Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

13.02.2025
Es ist noch nicht alles entschieden!

Informationsveranstaltung mit MdEP Berd Lange zum Mercosur-Handelsabkommen

Die EU-Kommission hat sich mit den Mercosur-Staaten auf ein Freihandelsabkommen geeinigt, das zwischen Europa und den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay Zollschranken abbauen soll. Sorge besteht, dass dies zu einer Flut von günstigen und minderwertigen Importen führen könnte, die die heimischen Produkte verdrängen. Um die Auswirkungen des Abkommens auf die Landwirtschaft in Niedersachsen detailliert zu besprechen, luden die Landvolk-Kreisverbände des Bezirks Stade den Europabgeordneten Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, als Referenten in einer digitalen Informationsveranstaltung für Landvolk-Mitglieder ein. Die Landwirtinnen und Landwirte hatten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Lange zu richten, der an den Verhandlungen der EU zum Mercosur-Abkommen von Beginn an beteiligt war.

Bernd Lange erläuterte den Prozess: Zum einen gebe es das politische Kooperationsabkommen, das der Einstimmigkeit im Rat bedürfe, und zum anderen den Handelsteil, der etwa 90 Prozent des Abkommens ausmache und mit einer qualifizierten Mehrheit im Rat verabschiedet werden müsse. Beides sei vor der Unterschrift erforderlich. Nach der Unterzeichnung werde das Abkommen zur Abstimmung im Europäischen Parlament vorgelegt, wo dieses dem Handelsteil final zustimmen müsse. Zudem müsse der politische Teil von den Parlamenten der Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Lange betonte: „Es ist noch nicht alles entschieden“. Er erklärte, dass der Vertragstext im Europäischen Parlament noch gründlich geprüft werde. „Ich denke, dass wir nach der Sommerpause die formale Unterschrift sehen werden“, so der Abgeordnete. Er rechne damit, dass das finale Abstimmungsereignis dann im Frühjahr 2026 stattfinden werde. „Als Europäische Union haben wir immer davon gelebt, dass wir eine sehr offene Volkswirtschaft sind, auch im Agrarbereich - mit viel Import, aber noch mehr Export“, verdeutlichte der Handelsexperte. Inzwischen gebe es immer mehr Länder, die diesen offenen globalen Handel und die damit verbundene regelbasierte Zusammenarbeit in Frage stellten, ganz aktuell besonders die USA. „Durch bilaterale Handelsverträge versuchen wir, diese regelbasierten Beziehungen zu stärken. Wir haben inzwischen 44 Handelsverträge mit etwa 70 Ländern. Das hat erheblich zur Stabilisierung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, auch im Agrarsektor, beigetragen“, erläuterte Lange die Vorteile.

„In der Tat gibt es jedoch einen Sektor, der vor Herausforderungen gestellt wird, und das ist die Rindfleischproduktion“, schränkte Lange ein und zeigte damit seine Kenntnis über die Sorgen der Rinderhalterinnen und -halter. Im Abkommen sei vorgesehen, für 99.000 Tonnen Fleischimport Zollfreiheit zu gewähren. Das sei etwa die Hälfte dessen, was die EU derzeit insgesamt aus diesem Segment importiert. Am Beispiel des Handelsabkommens mit Kanada zeige sich laut Lange dennoch, dass bestimmte Vorsichtsmaßnahmen bei den Importen, wie etwa festgelegte Rindfleisch-Quoten oder die Anforderung, dass nur Rindfleisch aus der Produktion unter geltenden EU-Standards kommen dürfe, gut greifen würden.

Auch beim Mercosur-Abkommen sollen solche Maßnahmen den Import von südamerikanischen Fleischprodukten regulieren und den Wettbewerbsdruck für europäische Betriebe mindern. „Mit dem Abkommen gibt es keine Aufweichung der Standards. Alle Lebensmittelstandards werden auch in diesem Abkommen gelten und kontrolliert. Auch Schlachthäuser müssen europäischen Standards entsprechen, um Produkte herzustellen, die auf den europäischen Markt kommen“, bekräftigte Lange. „Wir schauen sehr genau hin, ob es hier Ausgleichsmechanismen geben muss, um zusätzliche Belastungen unserer Landwirte zu vermeiden“, versprach der Abgeordnete. Zudem stellte er in Frage, ob es sich für die Mercosur-Produzenten in der Masse lohnen würde, die Produktion an europäische Richtlinien anzupassen: „Die Quote, diese 99.000 Tonnen, machen nur etwa 0,7 Prozent der Produktion in den Mercosur-Staaten aus.“ Landvolk-Vizepräsident und Vorsitzender des Kreisverbands Rotenburg-Verden, Jörn Ehlers, der die Veranstaltung moderierte, fragte bezüglich der Ausgleichszahlungen genauer nach: „Eine Milliarde Euro sind, soweit ich weiß, als Ausgleichsgeld vorgesehen. Gibt es da konkrete Vorgaben, wie diese später verteilt werden sollen, und bekommen wir als deutsche Landwirtschaft etwas davon ab?“ Klares Ziel sei es laut Lange, „nicht mit der Gießkanne zu verteilen“, sondern dort, wo verschärfte Wettbewerbsbedingungen entstehen, wie beispielsweise im Rindersektor.

