Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

13.02.2025
GAP-Infoveranstaltung (digital)

Jetzt anmelden

Wir laden alle Mitglieder herzlich zu unserer digitalen Infoveranstaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2025 ein.

Was hat sich geändert? Was ist 2025 zu beachten? Referent: Hendrik Gelsmann-Kaspers (Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband)

Datum: Donnerstag, 13. März 2025 Uhrzeit: 19:00 Uhr (der digitale Tagungsraum ist ab 18:30 Uhr geöffnet) Ort: Online via Zoom

Melden Sie sich bitte bis Mittwoch, 12. März 2025, um 12:00 Uhr per E-Mail an aswald@landvolk-row-ver.de an. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach erfolgreicher Anmeldung.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Neuerungen der GAP 2025 zu informieren.

13.02.2025
Berufswettbewerb der BBS Verden

Ole Mindermann auf Platz eins

Rund 26 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Verden traten beim diesjährigen Landjugend-Berufswettbewerb an, um ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Als Gewinner ging Ole Mindermann (Ausbildungsbetrieb Deelsen Holsteins KG) hervor, dicht gefolgt von Finja Bruns (Ausbildungsbetrieb Neumann GbR), sowie Linus Plogsties (Ausbildungsbetrieb Cordes GbR Wilstedt).

Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet, fordert die Teilnehmenden in verschiedenen Disziplinen. In der Theorie müssen sie sowohl Allgemeinwissensaufgaben als auch berufsspezifische Fragen beantworten, die dem Niveau einer Zwischenprüfung entsprechen. Besonders spannend wird es in der Praxis: Hier präsentieren die Auszubildenden ihren eigenen Ausbildungsbetrieb in einer PowerPoint-Präsentation, bestimmen verschiedene Sämereien, Düngemittel und Werkstoffe und beweisen ihr handwerkliches Geschick, indem sie aus einer Schraube und einer Mutter einen funktionsfähigen Flaschenöffner anfertigen.

Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für unsere Schülerinnen und Schüler, sich mit anderen zu messen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, so Caren Arendt von der BBS Verden. Es geht nicht nur um das Gewinnen, sondern auch um das Sammeln wertvoller Erfahrungen für die Zukunft.

Der Berufswettbewerb bietet den jungen Nachwuchskräften die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich für die nächsten Runden zu qualifizieren. Die besten Teilnehmenden aus Niedersachsen haben später die Chance, beim Landesentscheid und sogar auf Bundesebene anzutreten.

11.02.2025
Bioland Pop-Up-Store mit regionalen Produkten

Ein Erfolgsmodell für nachhaltigen Konsum in Verden

Inmitten der Bemühungen, die Innenstadt von Verden wiederzubeleben, hat ein ganz besonderes Projekt seine Türen geöffnet: Ein Pop-Up-Store, der ausschließlich regionale, Bioland-zertifizierte Produkte anbietet. Die Idee entstand durch eine Ausschreibung im Rahmen des Projekts „Probierstadt Verden 2.0.“ und verfolgt das Ziel, die Vermarktung von Lebensmitteln auf neue, innovative Weise zu gestalten und die Verbraucherinnen und Verbraucher dabei näher an die Herkunft ihrer Nahrungsmittel zu bringen.

„Wir müssen Direktvermarktung neu denken“, erklärt Kerstin Hintz, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbands Niedersachsen/Bremen. „Die Hofläden merken ein verändertes Kaufverhalten. Da sind wir als Verband gefordert, zu hinterfragen, wie wir die Produkte auf neuen Wegen vermarkten können“. Durch Zufall stieß der Verband dann auf die Ausschreibung der Probierstadt Verden, und so nahm die Idee eines Pop-Up-Stores Formen an.

Mit dem Store sollen die Bioland-Betriebe nicht nur bei der Vermarktung ihrer regionalen Produkte unterstützt werden, vielmehr geht es darum, das Bewusstsein für regionale Produkte im Kern zu schärfen und den Kundinnen und Kunden einen direkten Zugang zur Produkterzeugung zu ermöglichen. „Nicht der Kunde kommt zu uns auf den Hof, sondern wir kommen zu dem Kunden in die Stadt, denn ich bin überzeugt, dass es einen Zugang ohne große Hemmschwelle braucht“, so Hintz. Die Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Produkte im Store anbieten, übernehmen regelmäßig auch den Ladendienst und geben so neben dem Verkauf zusätzlich authentische Einblicke in die Produktion der Lebensmittel. Auch Veranstaltungen, wie beispielsweise ein Weidegang mit anschließender Verkostung der entsprechenden Fleischprodukte, wurden über den Pop-Up-Store angeboten. So sollen Wissenslücken geschlossen und das Verständnis für die Wertschöpfung und die damit einhergehende Preisgestaltung von regionalen Produkten gefördert werden.

Besonders bemerkenswert ist, dass es sich bei dem Pop-Up-Store um das erste Ladengeschäft handelt, indem ausschließlich Bioland-Produkte angeboten werden. „Was hier entstanden ist, ist derzeit einmalig“, betont Hintz.

