Fr, 11.06.2021
Futtergetreide: Neue Ernte weiterhin im Aufwind
Der Handel mit alterntigem Getreide spielt kaum noch eine Rolle. Vereinzelt entscheiden sich viehhaltende Betriebe dazu absehbare Übermengen an Futtergetreide zu verkaufen. Für Futterweizen, -gerste und Mais waren in der 23. KW erneut mehr zu erzielen als noch in der Vorwoche. Das liegt daran, dass die Nachfrage nach Futtergetreide einfach nicht abreißt. Die Mischfutterhersteller in den Veredlungsregionen haben immer noch Bedarf bis zum Anschluss an die neue Ernte und sind durchaus bereit, für kleinere Mengen vergleichsweise hohe Preise zu zahlen. Auch wenn der Fokus längst auf Partien der nächsten Ernte liegt, werden auch immer wieder alterntige Partien gesucht. Die aufgrund des äußerst knappen Angebotes bereits heraufgesetzten Forderungen werden dabei glatt bewilligt. Vor allem Gerste wurde zuletzt wieder vermehrt nachgefragt, sodass Erzeuger im Schnitt mit 212,50 EUR/t rund 5 EUR/t mehr erzielten als in der Vorwoche und so 50 % mehr als noch zu Beginn des Wirtschaftsjahres. Dieses Niveau konnte allerdings im Zuge der zuletzt schwächeren Börsenkurse nicht ganz gehalten werden. Während Gerste der Ernte 2020 einen durchaus volatilen Preisverlauf aufweist, zeigten sich die Gebote ex Ernte zuletzt eher statisch. Die Erzeuger verstehen die Welt nicht mehr: die Ernteprognosen werden angehoben, die Feldbestandsentwicklung ist nahezu optimal und der Rückstand wurde teils schon wieder aufgeholt – und trotzdem steigen die Preise. Futtergetreide legte gegenüber Vorwoche im Schnitt um 7 EUR/t zu und rückt damit etwas näher an das Niveau der alten Ernte. Alterntiger Futterweizen taucht nur noch sporadisch auf, scheint momentan aber immer noch das meistgehandelte Produkt zu sein. Die Großhandelspreise schwanken im Fahrwasser der Börsennotierungen, konnten das Plus zu Beginn der Woche nicht halten und rutschten auf Vorwochenlinie zurück. Angetrieben von den ungünstigen Bedingungen in den USA zogen auch in Europa die Maisnotierungen nach oben, obwohl sich hier die Feldbestände zur vollsten Zufriedenheit entwickeln. Einzelne Gewitter und Starkregenereignisse haben Einzelbestände geschadet, aber die Wärme treibt die Pflanzen an. Noch wird über die Vermarktung der Ernte 2021 aber kaum gesprochen, der Erntezeitpunkt ist noch zu weit entfernt, die Ertragsentwicklung unsicher und Käufer ob des hohen Preisniveaus nicht unter Zugzwang. Alterntiger Mais wird langsam „in Gold“ aufgewogen, bis zu 265 EUR/t werden auf Erzeugerstufe bewilligt, das Gros erhält Gebote um 250,50 EUR/t wobei hinter diesen Preisen auch kaum noch Geschäft steht.