Große Sorge bestehe auch bei den Berufskolleginnen und -kollegen im Zuckeranbau, äußerte Ehlers: „Der Zucker in Südamerika kann deutlich günstiger produziert werden, angefangen bei den Arbeitsbedingungen und den sozialen Standards, die in Europa ganz anders sind. Wie sehen Sie da unsere Chancen auf Wettbewerbsgleichheit?“ Trotz der großen Herausforderungen vertrat Lange hier eine klare Meinung: „Ohne Abkommen können wir erstmal gar nichts ändern. Denn dann sind wir im freien Wettbewerb und haben nur die Zölle, und diese können den Nachteil von Arbeitskosten und Produktionsbedingungen nicht ausgleichen. Deswegen haben wir einen Vorteil durch das Abkommen, das einen großen Nachhaltigkeitsteil beinhaltet, unter anderem die Verpflichtung, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen, bis hin zu der Tatsache, dass bei Verstößen Teile des Mercosur-Abkommens oder sogar das ganze Abkommen außer Kraft gesetzt werden können.“

Einen Vorteil könnten Milchviehbetriebe erlangen, denn Milchprodukte sollen deutlich im Zoll gesenkt werden, sodass hier die Exportmöglichkeiten für die heimischen Milchbäuerinnen und -bauern steigen. Auch in puncto Tierseuchen könnten sich Vorteile ergeben: Wurden bisher bei Tierseuchenausbrüchen in Europa die gesamte Europäische Union vom Export ausgeschlossen, soll künftig eine Regionalisierung dafür sorgen, dass unser deutscher Export nicht mehr darunter leidet, wenn in anderen europäischen Ländern Tierseuchen ausbrechen.

13.02.2025
Aktionstag „Landwirt für einen Tag“

Jetzt anmelden

Am 25. Mai 2024 findet zum fünften Mal der bundesweite Aktionstag „Landwirt für einen Tag“ statt. Interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher können sich wieder für ein Tagespraktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bewerben und einen Tag lang mitarbeiten.

Interessierte Betriebe, die sich gerne am Aktionstag beteiligen und interessierte Personen aufnehmen möchten, können sich bis zum 21. April 2024 HIER anmelden.

Wer Interesse an einem Tagespraktikum hat und selbst Landwirtin bzw. Landwirt für einen Tag werden möchte, sollte mindestens 18 Jahre alt sein, eine gültige Unfall- und Haftpflichtversicherung besitzen und bereit sein, bis zu 100 km zu einem landwirtschaftlichen Betrieb zu fahren. Eine Bewerbung ist HIER möglich.

13.02.2025
GAP-Infoveranstaltung (digital)

Jetzt anmelden

Wir laden alle Mitglieder herzlich zu unserer digitalen Infoveranstaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2025 ein.

Was hat sich geändert? Was ist 2025 zu beachten? Referent: Hendrik Gelsmann-Kaspers (Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband)

Datum: Donnerstag, 13. März 2025 Uhrzeit: 19:00 Uhr (der digitale Tagungsraum ist ab 18:30 Uhr geöffnet) Ort: Online via Zoom

Melden Sie sich bitte bis Mittwoch, 12. März 2025, um 12:00 Uhr per E-Mail an aswald@landvolk-row-ver.de an. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach erfolgreicher Anmeldung.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Neuerungen der GAP 2025 zu informieren.

13.02.2025
Berufswettbewerb der BBS Verden

Ole Mindermann auf Platz eins

Rund 26 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Verden traten beim diesjährigen Landjugend-Berufswettbewerb an, um ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Als Gewinner ging Ole Mindermann (Ausbildungsbetrieb Deelsen Holsteins KG) hervor, dicht gefolgt von Finja Bruns (Ausbildungsbetrieb Neumann GbR), sowie Linus Plogsties (Ausbildungsbetrieb Cordes GbR Wilstedt).

Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet, fordert die Teilnehmenden in verschiedenen Disziplinen. In der Theorie müssen sie sowohl Allgemeinwissensaufgaben als auch berufsspezifische Fragen beantworten, die dem Niveau einer Zwischenprüfung entsprechen. Besonders spannend wird es in der Praxis: Hier präsentieren die Auszubildenden ihren eigenen Ausbildungsbetrieb in einer PowerPoint-Präsentation, bestimmen verschiedene Sämereien, Düngemittel und Werkstoffe und beweisen ihr handwerkliches Geschick, indem sie aus einer Schraube und einer Mutter einen funktionsfähigen Flaschenöffner anfertigen.

Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für unsere Schülerinnen und Schüler, sich mit anderen zu messen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, so Caren Arendt von der BBS Verden. Es geht nicht nur um das Gewinnen, sondern auch um das Sammeln wertvoller Erfahrungen für die Zukunft.

Der Berufswettbewerb bietet den jungen Nachwuchskräften die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich für die nächsten Runden zu qualifizieren. Die besten Teilnehmenden aus Niedersachsen haben später die Chance, beim Landesentscheid und sogar auf Bundesebene anzutreten.

11.02.2025
Bioland Pop-Up-Store mit regionalen Produkten

Ein Erfolgsmodell für nachhaltigen Konsum in Verden

Inmitten der Bemühungen, die Innenstadt von Verden wiederzubeleben, hat ein ganz besonderes Projekt seine Türen geöffnet: Ein Pop-Up-Store, der ausschließlich regionale, Bioland-zertifizierte Produkte anbietet. Die Idee entstand durch eine Ausschreibung im Rahmen des Projekts „Probierstadt Verden 2.0.“ und verfolgt das Ziel, die Vermarktung von Lebensmitteln auf neue, innovative Weise zu gestalten und die Verbraucherinnen und Verbraucher dabei näher an die Herkunft ihrer Nahrungsmittel zu bringen.

„Wir müssen Direktvermarktung neu denken“, erklärt Kerstin Hintz, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbands Niedersachsen/Bremen. „Die Hofläden merken ein verändertes Kaufverhalten. Da sind wir als Verband gefordert, zu hinterfragen, wie wir die Produkte auf neuen Wegen vermarkten können“. Durch Zufall stieß der Verband dann auf die Ausschreibung der Probierstadt Verden, und so nahm die Idee eines Pop-Up-Stores Formen an.