Alle Produkte im Store stammen aus der Region und sind Bioland-zertifiziert. Der Anspruch war zunächst, nur Produkte im Umkreis von 80 Kilometern zu vermarkten. Doch schnell wurde klar, dass diese Begrenzung die Vielfalt des Sortiments einschränken würde. So kamen auch Produkte aus angrenzenden Gebieten, wie etwa Tee aus der Lüneburger Heide, hinzu. Aktuell umfasst das Sortiment etwa 100 verschiedene Artikel, hauptsächlich Lebensmittel. „Viele unserer Betriebe bedienen mit ihren Produkten spezielle Nischen, wie z.B. hochwertige Öle mit Weiterverarbeitung in der nur wenige Kilometer entfernten Wesermühle - Produkte, die man so nicht im Supermarkt findet“, erklärt Hintz. Ein weiteres wichtiges Anliegen des Pop-Up-Stores ist die Nachhaltigkeit. Die Verpackungen entsprechen den strengen Bioland-Richtlinien. Hinter dieser Vision stehen auch die liefernden Betriebe, wie sich am Beispiel „AllerLiebe“ zeigt, die ihre Produkte grundsätzlich lediglich in Mehrwegverpackungen vermarkten.

Das Konzept wurde von den Kundinnen und Kunden gut angenommen. „Natürlich gab es auch Neugierige, die nur einmal hereinschauten, aber viele schätzen die Qualität unserer Produkte sehr. Schon nach kurzer Zeit hatten wir eine kleine Stammkundschaft“, berichtet Hintz. Besonders gefragt sind Eier, Brot, Fleisch und in der Vorweihnachtszeit auch kleine Genussgeschenke. Doch die Eröffnung des Pop-Up-Stores verlief nicht ganz ohne Herausforderungen. Innerhalb von nur sechs Wochen wurde das Konzept aus dem Boden gestampft – ein straffer Zeitplan, der es nicht ermöglichte, gleich ein Vollsortiment anzubieten.

„Der Pop-Up-Store ist für uns wie ein kleines Versuchslabor, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht“, sagt Hintz. Im Prozess sei klar geworden, dass es insbesondere im organisatorischen und operativen Part noch mehr Kapazitäten benötige. Doch das Konzept an sich sei ein klarer Erfolg: Der Store hat es nicht nur geschafft, den Zugang für kleine, regionale Betriebe zur Stadt zu ermöglichen, sondern auch einen wertvollen Dialog zwischen denjenigen die die Produkte erzeugen und denjenigen die sie konsumieren geschaffen. „Wir können uns gut vorstellen das Projekt mit mehr Vorbereitungszeit zu wiederholen“, erklärt Hintz. Auch die Gemeinschaft, die sich rund um den Store gebildet hat, ist für sie ein großer Gewinn.

Der Pop-Up-Store ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Stadtentwicklung und die Förderung regionaler Produkte Hand in Hand gehen können. Die positive Resonanz zeigt, dass es einen Bedarf an nachhaltigem Konsum und direkterem Kontakt zu den Produzentinnen und Produzenten gibt – ein Trend, der auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen dürfte. Wer dem Bioland-Pop-Up-Store selbst einen Besuch abstatten möchte, kann dies noch bis zum 15. Februar tun (Große Straße 81, 27283 Verden).

Ausführliche Informationen gibt es HIER.

Ein weiteres spannendes Direktvermarktungskonzept verfolgt auch Moritz Cordes mit seinem Regiomarkt MoCoEi in der Verdener Innenstadt. Ein Bericht folgt demnächst ebenfalls auf unseren Kanälen.

11.02.2025
Auszubildende der Landwirtschaft zeigen ihr Können

Berufswettbewerb an der BBS Rotenburg

Alle zwei Jahre findet der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend für Grüne Berufe statt, der sich als wichtiger Bestandteil der Berufsbildung in den Agrarberufen etabliert hat. Am 10. Februar stellten sich die Auszubildenden des dritten Lehrjahrs in der Landwirtschaft an der Berufsbildenden Schule Rotenburg den Prüfungen des Wettbewerbs. Insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet und meisterten die Aufgaben in drei Gruppen.

Im ersten Teil des Wettbewerbs mussten die Auszubildenden sowohl berufstheoretische Fragen beantworten als auch in einer Präsentation einem Verbraucher oder einer Verbraucherin erklären, wie Nutztiere auf dem eigenen Lehrbetrieb gehalten werden. Anschließend ging es in der praktischen Prüfung darum, Futtermittel, Sämereien und Werkstoffe zu bestimmen. Zum Abschluss wurde das handwerkliche Talent auf die Probe gestellt: Innerhalb von 45 Minuten galt es, aus Schrauben und Muttern einen Flaschenöffner gemäß einer Abbildung zu fertigen.

„Der Berufswettbewerb ist eine wichtige Gelegenheit für die Auszubildenden, um sich in einer Prüfungssituation zu erproben“, erklärte Landwirt Hermann Solte aus Bötersen, der den Wettbewerb als Prüfer unterstützte. Auch Studiendirektor Norbert Kaufmann hob in seiner Rede zur Siegerehrung die Bedeutung des Wettbewerbs hervor: „Dieser Wettbewerb hat eine lange Tradition an der BBS Rotenburg und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Ausbildungskultur.“ Und er fügte hinzu: „Wir leben in einer Zeit, in der die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen steht. Klimawandel, Ressourcenknappheit und technologische Veränderungen sind nur einige der Themen, die uns beschäftigen. Um diese Probleme zu lösen, brauchen wir gut ausgebildete Landwirte, die bereit sind, innovative Ansätze zu verfolgen und Verantwortung zu übernehmen. Ihr, liebe Auszubildende, seid die Zukunft der Landwirtschaft.“

Die Sieger des Wettbewerbs sind:

