Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Unzählige Eindrücke, echte Begegnungen und wertvolle Gespräche trotz Regenwetters

Tag des offenen Hofes 2026

Trotz regnerischen Wetters lockte der Tag des offenen Hofes viele Besucher auf den Buschhof Schröder in Rotenburg und zu Bassen’s Bauernladen in Scheeßel. Die Gäste erhielten durch Gespräche, Hofführungen, Informationsstände und Mitmachaktionen spannende Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Gleichzeitig boten die Höfe regionale Produkte und kulinarische Spezialitäten an und förderten den direkten Austausch zwischen Landwirten und Verbrauchern.

Regenjacken statt Sonnenhüte, doch das wechselhafte Wetter konnte die Begeisterung der Besucherinnen und Besucher beim Tag des offenen Hofes nicht bremsen. Zahlreiche Familien, Interessierte und Verbraucher nutzten am Sonntag die Gelegenheit, auf dem Buschhof Schröder in Rotenburg und bei Bassen’s Bauernladen in Scheeßel hinter die Kulissen der modernen Landwirtschaft zu blicken. Mit spannenden Einblicken in die Tierhaltung, Hofführungen, Informationsständen und vielen Mitmachaktionen für Groß und Klein wurde Landwirtschaft erlebbar gemacht.

Ob Hüpfburg, Mini-Blumenwiesen im Eierkarton, Melkkuh oder zahlreiche weitere Aktionen: Auf beiden Höfen wartete ein abwechslungsreiches Programm auf die Gäste. Gleichzeitig boten regionale Anbieter und die Gastgeberhöfe selbst vielfältige kulinarische Genussmöglichkeiten und luden dazu ein, die Vielfalt heimischer Lebensmittel kennenzulernen.

Auf dem Buschhof Schröder stand die Angus-Rinderzucht in Mutterkuhhaltung im Mittelpunkt. Von Betriebsleiter Christoph Schröder erfuhren die Besucher aus erster Hand, wie die Tiere gehalten werden und wie die Direktvermarktung des Fleisches funktioniert.

Für Schröder ist genau das der Grund, warum er sich trotz des großen organisatorischen Aufwands immer wieder am Tag des offenen Hofes beteiligt: „Wir brauchen diese echten Begegnungen mit den Menschen, um das wahre Bild der Landwirtschaft nach außen zu tragen. Besonders schön und wichtig finde ich dabei auch den Zusammenschluss zwischen den verschiedenen Betrieben.“

Beim Tag des offenen Hofes wird eine breite Platte der Landwirtschaft sichtbar, denn neben den Gastgeberbetrieben präsentierten auch weitere Landwirte ihre Arbeit. Besucher konnten auf dem Buschhof unter anderem Maschinen für die Kartoffelernte bestaunen, ein Hühnermobil kennenlernen und Einblicke in den Landhandel gewinnen.

Auch wenn sich Schröder für den Sonntag etwas freundlicheres Wetter gewünscht hätte, blickte er gelassen auf die Regenwolken: „Regen ist auf der anderen Seite wichtig für das Wachstum auf unseren Feldern.“

In Scheeßel öffnete Bassen’s Bauernladen seine Tore für zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Neben Hofführungen konnten Interessierte die hofeigene Nudelei besichtigen und erfahren, wie aus regionalen Rohstoffen hochwertige Lebensmittel entstehen. Großen Zuspruch fanden auch hier die vielfältigen Direktvermarktungsangebote und das tolle Unterhaltungsprogramm für Familien.

Zudem gab es viele spannende Informationsmöglichkeiten, darunter ein Schweinemobil, das Einblicke in moderne Schweinehaltung ermöglichte. Ebenso beliebt war die Weide mit Alpakas, Hühnern und Ziegen. Dort beobachtet Gastgeber Wolfgang Bassen auch außerhalb des Tags des offenen Hofes, wie sehr die Tiere die Menschen faszinieren: „Wie viele Leute hier am Hühnermobil eine Pause während ihres Spaziergangs einlegen und einfach den Hühnern zusehen, das ist unglaublich. Man merkt das entschleunigt die Menschen.“

Neben dem Besucherprogramm stand auf dem Hof Bassen auch der Austausch über die Zukunft der Landwirtschaft im Fokus. Bei einem Hofrundgang diskutierten die Scheeßeler Bürgermeisterin Ulrike Jungemann, der CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten, die Landvolk-Vertreter Jörn Ehlers, Christian Intemann und Hilmer Vajen, Marco Schouten von der Landberatung Verden sowie Inken Rörup von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Wolfgang Bassen über die aktuellen Herausforderungen der Branche.

Bassen machte deutlich, wie stark sich die Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe stetig wandeln: „Die Anforderungen an uns ändern sich zu schnell, sodass viele Betriebe heute mehrere Standbeine brauchen. Auch wir mussten unseren Betrieb über die Jahre immer wieder anpassen und ich bin froh, dass wir neben der reinen Erzeugung auch noch andere Standbeine haben, wie zum Beispiel unsere Direktvermarktung.“

Immer neue Bürokratiemonster und mangelnde Planungssicherheit stellen eine große Belastung für viele landwirtschaftliche Betriebe dar. Bürgermeisterin Ulrike Jungemann verwies in diesem Zusammenhang auf die besorgniserregende Zunahme psychischer Belastungen in der Landwirtschaft und darauf, dass Themen wie Burnout inzwischen leider immer häufiger in den Betrieben angekommen seien.

Für Wolfgang Bassen ist die Grundlage seines Betriebes klar: „Die Familie ist für mich alles. Ohne meine Frau läuft hier nichts und die Entscheidungen werden zusammen als Team gefällt“, sagte er und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Außer draußen auf dem Acker.“

Jörn Ehlers hob während des Rundgangs die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Organisationen hervor. Christian Intemann mahnte, bei politischen Entscheidungen den ländlichen Raum nicht aus dem Blick zu verlieren. Eike Holsten und Ulrike Jungemann betonten die große Bedeutung der Landwirtschaft für die Region und gingen mit den Anwesenden in einen fachlichen Austausch über politische Maßnahmen zur Unterstützung der heimischen Betriebe.

Für die Organisatoren zeigte der Tag des offenen Hofes einmal mehr, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Landwirtschaft ist. Das Fazit fiel daher auf beiden Höfen eindeutig aus: Der Tag des offenen Hofes hat erneut gezeigt, wie wertvoll der direkte Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft ist. Wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, entstehen Verständnis, Vertrauen und ein realistischer Blick auf die Herausforderungen und Leistungen der heimischen Landwirtschaft.