Mit dem Store sollen die Bioland-Betriebe nicht nur bei der Vermarktung ihrer regionalen Produkte unterstützt werden, vielmehr geht es darum, das Bewusstsein für regionale Produkte im Kern zu schärfen und den Kundinnen und Kunden einen direkten Zugang zur Produkterzeugung zu ermöglichen. „Nicht der Kunde kommt zu uns auf den Hof, sondern wir kommen zu dem Kunden in die Stadt, denn ich bin überzeugt, dass es einen Zugang ohne große Hemmschwelle braucht“, so Hintz. Die Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Produkte im Store anbieten, übernehmen regelmäßig auch den Ladendienst und geben so neben dem Verkauf zusätzlich authentische Einblicke in die Produktion der Lebensmittel. Auch Veranstaltungen, wie beispielsweise ein Weidegang mit anschließender Verkostung der entsprechenden Fleischprodukte, wurden über den Pop-Up-Store angeboten. So sollen Wissenslücken geschlossen und das Verständnis für die Wertschöpfung und die damit einhergehende Preisgestaltung von regionalen Produkten gefördert werden.

Besonders bemerkenswert ist, dass es sich bei dem Pop-Up-Store um das erste Ladengeschäft handelt, indem ausschließlich Bioland-Produkte angeboten werden. „Was hier entstanden ist, ist derzeit einmalig“, betont Hintz.

Alle Produkte im Store stammen aus der Region und sind Bioland-zertifiziert. Der Anspruch war zunächst, nur Produkte im Umkreis von 80 Kilometern zu vermarkten. Doch schnell wurde klar, dass diese Begrenzung die Vielfalt des Sortiments einschränken würde. So kamen auch Produkte aus angrenzenden Gebieten, wie etwa Tee aus der Lüneburger Heide, hinzu. Aktuell umfasst das Sortiment etwa 100 verschiedene Artikel, hauptsächlich Lebensmittel. „Viele unserer Betriebe bedienen mit ihren Produkten spezielle Nischen, wie z.B. hochwertige Öle mit Weiterverarbeitung in der nur wenige Kilometer entfernten Wesermühle - Produkte, die man so nicht im Supermarkt findet“, erklärt Hintz. Ein weiteres wichtiges Anliegen des Pop-Up-Stores ist die Nachhaltigkeit. Die Verpackungen entsprechen den strengen Bioland-Richtlinien. Hinter dieser Vision stehen auch die liefernden Betriebe, wie sich am Beispiel „AllerLiebe“ zeigt, die ihre Produkte grundsätzlich lediglich in Mehrwegverpackungen vermarkten.

Das Konzept wurde von den Kundinnen und Kunden gut angenommen. „Natürlich gab es auch Neugierige, die nur einmal hereinschauten, aber viele schätzen die Qualität unserer Produkte sehr. Schon nach kurzer Zeit hatten wir eine kleine Stammkundschaft“, berichtet Hintz. Besonders gefragt sind Eier, Brot, Fleisch und in der Vorweihnachtszeit auch kleine Genussgeschenke. Doch die Eröffnung des Pop-Up-Stores verlief nicht ganz ohne Herausforderungen. Innerhalb von nur sechs Wochen wurde das Konzept aus dem Boden gestampft – ein straffer Zeitplan, der es nicht ermöglichte, gleich ein Vollsortiment anzubieten.

„Der Pop-Up-Store ist für uns wie ein kleines Versuchslabor, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht“, sagt Hintz. Im Prozess sei klar geworden, dass es insbesondere im organisatorischen und operativen Part noch mehr Kapazitäten benötige. Doch das Konzept an sich sei ein klarer Erfolg: Der Store hat es nicht nur geschafft, den Zugang für kleine, regionale Betriebe zur Stadt zu ermöglichen, sondern auch einen wertvollen Dialog zwischen denjenigen die die Produkte erzeugen und denjenigen die sie konsumieren geschaffen. „Wir können uns gut vorstellen das Projekt mit mehr Vorbereitungszeit zu wiederholen“, erklärt Hintz. Auch die Gemeinschaft, die sich rund um den Store gebildet hat, ist für sie ein großer Gewinn.

Der Pop-Up-Store ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Stadtentwicklung und die Förderung regionaler Produkte Hand in Hand gehen können. Die positive Resonanz zeigt, dass es einen Bedarf an nachhaltigem Konsum und direkterem Kontakt zu den Produzentinnen und Produzenten gibt – ein Trend, der auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen dürfte. Wer dem Bioland-Pop-Up-Store selbst einen Besuch abstatten möchte, kann dies noch bis zum 15. Februar tun (Große Straße 81, 27283 Verden).

Ausführliche Informationen gibt es HIER.

Ein weiteres spannendes Direktvermarktungskonzept verfolgt auch Moritz Cordes mit seinem Regiomarkt MoCoEi in der Verdener Innenstadt. Ein Bericht folgt demnächst ebenfalls auf unseren Kanälen.

11.02.2025
Auszubildende der Landwirtschaft zeigen ihr Können

Berufswettbewerb an der BBS Rotenburg

Alle zwei Jahre findet der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend für Grüne Berufe statt, der sich als wichtiger Bestandteil der Berufsbildung in den Agrarberufen etabliert hat. Am 10. Februar stellten sich die Auszubildenden des dritten Lehrjahrs in der Landwirtschaft an der Berufsbildenden Schule Rotenburg den Prüfungen des Wettbewerbs. Insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet und meisterten die Aufgaben in drei Gruppen.

