Fr, 04.06.2021
Brotgetreide: Preisauftrieb erfasst vor allem neue Ernte
Die Weizenpreise für Partien der alten Ernte konnten sich behaupten, der Kursanstieg am 01.06.21 war in den wöchentlichen Preismeldungen allerdings nicht mehr berücksichtigt worden. Die Kassapreise finden derzeit ohnehin wenig Beachtung bei den Abgebern. Alterntiges Getreide ist lange vom Hof und die kommende Ernte ist vielerorts bereits umfangreich vermarktet worden. Die Weizenkurse haben in den vergangenen Tagen zweimal kräftig zugelegt und zu einem Plus gegenüber Vorwoche von 14,25 EUR/t für den Fronttermin geführt. Die Großhandelspreise für Brotweizen der Ernte 2020 haben sich indes kaum verändert. Erzeuger erhielten in der 22. KW Kurse für Qualitäts- und Brotweizen teils 2 EUR/t weniger, teils bis zu 4,40 EUR/t mehr. Die meisten Preismeldungen sind ohnehin nominell, weil kein Umsatz mehrdahintersteht und immer mehr Regionen klinken sich aus der Preisberichterstattung für alterntige Ware aus. Denn hinsichtlich der Getreideumsätze gibt es kaum etwas zu berichten. Verkäufer sind am Markt rar, Handelsunternehmen auf der Suche nach alt- und neuerntiger Gerste, aber auch nach Weizen. Für die Erntezeit sind bereits erste Schiffsverladungen geplant. Ganz klar im Fokus steht die Vermarktung der kommenden Ernte, wobei in einigen Regionen die Erzeuger auch hier bereits mehr als 50 % ihrer potenziellen Ernte verkauft haben. Für Partien der Ernte 2021 sind die Preise in den vergangenen Tagen kräftig nach oben gegangen. So wurden zuletzt für Brotweizen franko Niederrhein zur Lieferung ab September 220 EUR/t genannt und so 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Bei den Erzeugerpreisen erreichte der Preisaufschlag 5,30 EUR/t so dass zuletzt 190 EUR/t im Schnitt frei Erfasserlager gemeldet wurden.