Fr, 18.06.2021
Paris: Kurseinbruch plus nachfolgender Schwächetendenz
Den Rapskursen in Paris mangelt es momentan an eigenen Ideen. Die verbesserten Vegetationsbedingungen, die dazu geführt haben, dass die Ernteerwartungen heraufgesetzt wurden, sorgten für Schwäche. Das war allerdings vergleichsweise wenig im Vergleich zum Druck aus Chicago, Winnipeg oder Kuala Lumpur, wo die Kurse in den vergangenen Tagen kräftig nachgegeben haben. So entwickeln sich die Rapskurse momentan parallel mit den Sojanotierungen. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Fronttermin in Paris knapp 35 EUR/t an Wert eingebüßt und schloss zuletzt bei 508 EUR/t. Damit sind die Gewinne der Juni-Hausse, ausgelöst durch die Kälte im April und Mai, wieder verloren und der Schlusskurs landetet auf dem niedrigsten Stand seit dem 26.05.2021. Und lassen wir diesen außer Acht, wird es sogar ein 2-Monatstief. Die Nachfrage nach alterntigem Raps hat sich beruhigt, schließlich ist kaum noch etwas da. Aber auch die Nachprodukte werden weniger geordert, denn in dem jetzt fallenden Markt harren die Käufer aus. Außerdem entpuppt sich die Spekulation auf die immense Nachfragesteigerung der Amerikaner nach Sojaöl als deutlich überhitzt. Mit seiner CO2-einsparenden Idee hat der US-Präsident wohl nicht mit der Mineralöllobby gerechnet. So wurde im Weißen Haus schnell wieder zurückgerudert. Demnach erwägt die US-Regierung die Ölraffinerien, vor dem Hintergrund der angestrebten Erhöhung der Biokraftstoffquote, zu entlasten. Eine der infrage kommenden Optionen sei sogar die Senkung der Biokraftstoffquote, worunter die Nachfrage nach Biokraftstoffen auf Soja- und Maisbasis stark leiden würde. Unter der Nachricht brachen die Sojaölnotierungen ein und rissen Palmöl und Raps mit.