Fr, 16.07.2021
Hackfrüchte – Höhere Zuckerpreise
Global, wie auch in der EU zogen die Preise für Roh- bzw. Weißzucker in den vergangenen Monaten an. Am Weltmarkt spielen vor allem ein für 2021/22 prognostizierter dürrebedingter Ernterückgang beim Zuckerrohr in Brasilien aber auch weniger Zucker aus Thailand eine wesentliche Rolle. Bei kaum verändertem Verbrauch führt das zu einem Produktionsdefizit, so dass Vorräte abgebaut werden müssen. Innerhalb der EU war die vorjährige Zuckerrübenernte relativ klein, was auch an der Verfügbarkeit von Insektiziden – Neonicotinoide – besonders in Frankreich lag. Bis April waren die EU-Preise für Weißzucker auf knapp 400 EUR/t gestiegen. Um in der Folgezeit kurzfristig Zucker beschaffen zu können, sollen dann sogar schon bis zu 500 EUR/t angelegt worden sein. Marktanalysten gehen allerdings davon aus, dass sich die Preise in den nächsten Monaten nicht noch weiter in die Höhe schrauben werden. Einerseits seien global keine Überraschungen mehr zu erwarten und andererseits gilt das Standardargument, dass steigende Zuckerpreise die Ethanol-Produktion in Brasilien abwürgen und Zucker für den Konsum freisetzen. Letzteres steht wiederum unter dem Vorbehalt der Ölpreisentwicklung.