  1. Platz: Jan Marten Müller (Vorwerk), Bodo Grube (Schwaförden) und Luca Martens (Ostereistedt)

  2. Platz: Insa Miesner (Sothel), John Patrik Große (Bothel) und Harm Wilken Gieschen (Quelkhorn)

  3. Platz: Deike Katharina Corleis (Ahlerstedt), Julian Heldberg (Visselhövede) und Enya Patterson (Stemmen)

Christian Intemann, Kreislandwirt und Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Rotenburg-Verden, gratulierte den Siegerinnen und Siegern, betonte in seiner Rede jedoch, dass heute alle Auszubildenden, die den Mut hatten, sich dieser Prüfung zu stellen als Gewinnerinnen und Gewinner nach Hause gehen. Zudem ermutigte er die zukünftigen Berufskolleginnen und Kollegen in Zeiten des Strukturwandels in der Bevölkerung ein Verständnis für die landwirtschaftliche Branche zu schaffen „Hier sind wir alle gemeinsam gefragt der Gesellschaft unsere Landwirtschaft auch in Zukunft durch Gespräche näher zu bringen und zu erklären.“

Ein herzliches Dankeschön geht an die Prüfer, die Lehrkräfte und die Ausbildungsberatung, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben. Auch ein weiteres der Bio-Hofmolkerei Dehlwes, für die gesponserte Versorgung.

11.02.2025
Agroforstsysteme

Vortrag von Dr. Ernst Kürsten und Isabelle Frenzel

Die BUND Ortsgruppe Rotenburg/Wümme organisiert einen Vortrag zum Thema Agroforsten, zu dem auch Landwirtinnen und Landwirte herzlich eingeladen sind. In einem Schreiben des BUND heißt es, dass der Vortrag das vielversprechende Potenzial einer (Wieder-)Verbreitung der Agroforstsysteme vorstelle und aufzeige, wie sie künftig mehr zur Lösung unserer Probleme vor Ort beitragen können.

WANN: Freitag, den 7. März 2025, 19.00 Uhr WO: Ratssaal der Stadt Rotenburg

06.02.2025
Die Landwirtschaft im Fokus

Podiumsdiskussion anlässlich der Bundestagswahl 2025

Rund 150 Besucherinnen und Besucher nahmen am 5. Februar an einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Wahlkreis 34 (Osterholz-Verden) teil. Veranstaltet wurde die Diskussion im Grasberger Hof durch den Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden, den Landvolk-Kreisverband Osterholz und die Initiative Land schafft Verbindung (LSV). Moderiert wurde die Veranstaltung von Cornelius Traupe (LSV), Jörn Ehlers (Landvolk Rotenburg-Verden) und Stephan Warnken (Landvolk Osterholz). Die eingeladenen Politikerinnen und Politiker stellten sich den Fragen aus der Landwirtschaft und debattierten über zentrale agrarpolitische Themen. Auf dem Podium vertreten waren Özge Kadah (SPD), Andreas Mattfeldt (CDU), Dr. Lena Gumnior (Grüne), Dr. Gero Hocker (FDP), Herbert Behrens (Die Linke) sowie Maik Smidt (BSW). Die Kandidatin der AFD hatte abgesagt.

Bürokratieabbau: Vertrauen statt Aktenstapel Einigkeit bestand darüber, dass der Bürokratieabbau dringend vorangetrieben werden müsse. Während die CDU einen Resetknopf für Dokumentationspflichten forderte, setze die FDP auf mehr Vertrauen in die Landwirte. Die Grünen betonten, dass weniger Bürokratie auch bedeute, von den eigenen Produkten leben zu können. SPD, Linke und BSW verwiesen darauf, dass Bürokratie nicht nur die Landwirtschaft betreffe und Digitalisierung zur Vereinfachung beitragen könne.

Generationswechsel: Verlässliche Rahmenbedingungen nötig Wie können junge Landwirtinnen und Landwirte für die Zukunft abgesichert werden? Die CDU forderte langfristige Investitionssicherheit, während die Grünen auf höhere Tierwohl-Standards hinwiesen. Die FDP kritisierte die häufig wechselnden Auflagen und forderte ein Moratorium für neue Vorschriften. Die SPD setzte auf einen Wandel mit Unterstützung der Politik, während die Linke betonte, dass Landwirte auskömmliche Preise für ihre Produkte benötigten.

Klimawandel: Landwirtschaft als Teil der Lösung Die Anpassung der Landwirtschaft an Klimaveränderungen wurde kontrovers diskutiert. Die CDU forderte schnellere Zulassungen für klimaresistentere Pflanzen, die FDP hob neuartige Züchtungsmethoden hervor. Die Grünen betonten, dass Gentechnik allein nicht ausreiche, sondern auch gute Böden und angepasstes Saatgut nötig seien. Die Linke lobte die Anpassungsfähigkeit der Moorbauern, während BSW den Bau von Dämmen und eine günstigere Energiepolitik forderte.

Herkunftskennzeichnung: Transparenz oder Bürokratie? Während die Grünen eine klare Kennzeichnung nach dem Vorbild von Eiern befürworteten, warnte die FDP vor staatlichen Vorgaben und plädierte für private Initiativen. Die CDU forderte eine unkomplizierte Lösung, während die Linke eine verpflichtende Kennzeichnung für alle forderte.

Wolfsmanagement: Schutz oder Entnahme? Die FDP forderte ein Bestandsmanagement, die CDU eine konsequente Entnahme. Die Grünen verwiesen auf das Dialogforum Wolf, während die Linke betonte, dass Landwirte für Schutzmaßnahmen entschädigt werden müssten.

Erneuerbare Energien: Wo sind die Chancen? Während CDU und FDP Biogas als stabiles Element im Energiemix lobten, sahen die Grünen die Zukunft in einer Kombination aus Agri-PV und Windkraft. SPD und Linke forderten eine stärkere Regionalisierung der Energieversorgung.

Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Ansätze der Parteien für die Zukunft der Landwirtschaft sind. Fest steht: Die Landwirtinnen und Landwirte erwarten klare, langfristige Perspektiven. Die Bundestagswahl wird zeigen, welche dieser Positionen künftig in der Politik eine Rolle spielen werden.

06.02.2025
Ehlers: „Lobenswerter Zwischenschritt“ beim Wolf

Land gibt neue Richtlinien zum finanziellen Ausgleich beim Herdenschutz und bei Rissen bekannt

Frischer Wind in der ehemals überaus festgefahrenen Debatte rund um den Wolf: Während schon seit längerem durch das Ändern der „Berner Konvention“ klar ist, dass der Schutzstatus des Wildtiers abgesenkt und die Hürden dafür beseitigt werden sollen, hat das Land Niedersachsen in dieser Woche gemeinsam mit dem „Dialogforum Wolf“ unter Beteiligung des Landvolks neue Richtlinien zum finanziellen Ausgleich von Herdenschutzmaßnahmen und bei Wolfsrissen bekannt gegeben. Demnach sollen die Halterinnen und Halter von Schafen und Ziegen in Niedersachsen vom Frühjahr an eine pauschale Förderung beantragen können, und auch für die Halterinnen und Halter von Rindern und Pferden gibt es Erleichterungen. „Jetzt ist den langjährigen Forderungen aus dem Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement endlich Rechnung getragen worden“, ordnet Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers diesen „lobenswerten Zwischenschritt“ aus Sicht des Landesbauernverbandes ein.

Der Weg bis zu diesem greifbaren Ergebnis sei „herausfordernd und kompliziert“ gewesen, so Ehlers, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement (AAW) ist. Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten habe zuletzt gut funktioniert. „Jetzt können wir an weiteren Verbesserungen feilen“, sieht Ehlers die nächste Aufgabe. Und er erinnert an das bestehende Ziel: Wölfe, die Schaden anrichten, müssen künftig auch legal entnommen werden können.

„Ziel muss es sein, den betroffenen Mitgliedstaaten möglichst rasch ein rechtssicheres regionales Bestandsmanagement zu ermöglichen“, ließ Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwochabend am Rande einer Brüssel-Reise verlauten, in der es auch um das Thema Wolf ging. Sollte die EU für die Absenkung des Schutzstatus endgültig grünes Licht geben, muss Deutschland für leichtere Wolfsabschüsse noch das Bundesnaturschutzgesetz ändern.

Die Förderung ist laut Richtlinie ab einer Anzahl von elf oder mehr Schafen und Ziegen mit Hektar-Fördersätzen von 325 Euro für die Beweidung von Deichflächen und 260 Euro für übrige Beweidungsflächen geplant. Bei durchschnittlich 6,5 Tieren je Hektar entspricht das 40 Euro pro Tier im Jahr, am Deich sind es wegen der besonderen Lage 50 Euro. Die Förderung ist unter anderem an das Vorweisen eines wolfsabweisenden Grundschutzes geknüpft.

Auch bei der Förderung von Schutzmaßnahmen für Pferde und Rinder gibt es Neuerungen: Künftig soll es ausreichen, wenn der Betrieb in einem Gebiet liegt, in dem es binnen zwölf Monaten mindestens zwei statt bisher drei Wolfsrisse von Pferden oder Rindern gegeben hat. Direkt betroffene Betriebe erhalten wie bislang Präventionsmaßnahmen, unabhängig vom weiteren Rissgeschehen in der Region. Das Wolfsbüro, angesiedelt beim Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), erstellt Übersichtskarten der Förderkulissen auf der Grundlage des Rissgeschehens und der Erkenntnisse aus dem Wolfsmonitoring. Diese werden auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer (LWK) stets aktuell veröffentlicht und sind HIER zu finden.

03.02.2025
Unrechtmäßige Düngebeschränkungen aussetzen

Hennies: Rechtswidrige Abgrenzung „roter Gebiete“ in Niedersachsen beenden

Nachdem das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg die Abgrenzung „roter Gebiete“ für rechtswidrig erklärt hat, fordert das Landvolk Niedersachen zügiges und faires Handeln seitens der Landes- und Bundespolitik. „Ministerin Miriam Staudte und Minister Christian Meyer müssen auf die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte zugehen und die durch die gerichtlich beanstandete Gebietsausweisung hervorgerufenen Einschränkungen beim Düngen mit Stickstoff wenigstens aussetzen. Das muss gelten, bis das Land die vom Bund in der Düngeverordnung vorgeschriebene Binnendifferenzierung rechtskonform ausgestaltet hat“, fordert Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies.

Das Gericht hatte in der zurückliegenden Woche unter anderem festgestellt, dass vom Land methodisch „fingierte“ Nitratgehalte im Grundwasser genutzt wurden, die keine belastbare Rechtsgrundlage im maßgeblichen Bundesrecht haben. „Ein Aussetzen der Sonderauflagen für die Stickstoffdüngung ist das Mittel der Wahl. Das gilt auch, wenn das Land die letzte Instanz beim Bundesverwaltungsgericht anruft“, erläutert Hennies. „Schon aus Gründen der Fairness und um weitere Schäden und Einkommenseinbußen auf den Höfen durch lange gerichtliche Verfahren zu vermeiden, ist dies notwendig.“

Darüber hinaus müsse sich die Landesregierung sich beim Bund deutlich stärker dafür einsetzen, dass in den von der EU verlangten „roten Gebieten“, in denen die Nitratmesswerte im Grundwasser überwiegend durch jahrzehntealte Stickstoffeinträge hervorgerufen wurden, spätestens von einer neuen Bundesregierung ein Verursacherprinzip auf Basis der heutigen Düngepraxis auf den Höfen eingeführt wird. Hier sei Landwirtschaftsministerin Staudte jetzt gefordert, bekräftigt der Landvolkpräsident. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass wir auf unabsehbare Zeit kollektiv bestraft werden, obwohl sich die heutzutage praktizierte Düngung so weiterentwickelt hat, dass darüber kaum noch Stickstoffverluste in das Grundwasser entweichen. Die Bürokratieflut und unsinnige Bilanzierungsvorschriften ohne Mehrwert für den Gewässerschutz wie die so genannte Stoffstrombilanzierung müssen reduziert beziehungsweise am besten gestrichen werden“, fordert der Landvolkpräsident.

