzwischen auch deutlich am deutschen Kassamarkt wider. Ab 25 t frei Hof stieg der Preis für geschützten Harnstoff im März gegenüber dem Vormonat um 141 EUR/t auf 684 EUR/t. Kalkammonsalpeter verteuerte sich um 62 EUR/t auf 426 EUR/t, AHL um 55 EUR/t auf 409 EUR/t. Auch schwefelhaltige Stickstoffdünger zogen spürbar an: Ammoniumsulfatsalpeter stieg um 49 EUR/t auf 466 EUR/t, schwefelsaures Ammoniak um 38 EUR/t auf 369 EUR/t. Bei den Phosphatdüngern verteuerte sich Triple-Superphosphat um 45 EUR/t auf 607 EUR/t, Diammonphosphat um 53 EUR/t auf 792 EUR/t. Kornkali zeigte sich mit 327 EUR/t dagegen bislang weitgehend stabil. Marktberichten zufolge ist Ware grundsätzlich weiter verfügbar, doch das Angebot in einzelnen Segmenten hat sich spürbar verengt.

‹ zurück