Im ersten Teil des Wettbewerbs mussten die Auszubildenden sowohl berufstheoretische Fragen beantworten als auch in einer Präsentation einem Verbraucher oder einer Verbraucherin erklären, wie Nutztiere auf dem eigenen Lehrbetrieb gehalten werden. Anschließend ging es in der praktischen Prüfung darum, Futtermittel, Sämereien und Werkstoffe zu bestimmen. Zum Abschluss wurde das handwerkliche Talent auf die Probe gestellt: Innerhalb von 45 Minuten galt es, aus Schrauben und Muttern einen Flaschenöffner gemäß einer Abbildung zu fertigen.

„Der Berufswettbewerb ist eine wichtige Gelegenheit für die Auszubildenden, um sich in einer Prüfungssituation zu erproben“, erklärte Landwirt Hermann Solte aus Bötersen, der den Wettbewerb als Prüfer unterstützte. Auch Studiendirektor Norbert Kaufmann hob in seiner Rede zur Siegerehrung die Bedeutung des Wettbewerbs hervor: „Dieser Wettbewerb hat eine lange Tradition an der BBS Rotenburg und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Ausbildungskultur.“ Und er fügte hinzu: „Wir leben in einer Zeit, in der die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen steht. Klimawandel, Ressourcenknappheit und technologische Veränderungen sind nur einige der Themen, die uns beschäftigen. Um diese Probleme zu lösen, brauchen wir gut ausgebildete Landwirte, die bereit sind, innovative Ansätze zu verfolgen und Verantwortung zu übernehmen. Ihr, liebe Auszubildende, seid die Zukunft der Landwirtschaft.“

Die Sieger des Wettbewerbs sind:

  1. Platz: Jan Marten Müller (Vorwerk), Bodo Grube (Schwaförden) und Luca Martens (Ostereistedt)

  2. Platz: Insa Miesner (Sothel), John Patrik Große (Bothel) und Harm Wilken Gieschen (Quelkhorn)

  3. Platz: Deike Katharina Corleis (Ahlerstedt), Julian Heldberg (Visselhövede) und Enya Patterson (Stemmen)

Christian Intemann, Kreislandwirt und Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Rotenburg-Verden, gratulierte den Siegerinnen und Siegern, betonte in seiner Rede jedoch, dass heute alle Auszubildenden, die den Mut hatten, sich dieser Prüfung zu stellen als Gewinnerinnen und Gewinner nach Hause gehen. Zudem ermutigte er die zukünftigen Berufskolleginnen und Kollegen in Zeiten des Strukturwandels in der Bevölkerung ein Verständnis für die landwirtschaftliche Branche zu schaffen „Hier sind wir alle gemeinsam gefragt der Gesellschaft unsere Landwirtschaft auch in Zukunft durch Gespräche näher zu bringen und zu erklären.“

Ein herzliches Dankeschön geht an die Prüfer, die Lehrkräfte und die Ausbildungsberatung, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben. Auch ein weiteres der Bio-Hofmolkerei Dehlwes, für die gesponserte Versorgung.

11.02.2025
Agroforstsysteme

Vortrag von Dr. Ernst Kürsten und Isabelle Frenzel

Die BUND Ortsgruppe Rotenburg/Wümme organisiert einen Vortrag zum Thema Agroforsten, zu dem auch Landwirtinnen und Landwirte herzlich eingeladen sind. In einem Schreiben des BUND heißt es, dass der Vortrag das vielversprechende Potenzial einer (Wieder-)Verbreitung der Agroforstsysteme vorstelle und aufzeige, wie sie künftig mehr zur Lösung unserer Probleme vor Ort beitragen können.

WANN: Freitag, den 7. März 2025, 19.00 Uhr WO: Ratssaal der Stadt Rotenburg

06.02.2025
Die Landwirtschaft im Fokus

Podiumsdiskussion anlässlich der Bundestagswahl 2025

Rund 150 Besucherinnen und Besucher nahmen am 5. Februar an einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Wahlkreis 34 (Osterholz-Verden) teil. Veranstaltet wurde die Diskussion im Grasberger Hof durch den Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden, den Landvolk-Kreisverband Osterholz und die Initiative Land schafft Verbindung (LSV). Moderiert wurde die Veranstaltung von Cornelius Traupe (LSV), Jörn Ehlers (Landvolk Rotenburg-Verden) und Stephan Warnken (Landvolk Osterholz). Die eingeladenen Politikerinnen und Politiker stellten sich den Fragen aus der Landwirtschaft und debattierten über zentrale agrarpolitische Themen. Auf dem Podium vertreten waren Özge Kadah (SPD), Andreas Mattfeldt (CDU), Dr. Lena Gumnior (Grüne), Dr. Gero Hocker (FDP), Herbert Behrens (Die Linke) sowie Maik Smidt (BSW). Die Kandidatin der AFD hatte abgesagt.

Bürokratieabbau: Vertrauen statt Aktenstapel Einigkeit bestand darüber, dass der Bürokratieabbau dringend vorangetrieben werden müsse. Während die CDU einen Resetknopf für Dokumentationspflichten forderte, setze die FDP auf mehr Vertrauen in die Landwirte. Die Grünen betonten, dass weniger Bürokratie auch bedeute, von den eigenen Produkten leben zu können. SPD, Linke und BSW verwiesen darauf, dass Bürokratie nicht nur die Landwirtschaft betreffe und Digitalisierung zur Vereinfachung beitragen könne.

Generationswechsel: Verlässliche Rahmenbedingungen nötig Wie können junge Landwirtinnen und Landwirte für die Zukunft abgesichert werden? Die CDU forderte langfristige Investitionssicherheit, während die Grünen auf höhere Tierwohl-Standards hinwiesen. Die FDP kritisierte die häufig wechselnden Auflagen und forderte ein Moratorium für neue Vorschriften. Die SPD setzte auf einen Wandel mit Unterstützung der Politik, während die Linke betonte, dass Landwirte auskömmliche Preise für ihre Produkte benötigten.

