Fr, 09.07.2021
Turbulenter Einzug deutscher Speisefrühkartoffeln in LEH
Das wechselhafte und regenreiche Wetter seit dem 20.06. hat den Frühkartoffelvermarktern vom Erzeuger bis zum Abpacker einiges abverlangt. Einige Ketten hatten vergangene Woche umfangreiche Umstellungen auf deutsche Ware angekündigt. Gleichzeitig war einigen Lieferaten, v.a. in Spanien, eine Absage an restliche Liefermengen erteilt worden. Und dann machte das Wetter allen Strategen einen Strich durch die Rechnung. Rodebehinderungen, niedrige Stärkegehalte oder noch nicht ganz ausreichende Stabilität sorgten dafür, dass trotz aller Bemühungen nicht alle Umstellungen auf deutsche Ware wie geplant gelangen. Spanier und auch restliche Israeli profitierten davon, so dass diese ihr Angebot am Ende doch noch gut unterbringen konnten. Damit ist dann aber auch das Ender der Importe besiegelt und selbst unerwartete Reste aus Kühlhäusern werden die Vermarktung der hiesigen Frühkartoffeln nicht mehr stören. Marktbeteiligte sehen den Frühkartoffelmarkt nun im Gleichgewicht. Trotzdem nahmen die Erzeugergemeinschaften in Niedersachsen für lose Ware zwei Mal in Folge um 2,00 EUR/dt zurück, sodass nun 48,00 EUR/dt für runde Sorten und 50,00 EUR/dt für Salatware gelten. Mit Blick auf frühere Jahre und um diese Zeit übliche Preisabschläge sind 2,00 EUR/dt allerdings auch ziemlich wenig. Weitere Perioden mit nässebedingten Erntebehinderungen kann der Markt nun kaum noch mit Importen ausgleichen. Es bleibt ein wenig spannend, wie Angebot und Nachfrage in nächster Zeit zueinander im Verhältnis stehen werden.
