Fr, 09.07.2021
Futtergetreide: Gerstenernte 2021 zwischen Bangen und Hoffen
Jetzt wird es mit dem Regen schon wieder zu viel. Die in einigen Regionen bereits gestartete Gerstenernte musste unterbrochen werden. Was bislang von den Feldern kam ist wenig repräsentativ, wurden doch vor allem auf den leichten Standorten gedroschen. Und diese Ergebnisse sind wenig repräsentativ. Marktteilnehmer berichten von niedrigen Proteinwerten, sodass auch für Weizen davon ausgegangen wird, dass die durchschnittlichen Eiweißgehalte der Vorjahre in dieser Saison nicht erreicht werden. Während Futtergerste und Winterbraugerste nun vom Feld kommen müssten, hinken Weizen und Mais den Durchschnittsjahren in ihrer Entwicklung hinterher. Futtergerste wird dringend benötigt, denn Mischfutterhersteller hungern nach Rohstoff. Zumal sie auch darauf hoffen, dass mit wachsendem Angebot aus der Ernte heraus die Forderungen zurückgenommen werden. Ob das auch tatsächlich eintrifft, wird das Wetter entscheiden. So finden auch alterntige Partien noch Käufer, auch wenn diese mit den Zähnen knirschen, ob der vergleichsweise hohen Forderungen. Deutsche Erzeuger sahen sich, ohne darauf einzugehen, Geboten aus dem Erfassungshandel von durchschnittlich 166 EUR/t gegenüber. Das liegt deutlich über den 143 EUR/t, die vor einem Jahr gemeldet worden waren. Futterweizen weist einen nicht so großen Preisunterschied auf. Hier liegen die aktuellen Gebote mit durchschnittlich 176 EUR/t „nur“ 16 EUR/t über Vorjahresniveau. Besonders beim Weizen spekulieren die Verarbeiter auf ein deutlich höheres Angebot als bislang prognostiziert, ganz einfach, weil viele Brotweizenpartien ihre Standardanforderungen nicht erfüllen könnten und so im Futtertrog landen müssten. Mais profitiert von den Regenfällen und konnte einen Teil seines Entwicklungsrückstandes aufholen. Aber bis zur Ernte dauert es noch und viele Mischfutterhersteller wären froh auf reichliches Angebot zurückgreifen zu können. Aber alterntiger Mais rechnet sich in den Mischungen nicht. Mit 281,50 EUR/t franko Westfalen/Südoldenburg liegen die Forderungen zwar 5 EUR/t unter Vorwochenlinie, gegenüber neuerntiger Gerste ist das aber ein Aufschlag von teils über 80 EUR/t.