Klimawandel: Landwirtschaft als Teil der Lösung Die Anpassung der Landwirtschaft an Klimaveränderungen wurde kontrovers diskutiert. Die CDU forderte schnellere Zulassungen für klimaresistentere Pflanzen, die FDP hob neuartige Züchtungsmethoden hervor. Die Grünen betonten, dass Gentechnik allein nicht ausreiche, sondern auch gute Böden und angepasstes Saatgut nötig seien. Die Linke lobte die Anpassungsfähigkeit der Moorbauern, während BSW den Bau von Dämmen und eine günstigere Energiepolitik forderte.

Herkunftskennzeichnung: Transparenz oder Bürokratie? Während die Grünen eine klare Kennzeichnung nach dem Vorbild von Eiern befürworteten, warnte die FDP vor staatlichen Vorgaben und plädierte für private Initiativen. Die CDU forderte eine unkomplizierte Lösung, während die Linke eine verpflichtende Kennzeichnung für alle forderte.

Wolfsmanagement: Schutz oder Entnahme? Die FDP forderte ein Bestandsmanagement, die CDU eine konsequente Entnahme. Die Grünen verwiesen auf das Dialogforum Wolf, während die Linke betonte, dass Landwirte für Schutzmaßnahmen entschädigt werden müssten.

Erneuerbare Energien: Wo sind die Chancen? Während CDU und FDP Biogas als stabiles Element im Energiemix lobten, sahen die Grünen die Zukunft in einer Kombination aus Agri-PV und Windkraft. SPD und Linke forderten eine stärkere Regionalisierung der Energieversorgung.

Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Ansätze der Parteien für die Zukunft der Landwirtschaft sind. Fest steht: Die Landwirtinnen und Landwirte erwarten klare, langfristige Perspektiven. Die Bundestagswahl wird zeigen, welche dieser Positionen künftig in der Politik eine Rolle spielen werden.

06.02.2025
Ehlers: „Lobenswerter Zwischenschritt“ beim Wolf

Land gibt neue Richtlinien zum finanziellen Ausgleich beim Herdenschutz und bei Rissen bekannt

Frischer Wind in der ehemals überaus festgefahrenen Debatte rund um den Wolf: Während schon seit längerem durch das Ändern der „Berner Konvention“ klar ist, dass der Schutzstatus des Wildtiers abgesenkt und die Hürden dafür beseitigt werden sollen, hat das Land Niedersachsen in dieser Woche gemeinsam mit dem „Dialogforum Wolf“ unter Beteiligung des Landvolks neue Richtlinien zum finanziellen Ausgleich von Herdenschutzmaßnahmen und bei Wolfsrissen bekannt gegeben. Demnach sollen die Halterinnen und Halter von Schafen und Ziegen in Niedersachsen vom Frühjahr an eine pauschale Förderung beantragen können, und auch für die Halterinnen und Halter von Rindern und Pferden gibt es Erleichterungen. „Jetzt ist den langjährigen Forderungen aus dem Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement endlich Rechnung getragen worden“, ordnet Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers diesen „lobenswerten Zwischenschritt“ aus Sicht des Landesbauernverbandes ein.

Der Weg bis zu diesem greifbaren Ergebnis sei „herausfordernd und kompliziert“ gewesen, so Ehlers, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement (AAW) ist. Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten habe zuletzt gut funktioniert. „Jetzt können wir an weiteren Verbesserungen feilen“, sieht Ehlers die nächste Aufgabe. Und er erinnert an das bestehende Ziel: Wölfe, die Schaden anrichten, müssen künftig auch legal entnommen werden können.

„Ziel muss es sein, den betroffenen Mitgliedstaaten möglichst rasch ein rechtssicheres regionales Bestandsmanagement zu ermöglichen“, ließ Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwochabend am Rande einer Brüssel-Reise verlauten, in der es auch um das Thema Wolf ging. Sollte die EU für die Absenkung des Schutzstatus endgültig grünes Licht geben, muss Deutschland für leichtere Wolfsabschüsse noch das Bundesnaturschutzgesetz ändern.

Die Förderung ist laut Richtlinie ab einer Anzahl von elf oder mehr Schafen und Ziegen mit Hektar-Fördersätzen von 325 Euro für die Beweidung von Deichflächen und 260 Euro für übrige Beweidungsflächen geplant. Bei durchschnittlich 6,5 Tieren je Hektar entspricht das 40 Euro pro Tier im Jahr, am Deich sind es wegen der besonderen Lage 50 Euro. Die Förderung ist unter anderem an das Vorweisen eines wolfsabweisenden Grundschutzes geknüpft.

Auch bei der Förderung von Schutzmaßnahmen für Pferde und Rinder gibt es Neuerungen: Künftig soll es ausreichen, wenn der Betrieb in einem Gebiet liegt, in dem es binnen zwölf Monaten mindestens zwei statt bisher drei Wolfsrisse von Pferden oder Rindern gegeben hat. Direkt betroffene Betriebe erhalten wie bislang Präventionsmaßnahmen, unabhängig vom weiteren Rissgeschehen in der Region. Das Wolfsbüro, angesiedelt beim Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), erstellt Übersichtskarten der Förderkulissen auf der Grundlage des Rissgeschehens und der Erkenntnisse aus dem Wolfsmonitoring. Diese werden auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer (LWK) stets aktuell veröffentlicht und sind HIER zu finden.

