Fr, 09.07.2021
Brotgetreide: Warten auf die Ernte
Die anlaufenden Weizenernten in Europa und die anhaltend positiven Ertragsaussichten drücken auf die Terminkurse, die in den vergangenen Tagen immerhin 9 EUR/t verloren, sich zuletzt aber wieder auf die Linie von 200 EUR/t für den Fronttermin retten konnten. Am Kassamarkt spiegelt sich dieser starke Rückgang bei den Erzeugerpreisen für Mahlweizen nicht wider, aber die Preisfindung ist noch lange nicht beendet, zumal es an noch an Basisinformationen fehlt. So warten die Marktbeteiligten auf die ersten Ernteergebnisse, um sich über Menge und Qualität ein Bild machen zu können. Derzeit wird viel darüber spekuliert, ob gerade hinsichtlich der Qualität einige Abschläge gemacht werden müssten und wie viele Partien nur Futterweizenstandards erreichen. Besonders spannend dürfte es bei den Proteinwerten werden. Der Verdünnungseffekt hoher Erträge und die erzwungene Reduzierung der Stickstoffdüngung sind vorerst nicht abschätzbar. Momentan werden Qualitäts- und Brotweizen frei Erfasserlager mit durchschnittlich 180 EUR/t preisidentisch bewertet, E-Weizen liegt 5 EUR/t darüber, Futterweizen 4 EUR/t darunter. Also ein noch nicht wirklich „normales“ Preisgefüge. Da vor allem die Erzeuger bereits eine überdurchschnittliche Menge ihrer potenziellen Weizenernte veräußert haben, wird momentan, in einer Phase mit schwachen Notierungen und einer wechselhaften Witterung, nicht mehr ans Verkaufen gedacht. Auch die Mühlen und Mälzereien bleiben bei Ihrer abwartenden Haltung, hoffen aber auch, dass der Erntebeginn sich nicht noch weiter herauszögert und der Regen nicht zu noch mehr Lager- und/oder Ausfallgetreide sowie starkem Pilzbefall führt. Auffällig bei diesem Saisonwechsel ist auch die Preisgleichheit für Braugerste alter und neuer Ernte. Hier ist kein Bruch erkennbar, die durchschnittlichen 205 EUR/t frei Lager gelten auch weiterhin. Demgegenüber verzeichnen die Großhandelspreise im Wochenvergleich ein leichtes Plus. Brotroggen frei Erfasserlager hat sich auf 150 EUR/t frei Lager eingependelt, verzeichnet aber ebenfalls kein Neugeschäft.