Vom Land fordert der Verband zudem, jetzt endlich die Ertüchtigung des viel zu dünnen Netzes an Grundwassermessstellen ambitionierter in Angriff zu nehmen, damit schnellstmöglich das bestmögliche Abschätzungsverfahren für Nitratbelastungen nach der EU-Nitratrichtlinie zur Verfügung steht. „Als zuständiger Umweltminister muss hier Christian Meyer den ‚Turbo‘ einlegen, wie er es anderer Stelle, zum Beispiel bei der Energiewende, auch immer propagiert“, verlangt Hennies.

03.02.2025
Neues aus unserer Imagekampagne

Grüne Woche, Kinospot & Bienenfreundlicher Landwirt

Grüne Woche:

Die Grüne Woche 2025 war für unsere Landvolk-Imageinitiative „Eure Landwirte – Echt grün e.V.“ ein voller Erfolg und ein starkes Signal für die Bedeutung der niedersächsischen Landwirtschaft. Der Stand im bewährten Kneipenformat „Landwirtschaft“ und mit Schnuckenbräu verantwortlich für den Ausschank, war erneut ein beliebter Anlaufpunkt für Messebesucherinnen und Messebesucher.

24 engagierte Personen aus den Kreisverbänden haben sich aktiv an den Standdiensten beteiligt. Der Stand diente auch in diesem Jahr als wichtige Anlaufstelle für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verbänden. Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sowie zahlreicher Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinne und Bürgermeister aus unserem Kampagnengebiet.

Unser Bürgermeisterzimmer bot dabei wieder einen idealen Rahmen für intensive Gespräche und Netzwerken auf Augenhöhe.

Ein Highlight war in diesem Jahr auch die Podiumsdiskussion zusammen mit der Initiative MagDochJeder aus Nordrhein-Westfalen auf dem ErlebnisBauernhof. Zusammen haben wir Ende 2024 den Grundgedanken des „ZukunftsBauer“ aufgegriffen und diesen in einer gemeinsamen Social-Media-Kampagne „Landwirtschaft neu denken – wir packen’s an!“ mit Kacheln, Videos und Fakten umgesetzt. Auf dem ErlebnisBauernhof haben wir die gemeinsame Kampagne nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert und aufgezeigt, wie die Kooperation Synergien geschaffen und Innovationen gefördert hat.

Kinospot:

Ab dem 30. Januar 2025 heißt es: Vorhang auf für unsere Landwirtschaft!

Unser Kinospot startet in 53 niedersächsischen Kinos auf 225 Leinwänden, darunter auch im Kino in Verden, mitten in unserem Verbandsgebiet.

Mit unserem Kinospot erreichen wir in den kommenden 7 bis 12 Wochen mehr als 400.000 Kinobesucherinnen und Besucher – Menschen, die sich entspannt zurücklehnen, Popcorn essen und gespannt auf die große Leinwand blicken.

Ein perfekter Moment, um unsere Botschaft eindrucksvoll zu platzieren! Kino ist Emotion, Kino ist Erleben – und wir sind mittendrin! Mit unserer Kampagne zeigen wir, dass moderne Landwirtschaft nicht nur unverzichtbar, sondern auch faszinierend ist. Also: Lehnen wir uns zurück und genießen – das ist großes Kino für unsere Landwirtschaft!

Bienenfreundlicher Landwirt:

Seit dem 1. Januar 2025 läuft die Anmeldung für die Aktion Bienenfreundlicher Landwirt (BFL). Auch in diesem Jahr können Landwirtinnen und Landwirte aus unserem Kreisverband wieder teilnehmen und mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Die Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit dem LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle erarbeitet und sind speziell auf die landwirtschaftliche Praxis abgestimmt. Die Umsetzung erfolgt eigenständig durch unsere Kampagne.

Betriebe können aus einer Vielzahl an Maßnahmen wählen, darunter: Blühstreifen und Altgrasstreifen als wertvolle Nahrungsquellen für Insekten, Streuobstwiesen und Wallhecken als Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Vögel, Totholz, Sandhaufen und Feldsteinhaufen als natürliche Nistplätze für Wildbienen sowie Kooperationen mit Imkern oder Naturschutzverbänden als gemeinsamer Einsatz für mehr Artenvielfalt

Vergangenes Jahr haben über 1.000 Betriebe mitgemacht und gezeigt, dass landwirtschaftlicher Artenschutz sichtbar gemacht werden kann. Ziel für 2025 ist es, die Aktion weiter zu stärken und noch mehr Betriebe zur Teilnahme zu motivieren. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält in diesem Jahr ein kostenfreies Starterpaket.

Wichtige Infos zur Teilnahme:

Anmeldezeitraum: Bis Anfang Juni 2025

Versand der BfL-Starterpakete: Ab dem 1. März 2025

Zusätzliche Materialien: Über den Shop auf eigene Kosten bestellbar

Zur Anmeldung geht es HIER.