03.02.2025
Unrechtmäßige Düngebeschränkungen aussetzen

Hennies: Rechtswidrige Abgrenzung „roter Gebiete“ in Niedersachsen beenden

Nachdem das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg die Abgrenzung „roter Gebiete“ für rechtswidrig erklärt hat, fordert das Landvolk Niedersachen zügiges und faires Handeln seitens der Landes- und Bundespolitik. „Ministerin Miriam Staudte und Minister Christian Meyer müssen auf die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte zugehen und die durch die gerichtlich beanstandete Gebietsausweisung hervorgerufenen Einschränkungen beim Düngen mit Stickstoff wenigstens aussetzen. Das muss gelten, bis das Land die vom Bund in der Düngeverordnung vorgeschriebene Binnendifferenzierung rechtskonform ausgestaltet hat“, fordert Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies.

Das Gericht hatte in der zurückliegenden Woche unter anderem festgestellt, dass vom Land methodisch „fingierte“ Nitratgehalte im Grundwasser genutzt wurden, die keine belastbare Rechtsgrundlage im maßgeblichen Bundesrecht haben. „Ein Aussetzen der Sonderauflagen für die Stickstoffdüngung ist das Mittel der Wahl. Das gilt auch, wenn das Land die letzte Instanz beim Bundesverwaltungsgericht anruft“, erläutert Hennies. „Schon aus Gründen der Fairness und um weitere Schäden und Einkommenseinbußen auf den Höfen durch lange gerichtliche Verfahren zu vermeiden, ist dies notwendig.“

Darüber hinaus müsse sich die Landesregierung sich beim Bund deutlich stärker dafür einsetzen, dass in den von der EU verlangten „roten Gebieten“, in denen die Nitratmesswerte im Grundwasser überwiegend durch jahrzehntealte Stickstoffeinträge hervorgerufen wurden, spätestens von einer neuen Bundesregierung ein Verursacherprinzip auf Basis der heutigen Düngepraxis auf den Höfen eingeführt wird. Hier sei Landwirtschaftsministerin Staudte jetzt gefordert, bekräftigt der Landvolkpräsident. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass wir auf unabsehbare Zeit kollektiv bestraft werden, obwohl sich die heutzutage praktizierte Düngung so weiterentwickelt hat, dass darüber kaum noch Stickstoffverluste in das Grundwasser entweichen. Die Bürokratieflut und unsinnige Bilanzierungsvorschriften ohne Mehrwert für den Gewässerschutz wie die so genannte Stoffstrombilanzierung müssen reduziert beziehungsweise am besten gestrichen werden“, fordert der Landvolkpräsident.

Vom Land fordert der Verband zudem, jetzt endlich die Ertüchtigung des viel zu dünnen Netzes an Grundwassermessstellen ambitionierter in Angriff zu nehmen, damit schnellstmöglich das bestmögliche Abschätzungsverfahren für Nitratbelastungen nach der EU-Nitratrichtlinie zur Verfügung steht. „Als zuständiger Umweltminister muss hier Christian Meyer den ‚Turbo‘ einlegen, wie er es anderer Stelle, zum Beispiel bei der Energiewende, auch immer propagiert“, verlangt Hennies.

Aktuelles aus dem Landesverband

06.03.2026
Aktualisierte Kurzmeldung zur Newcastle-Krankheit
Geflügel

Ende Februar kam es erstmals seit vielen Jahren wieder zu Fällen der Newcastle Disease (ND, sog. Atypische Geflügelpest) bei Nutzgeflügel in Deutschland. Der DBV hat hierzu einen Beitrag in DBVexklusiv veröffentlicht. Sowohl in Bayern als auch Brandenburg breitet sich ND seither weiter aus. In Bayern wurden im Landkreis Erding, nahe München, inzwischen über 100.000 Legehennen gekeult, im Landkreis Mühldorf am Inn 30.000 Masthähnchen, sowie im Landkreis Rottal‑Inn 60.000 Masthähnchen. Die neun im TierSeuchenInformationsSystem hinterlegten bayerischen Fälle liegen teils räumlich rund 50 km auseinander. Die Restriktionsgebiete wurden entsprechend deutlich ausgeweitet. Auch in Brandenburg wurde ein weiterer ND‑Ausbruch bestätigt. In Bestensee im Landkreis Dahme‑Spreewald ist das Virus in einem Legehennenbetrieb mit rund 375.000 Tieren nachgewiesen worden. Weitere Stallungen auf dem Gelände mit 510.000 müssen ebenfalls gekeult werden. Wie bei HPAI greifen auch bei ND unmittelbar strenge Bekämpfungsmaßnahmen. Dazu gehören Sperrzonen, Aufstallungspflichten und umfassende Kontrollen sämtlicher geflügelhaltender Betriebe in den betroffenen Regionen. Die Ukraine hat wegen des ND-Ausbruchs Importsperren für Eintagsküken, Bruteier und Geflügelerzeugnisse verhängt und eine Regionalisierung abgelehnt. Nach Destatis (2025) gingen rund 5,8 Mio. Eintagsküken und 25,1 Mio. Bruteier in die Ukraine – etwa 6,7 % des deutschen Bruteier‑Exports. Der DBV appelliert eindringlich an alle Geflügelhalter, ihre betriebsspezifischen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent zu überprüfen und strikt einzuhalten. Dazu gehören insbesondere eine einwandfreie Stallhygiene, strenge Zugangsbeschränkungen sowie der Schutz vor indirekten Einträgen.

