Do, 24.06.2021
Futtergetreide: Marktteilnehmer von Wettervorhersagen vereinnahmt
Einziges Thema bei volatilen Kursen und hohem Vermarktungsstand ist momentan der Beginn der Wintergerstenernte in Deutschland. Nach der Hitze Mitte Juni war bereits von Anfang Juli gesprochen worden, mit der Kühle und den teils starken Regenfällen ist der Termin jetzt wieder nach hinten gerückt. So erlangt die Wettervorhersagen eine noch entscheidendere Rolle. So wie es derzeit aussieht werden erster Druscharbeiten auf den leichten Böden wohl erst in zwei Wochen starten können. Abhängig ist das aber von den tatsächlichen Niederschlägen in den jeweiligen Regionen. Denn noch hat es nicht überall ausreichend geregnet. Was allerdings teils überreichlich ausfiel war Hagel, so dass punktuell in Bayern einige Felder regelrecht dem Erdboden gleichgemacht worden waren. Neben den Wettervorhersagen wird der Marktentwicklung nur wenig Beachtung geschenkt. Allenfalls allerletzte Kleinstmengen werden von der Mischfutterindustrie, das allerdings nach wie vor flott, aufgenommen. Damit ist die Halmgetreideernte 2020 Geschichte. Mais läuft weiterhin auf Kontrakt, Neugeschäft sind aber auch hier äußerst selten geworden, es ist kaum noch etwas da. Daher gibt es auch dafür kaum noch belastbare Erzeugerpreise am Markt. Und die nächste Ernte ist noch in weiter Ferne und wird vorerst auch noch nicht besprochen. Dafür sind die Signale von den Terminmärkten zu widersprüchlich. In Deutschland gaben die Erzeugerpreise um einen Euro nach. Die anderen Futtergetreidepreise haben etwas mehr an Wert eingebüßt. Hinsichtlich der Gebote für Partien ex Ernte haben sich die Gebote indes kaum verändert. Hinsichtlich der neuen Ernte sind durchaus uneinheitliche Preisentwicklungen auf Großhandelsstufe zu beobachten.