29.01.2025
OVG kippt Landesdüngeverordnung

Ausweisung der „Roten Gebiete“ in Niedersachsen mit gravierenden Rechtsfehlern

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat am 28.01.2025 geurteilt, dass die aktuelle Landesdüngeverordnung einer rechtlichen Überprüfung nicht standhält. „Es war für unsere Mitglieder absolut richtig, mit großem Aufwand die fachlichen und rechtlichen Grundlagen für die Ausweisung der roten Gebiete zu hinterfragen“, sagt Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges. Das Landvolk werde jetzt die Begründung des Gerichts abwarten und daraus dann die Schlüsse für das weitere Vorgehen ziehen, führt Berges weiter aus.

„Wir fordern ohnehin in erster Linie, dass mit einer neuen Bundesregierung nun Verbesserungen, für die in angeblich nitratbelasteten Gebieten wirtschaftenden Landwirte, auf den Weg gebracht werden müssen“, sieht Berges die Politik in der Pflicht hier Abhilfe im Sinne der Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen. Bislang verpflichtet die Düngeverordnung die Landwirtinnen und Landwirte, in den roten Gebieten die Stickstoff-Düngung ihrer Felder einzuschränken, was zu erheblichen Qualitätsminderungen der Feldfrüchte und zu großen Ertragseinbußen führt. So ist es dort vielfach nicht mehr möglich, vermarktbaren Weizen mit Backqualität zu produzieren. Gerade mit Blick auf nicht erreichbare Qualitäten seien Feldfrüchte aus den roten Gebieten zu dem eigentlichen Zweck bei den Mühlen nicht mehr absetzbar. Die daraus entstehenden Mindererlöse auf den Höfen seien betrieblich unzumutbar.

Das Landvolk hofft, dass die Entscheidung des OVG die politisch Verantwortlichen in Bund und Land dahingehend sensibilisiert, dass die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte nicht länger hingehalten werden dürfen und dringend eine Lösung auf den Tisch muss. „Ein weiteres Warten der Politik auf eine abschließende Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig würde nämlich noch Jahre dauern, ohne dass sich für unsere Landwirte etwas substanziell verändert“, erklärt Berges abschließend. Es gilt bis zum Ablauf der Frist für eine Einreichung der Revision durch das Land die aktuelle Kulisse vom November 2023.

Aktuelles aus dem Landesverband

20.02.2026
EU hebt Geflügel-Importstopp für Argentinien auf
Geflügel

(AgE) Argentinien darf ab dem 1. März wieder Geflügelfleisch ohne risikomindernde Behandlung gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) in die EU exportieren. Die EU-Kommission hat dazu eine entsprechende Durchführungsverordnung veröffentlicht und den Handelsstopp aufgehoben, der nach einem Geflügelpestausbruch im August 2024 verhängt worden war. Der argentinische Verband der Geflügelverarbeiter (CEPA) begrüßte die Entscheidung, da der EU-Markt für die Branche von Bedeutung ist. Die Exporte in die EU erreichten einen Wert von 12 Mio. Euro, 140 % mehr als im Vorjahr.

20.02.2026
Strategie des FAO und der WOAH gegen HPAI bis 2033
Geflügel

FAO und WOAH stellten im Rahmen des GF‑TADs-Programms ihre gemeinsame HPAI‑Strategie für 2024–2033 vor. Sie zielt auf bessere Vorsorge, Reaktionsfähigkeit und internationale Koordination. Neue Leitlinien, Werkzeuge und Forschungsinitiativen sollen Länder bei Bewertung und Bekämpfung unterstützen. Zentral ist der One‑Health‑Ansatz, um Risiken an der Schnittstelle von Tier-, Menschen- und Umweltgesundheit früh zu erkennen. Für die deutsche Geflügelwirtschaft ergeben sich daraus keine neuen Vorgaben. Deutlich wird jedoch, dass HPAI global ein Dauerthema bleibt und internationale Abstimmung immer weiter an Relevanz gewinnt.

20.02.2026
Online-Seminar zur Atypischen Geflügelpest
Geflügel

Am 26. Februar um 18 Uhr lädt das Netzwerk Fokus Tierwohl online zu einem Seminar über die Atypische Geflügelpest (Newcastle Krankheit) ein, die sonst weit weniger im Fokus steht. Zuletzt traten 2025 vor allem in Polen vermehrt Fälle in Nutzgeflügelbeständen auf. Die Informationsveranstaltung widmet sich der Aufklärung über den Erreger und seine Verbreitung in Deutschland, typische Krankheitssymptome, verfügbare Impfstoffe und Impfschemata sowie rechtliche Vorgaben. Das Programm umfasst Fachvorträge zu Grundlagen, Diagnostik, Krankheitsbild und Impfstrategien sowie Informationen zu Impfpflicht und regionalen Impfstellen. Die Anmeldung erfolgt per Mail an
fokus-tierwohl@lavg.brandenburg.de unter Angabe des vollen Vor- und Zunamens und einer gültigen E-Mailadresse. Der Anmeldeschluss ist der 24. Februar.

20.02.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

In der 6. KW erfassten die Molkereien 0,3 % mehr Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr verringerte sich jedoch auf 5,6 %. Der deutsche Buttermarkt bleibt nachfragekräftig, besonders bei abgepackter Butter, deren Bestellungen als gut bis sehr gut bewertet werden. Die Preise bleiben stabil, allerdings werden für den kommenden Monat höhere Preise gefordert. Nachfrage nach Blockbutter ist gut, für spätere Liefertermine werden Preisaufschläge erzielt. Die Preise ziehen an; in Kempten wurden sie auf 4,25-4,42€/kg erhöht. Nachfrage nach Schnittkäse sehr hoch, die Hersteller sind weitgehend ausverkauft. LEH, Food-Service, Industrie und Exporte laufen stark, die Bestände bleiben niedrig. Die Preise leicht festere Tendenz, da höhere Preise vermehrt durchgesetzt werden.