06.03.2026
DBV fordert Reform des Verbandsklagerechts
Geflügel

Anlässlich der ersten Lesung zur Reform des Verbandsklagerechts im Deutschen Bundestag fordert die DBV-Generalsekretärin, Stefanie Sabet, die Bundesregierung auf, das Verbandsklagerecht sowohl im nationalen und europäischen Recht als auch im Rahmen der Vertragsweiterentwicklung der Aarhus- Konvention auf den Prüfstand zu stellen und dem Prinzip „Blockade durch Klage“ endlich ein Ende zu setzen. „Die Betriebe brauchen Rechts- und Planungssicherheit statt Blockade“. Das aktuelle Verbandsklagerecht führe zu erheblichen Verzögerungen bei betrieblichen Entwicklungen. „Es verhindert Planungssicherheit, etwa bei Stallbauten. Für viele Familienbetriebe bedeutet das: Investitionen werden blockiert, Existenzen gefährdet. Daher müssen die Ausschlussregelungen nachgeschärft werden. Die Betriebe brauchen Rechtssicherheit statt potenzieller Klageverfahren. Notwendige Investitionen in der Landwirtschaft dürfen nicht durch überzogene Klagerechte ausgebremst werden“, so Sabet.

06.03.2026
Aktueller Stand GMO Artikel 148
Milch und Rind

In der gestrigen vierten Trilogrunde zur Reform der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) konnten sich die drei EU-Institutionen auf einen vorläufigen Kompromiss einigen. Nach aktuellem Stand sieht der Kompromiss vor, dass schriftliche Lieferverträge zwischen Landwirten und Käufern künftig EU-weit zum Regelfall werden sollen. Welche konkreten Bestandteile diese Verträge enthalten müssen, können die einzelnen EU-Mitgliedstaaten festlegen. Ihnen steht dabei unter bestimmten Voraussetzungen ein sogenanntes Opt-out zu für den sich das Landvolk in den letzten Monaten intensiv eingesetzt hat. Das bedeutet, dass die Länder selbst entscheiden können, welche Elemente (Milchpreis, die Liefermenge, Bezug zu Produktionskosten etc.) verpflichtend in den Verträgen geregelt werden müssen. Die vorläufige Einigung muss noch formell vom Europäischen Parlament und vom Rat bestätigt werden, bevor sie in Kraft treten kann. Detailliertere Regelungen und dessen Auswirkungen werden sich in den nächsten Wochen ergeben.

06.03.2026
Rindermarkt: Rindfleischerzeugung in der EU rückläufig
Milch und Rind

(AMI) Nachdem die Zahl der Rinderschlachtungen in der EU im Jahr 2024 leicht gestiegen war, setzte sich dieser Trend im Folgejahr nicht fort. So wurden von Januar bis Dezember 2025 rund 21,1 Mio. Rinder geschlachtet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 5,8 %.

An erster Stelle der europäischen Produzenten stand Frankreich mit 3,8 Mio. geschlachteten Rindern. Mit deutlichem Abstand folgte Deutschland auf dem zweiten Rang. Beide Länder verzeichneten einen starken Rückgang bei der Menge der durchgeführten Schlachtungen. Ähnlich war es in den anderen wichtigen Erzeugerländern. Auch dort kam es durchweg zu Rückgängen der Schlachtzahlen. Die Verringerung der erzeugten Fleischmenge in der EU fiel etwas geringer aus als die der Schlachtungen. Die um 4,2 % gesunkene Produktion deutet auf höhere Schlachtgewichte als im Vorjahr hin. Gründe für die sinkende Rindfleischproduktion in der EU sind unter anderem der anhaltende Strukturwandel. In zahlreichen Ländern nehmen die Bestände seit Jahren ab, da Landwirte die Rinderhaltung aufgeben. Hohe Futter- und Energiekosten führten dazu, dass vielerorts Betriebe geschlossen wurden.

06.03.2026
Jahr der Bäuerin und Internationaler Frauentag
Milch und Rind

(DBV) Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2026 und des von den Vereinten Nationen ausgerufenen „International Year of the Woman Farmer“ veranstaltet der Internationale Weltmilchverband (IDF) am 11. März 2026 von 14:30 Uhr bis 15:30 Uhr ein Webinar, dass den Beitrag und die Expertise von Frauen in der globalen Milchwirtschaft würdigt. Internationale Referentinnen werden Einblicke geben, wie der Milchsektor die Führung von Frauen stärken und die nächste Generation von Landwirtinnen weltweit unterstützen kann. Zum Programm und zur Anmeldung geht es hier. Zudem hat auf nationaler Ebene eine Allianz aus neun Verbänden die Entscheidung der Vereinten Nationen begrüßt und dazu ein Positionspapier mit acht Handlungsfeldern verabschiedet.

06.03.2026
16. Berliner Milchforum 2026 fast ausgebucht
Milch und Rind

(DBV) Das am 12./13. März 2026 im Berliner Titanic Chaussee Hotel stattfindende Berliner Milchforum ist fast ausgebucht. Noch ist eine Anmeldung ist für den zweiten Tag in Präsenz und für die Gesamtveranstaltung (außer Branchentreff am Abend) virtuell möglich. Am ersten Tag startet die Veranstaltung mit einem Debattenformat unter dem Titel „Mehr. Wert. Milch – Wer zahlt, wer zählt?“, in dem Vertreter aus Land- und Molkereiwirtschaft, Handel und QM-Milch die Wertschöpfungskette beleuchten. Am 13. März 2026 findet vormittags eine Vortragsreihe zu den Themen Milchmarkt, Ernährungstrends und Stallbauinnovation statt und am Nachmittag diskutieren Vertreter aus Politik, Verbänden und Praxis auf dem Podium das Thema „Versprochen – gehalten? Ein Jahr neue Bundesregierung“. Zur Anmeldung für die noch verfügbaren Plätze und zum Programm geht es hier.

