Do, 24.06.2021
Brotgetreide: Regen kühlt die Terminmärkte
Von einem Brotgetreidemarkt kann nicht mehr gesprochen werden, es gibt kein Neugeschäft mit Partien der Ernte 2020 mehr. Erzeuger winken ab, obwohl sicherlich die eine oder andere Partien noch im Lager schlummert. Aber es macht jetzt kaum noch Sinn diese in die nächste Saison zu retten. Und auf weitere Ernteverzögerung zu warten, ist hochspekulativ. Es wird ganz sicher nicht zum üblichen Zeitpunkt losgehen, aber die bislang von den Marktteilnehmern eingeplanten 14 Tage sind ein akzeptierter Richtwert. Und sollte es hierzulande noch viel später werden, in Frankreich laufen die ersten Drescher, regional zwar gebremst von den Unwettern. Vorerst nur Wintergerste, aber ganz bald auch Weizen. Der könnte in allergrößter Not Versorgungslücken in Deutschland auch stopfen, so dass eine erneute Preishausse nicht sehr wahrscheinlich ist. Es sei denn, das Wetter spielt in den kommenden Wochen überhaupt nicht mehr mit. Von den Terminbörsen kommen auch wenig Impulse, Aufreger schon gar nicht. Vergleichsweise statisch verlief die Kursentwicklung in den vergangenen Tagen, Paris punktete mit 0,25 EUR/t Zugewinn zum Vorwochenschlusskurs und hat sich um den Mittelwert von 206,75 EUR/t nicht einmal 2 EUR/t in die eine oder andere Richtung bewegt. Das spiegeln auch die Großhandelspreise wider, die für alterntige Brotweizenlieferungen zumeist unverändert sind, ohne dass jedoch Geschäft dahinter stünde. Auf Erzeugerstufe entwickelten sich die Brotgetreidepreise uneinheitlich, was vor allem der geringen Handelsaktivität und den damit nominellen Preismeldungen geschuldet ist. So kann grob überschlagen von stabilen, leicht schwächer tendieren Brotgetreidepreisen gesprochen werden und das für beide Ernten. Nur in Westdeutschland erfuhren die Brotweizenpreise eine größere Korrektur nach unten.