MMP auf höherem Niveau stabil. Hohe Produktion und gute Nachfrage. Preise für Lebensmittelqualität fester, Futtermittelware ebenfalls stabil. Nachfrage bei VMP gering, Markt ruhig. Preise uneinheitlich.MP-Markt bleibt fest: Lebensmittelware gute Nachfrage bei stabilen Preisen, Futtermittelware fester. (AMI, ZMB)

20.02.2026
DBV zum BMUKN-Klimaschutzprogramm 2026
Milch und Rind

Der DBV betont vor dem Hintergrund des bekannt gewordenen Entwurfs für ein Klimaschutzprogramm 2026 des Bundesumweltministeriums (BMUKN), dass die Landwirtschaft bereits auf dem Zielpfad sei und in den Jahren 2021 bis 2030 die zulässigen Jahresemissionsmengen deutlich unterschreiten werde. „Schon heute erzeugen wir im weltweiten Vergleich Milch mit einem geringen CO2-Fußabdruck und sind Vorreiter in Sachen Klimaeffizienz. Maßnahmen, die auf innovative Lösungen im Bereich der Methanreduktion abzielen, wie im Bereich der Futterzusatzstoffe oder Tierzucht, sind zwar der richtige Weg, es fehlt aber eine Neubewertung der Klimawirkung von Methan.“, so DBV-Generalsekretärin Sabet.

https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/bauernverband-klimaschutzplan-2026-muss-sonderrolle-der-landwirtschaft-anerkennen

20.02.2026
Deutschland erzeugt 2025 konstante Fleischmengen
Milch und Rind, Schwein

(AMI) – Im Vergleich zum Vorjahr wurde in Deutschland in etwa gleich viel Fleisch in gewerblichen Betrieben hergestellt. Mit 6,9 Mio. t Fleisch wurde der Wert von 2024 mit einem Minus von 0,2 % nur minimal verfehlt. Zuvor wurde der höchste Wert in der Fleischproduktion im Jahr 2016 mit 8,3 Mio. t erreicht. Bis 2025 wurde die Fleischmenge um 17,0 % reduziert. Die größten Mengen entfallen unter den verschiedenen Fleischarten auch 2025 auf Schweinefleisch mit einem Anteil von fast zwei Dritteln an der gesamten Erzeugung. Entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Erzeugung von Schweinefleisch mit einem Plus von 1,1 % leicht an. Interessant ist, dass die Anstiege aus der heimischen Schweinehaltung stammen. Die Zahl der eingeführten Schlachtschweine mit ausländischer Herkunft wurde um 43,3 % verringert.

Deutliche Rückgänge waren bei der Produktion von Rindfleisch festzustellen. Im Jahr 2025 verminderten sich die gewerblichen Schlachtzahlen um 7,3 %, aufgrund von gestiegenen Schlachtgewichten hatte dies ein etwas kleineres Minus von 6,0 % bei der Rindfleischmenge zur Folge. Unverändert blieb die erzeugte Geflügelfleischmenge im vergangenen Jahr gegenüber 2024 mit 1,6 Mio. t.

20.02.2026
Komfortable Angebotssituation dämpft Kursgewinne des Matif-Weizens
Pflanzen

(AMI) Wichtige Importländer sehen angesichts der reichlichen Verfügbarkeit von Weizen keine Dringlichkeit, langfristig zu ordern. Der harte Wettbewerb am Exportmarkt dürfte auch mit dem Voranschreiten der Saison auf die Kurse drücken.

In den vorigen Handelstagen bewegten sich die Weizenkurse an der Pariser Börse in einer engen Spanne. Es waren Tagesschwankungen von -1 EUR/t bis +1,75 EUR/t die Regel. Am 19.02.2026 schloss der März-Kontrakt schließlich bei 193,75 EUR/t und übertraf das Vorwochenniveau um 1,50 EUR/t. Der Termin der neuen Ernte schloss mit 197,75 EUR/t nur 1,25 EUR/t über Vorwoche.

Gedeckelt wird der Kursspielraum weiterhin von dem global mehr als ausreichenden Angebot. Zudem startete jüngst der muslimische Fastenmonat ,,Ramadan“, der die Nachfrage großer Importländer weiter dämpfen wird. Denn ohnehin ordern Importeure bei der guten Versorgungslage nur für den kurzfristigen Bedarf und sehen keine Eile. Ägypten äußerte zuletzt Kaufinteresse für rund 25.000 t Weizen ukrainischen Ursprungs, EU-Weizen wurde aufgrund des Preisunterschiedes gar nicht erst in Betracht gezogen. Unterdessen können neben der Ukraine auch Russland und Argentinien, das aktuell günstigste Herkunftsland unter den bedeutsamen Exporteuren, noch auf größere unverkaufte Mengen Weizen zurückgreifen. Das dürfte den Wettbewerb mit dem Voranschreiten der Saison weiter verschärfen.

Die Weizenausfuhren der EU liegen im bisherigen Wirtschaftsjahresverlauf bis zum 15.02.2026 mit 15,12 Mio. t zwar über den 13,65 Mio. t im Vorjahreszeitraum, die 20,80 Mio. t der Saison 2023/24 werden aber dennoch weit verfehlt. Größter Exporteur der EU ist in dieser Saison bisher Rumänien mit einem Volumen von 4,75 (Vorjahr: 3,77) Mio. t, gefolgt von Frankreich mit 4,23 (1,46) Mio. t. Deutschland befindet sich aktuell auf Platz fünf mit 1,16 (1,50) Mio. t.

20.02.2026
Kaum Preisimpulse am Kassamarkt für Brotgetreide
Pflanzen

(AMI) National wie international ist ausreichend Getreide verfügbar. Die Nachfrage bleibt sowohl im Inland als auch beim Exportgeschäft verhalten. Viele Erzeuger beginnen bereits, ihre teils noch üppigen Bestände abzubauen. Ein deutlicher Preisaufschwung scheint vorerst unwahrscheinlich.

In der laufenden Berichtswoche zeigten die heimischen Brotgetreidepreise kein einheitliches Bild. Insgesamt blieb die Marktaktivität jedoch verhalten. Neben den Karnevalsfeiertagen – insbesondere im Westen Deutschlands – dämpfen vor allem fehlende Preisanreize die Verkaufsbereitschaft. Die Versorgungslage wird sowohl national als auch international als ausreichend bis komfortabel eingeschätzt.

Deutscher Brotweizen behauptete sich dabei nahezu auf Vorwochenniveau. Mit 167,83 EUR/t ergibt sich lediglich ein minimaler Abschlag von 0,03 EUR/t. Im Vergleich zu Mitte Februar 25 hat sich der Preis jedoch um 43,97 EUR/t verbilligt. In Niedersachsen sind ab Hof aktuell 161 bis 186 (⌀ 174) EUR/t möglich, wobei die Preisspanne im Süden größer ist, als im Norden des Landes.
Etwas fester präsentierte sich dagegen Qualitätsweizen, welcher sich im Bundesschnitt um 0,90 EUR/t auf 171,20 (164-178) EUR/t verteuerte. Trotz dieser leichten Erholung liegen die Preise deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im gleichen Zeitraum waren im letzten Jahr 58,38 EUR/t mehr möglich. Für niedersächsischen A-Weizen wurden ab Hof in der Berichtswoche durchschnittlich 178 (167-189) EUR/t gemeldet.

Trotz dieser leichten Aufwärtsbewegung bleibt das Interesse an Partien der neuen Ernte überschaubar. Vereinzelt werden bereits Offerten für die Ernte 26 diskutiert, Abschlüsse kommen jedoch nur sporadisch zustande. Im Mittelpunkt steht derzeit vor allem die Abwicklung bestehender Kontrakte. Die Hoffnung auf einen deutlichen Preisanstieg bei heimischem Brotgetreide schwindet zunehmend. Vor diesem Hintergrund beginnen viele Landwirte, ihre Lager zu räumen – wenn auch mit spürbar gedämpfter Stimmung. Marktbeobachter gehen weiterhin von erheblichen Mengen unverkauften Getreides in Erzeugerhand aus.

20.02.2026
Preisauftrieb für Raps
Pflanzen

(AMI) Feste Terminmarktnotierungen geben den Großhandels- und Erzeugerpreisen für Raps Rückenwind. Dabei bleibt der Handel insgesamt überschaubar.

Trotz zwischenzeitlicher Verluste zeigt der Trend des Rapskurses an der Euronext weiter nach oben. So schloss der Fronttermin am 19.02.2026 bei 492,75 EUR/t und damit rund 4,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Ein ähnliches Bild zeigt sich für Ware der Ernte 2026. So gewinnt der August-26-Kontrakt auf Wochensicht rund 7 auf 473 EUR/t. Kurswirkung zeigen dabei unter anderem die Überschwemmungen in Frankreich. Besonders betroffen ist der Südwesten des Landes. Die Niederschläge dürften auch in den kommenden Tagen anhalten, was die Situation zusätzlich verschärft. Hinzu kommt eine rege chinesische Nachfrage nach Raps aus Kanada und Australien.

Mit dem Plus in Paris geht es auch auf Großhandelsebene aufwärts. Dabei bleiben die Aufgelder durchweg unverändert. Franko Hamburg werden zur Lieferung ab Mai mit 495 EUR/t rund 1 EUR/t mehr in Aussicht gestellt als noch in der Woche zuvor. Franko Niederrhein sind mit 503 EUR/t ebenfalls 1 EUR/t mehr möglich. Dabei hat sich die Handelsaktivität zuletzt wieder abgekühlt. Während in der vergangenen Woche gebietsweise noch Nachfrage aufkeimte, bleibt es nun wieder ruhig. Marktteilnehmer verweisen nun auf ihre gute Deckung und warten die weitere Preisentwicklung ab.

Auch der mengenmäßige Handel am heimischen Rapsmarkt zeigt sich von der Entwicklung in Paris noch unbeeindruckt. Raps der alten Ernte gilt im Osten der Republik ohnehin als weitestgehend vermarktet. So fußen die Mengenbewegungen überwiegend auf der Abwicklung bestehender Kontrakte. Ölmühlen zeigen jedoch vereinzelt auch noch etwas Bedarf. Hinsichtlich der kommenden Ernte werden Preisspitzen zur Absicherung genutzt. Im Mittel erhalten Erzeuger dabei in der 08. KW rund 439,30 (425-470) EUR/t und damit 2 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. In Niedersachsen werden Kontrakte ab Hof mit 438 bis 450 EUR/t bewertet.
Für Partien der Ernte 2025 sind im Bundesdurchschnitt rund 469,70 EUR/t möglich, ein kräftiges Plus von 8,20 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 445-489 EUR/t.