06.03.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

(AMI, ZMB) Die Milchanlieferung in Deutschland liegt deutlich über dem Vorjahresniveau. In der 8. KW stieg das Milchaufkommen um 0,3 % zur Vorwoche und um 6,1 % zum Vorjahr. Nachfrage nach abgepackter Butter bleibt hoch; die Preise in Kempten lagen am 04.03.2026 bei 3,65- 4,85 €/kg. Kurzfristig werden steigende Molkereiabgabepreise erwartet. Nachfrage nach Blockbutter bleibt hoch, Preise ziehen weiter an- sowohl in den Niederlanden als auch in Kempten. Die Nachfrage nach Schnittkäse ist sehr hoch, das Angebot knapp, und die Preise steigen weiter – besonders für Blockware. Exporte laufen gut, während geringe Lagerbestände den Markt zusätzlich festigen.

Nachfrage nach MMP ist weiter stark, die Werke sind ausgelastet und die Preise steigen. Der Konflikt erhöht Energie – und Logistikkosten, doch das Kaufinteresse bleibt hoch; der schwächere Euro stärkt zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit. Markt für VMP tendiert fester, und es werden höhere Preise erzielt; Kaufinteresse für verschiedene Termine ist vorhanden. Die Lage bei MP ist sehr fest: hohe Nachfrage, knappes Angebot und deutlich steigende Preise.  

06.03.2026
Auf und Ab der Weizenkurse an der Euronext
Pflanzen

(AMI) Ausschreibungen aus Nordafrika und dem Nahen Osten bestätigen das Kaufinteresse am Weltmarkt. Westeuropäischer und US-Weizen stehen jedoch weiterhin unter starkem Konkurrenzdruck aus der Schwarzmeerregion.

Nach ausgeprägten Tagesschwankungen zwischen -4,50 und +4,25 EUR/t schloss der Fronttermin für Weizen am 05.03.2026 mit 196,25 EUR/t etwa 3 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich erreichte der Fronttermin mit 197,50 EUR/t den höchsten Stand seit Anfang August 2025. Der Kontrakt der Ernte 2026 zeigte sich ebenfalls fester und schloss zuletzt bei 208,75 EUR/t, was einem Wochenplus von 6,25 EUR/t entspricht.

Die Entwicklungen im Nahost-Konflikt hatten auf die Pariser Weizenkurse nur begrenzten Einfluss. Deutlichere Auswirkungen zeigte das Kriegsgeschehen hingegen bei den Ölsaaten sowie deren Nachprodukten, insbesondere bei Pflanzenölen. Kursstützend wirkte jedoch der schwache Euro. Eine nachgebende Gemeinschaftswährung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Getreide auf den internationalen Märkten. Der US-Dollar fungierte erneut als sicherer Hafen und legte allein in den vergangenen drei Handelstagen um 1,8 % zu.

Auf der Nachfrageseite zog das Kaufinteresse wichtiger Importländer in den vergangenen Tagen leicht an. Vor allem ägyptische Käufer suchten Weizen zur Lieferung ab April, bevorzugten jedoch weiterhin das im Vergleich zu EU-Weizen günstigere Angebot aus der Schwarzmeerregion. Saudi-Arabien deckte sich zum Wochenbeginn im Rahmen einer internationalen Ausschreibung mit knapp 800.000 t Weizen ein, nachdem zuvor eine Ausschreibung über 655.000 t angekündigt worden war. Der überwiegende Teil der Mengen – voraussichtlich rund 550.000 t – dürfte mit russischem Weizen beliefert werden, ergänzt durch weitere Lieferungen aus der Schwarzmeerregion, unter anderem aus Rumänien.

Auch Algerien soll zum Wochenwechsel eine größere Weizenmenge von rund 400.000 t gekauft haben, eine offizielle Bestätigung steht bislang jedoch aus. Wie bereits bei anderen Ausschreibungen galt westeuropäischer Weizen auch hier als kaum wettbewerbsfähig gegenüber Schwarzmeerherkünften. Gleichwohl entziehen die Ausschreibungen aus Saudi-Arabien und Algerien dem insgesamt gut versorgten Weltmarkt zusammengenommen rund 1,2 Mio. t Weizen.

06.03.2026
Deutsches Brotgetreide tendiert fester
Pflanzen

(AMI) An der ruhigen Marktsituation hat sich kaum etwas verändert. Mühlen ordern nur sehr verhalten und das Exportgeschäft mit Brotgetreide läuft aus Sparflamme. Die heimischen Preise legen auf Wochensicht etwas zu, ex Ernte fällt das Wochenplus deutlicher aus.

Der deutsche Brotgetreidemarkt zeigte sich in der Berichtswoche insgesamt ruhig mit etwas festeren Tendenz, wobei die Entwicklungen regional unterschiedlich ausfielen. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sorgten zwar an den Börsen zeitweise für erhöhte Aufmerksamkeit, hatten bislang jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf den physischen Handel im Inland.

Brotweizen verteuert sich um 2,01 auf 172,73 (161-183) EUR/t und Qualitätsweizen verzeichnet ein Wochenplus von 1,87 auf 177,22 (167-183) EUR/t. In Niedersachsen wurden für B-Weizen 176 (173-186) EUR/t und für A-Weizen 182 (179-189) EUR/t gemeldet. Ex Ernte legt Brotweizen im Bundesschnitt um 6,37 auf 178,76 EUR/t zu. Deutscher Qualitätsweizen verzeichnet das größte Wochenplus mit +7,20 auf 192,93 EUR/t.

Die Nachfrage nach Brotgetreide blieb in weiten Teilen der Bundesrepublik verhalten. Viele Mühlen sind noch immer gut versorgt, teils reichen die Lagerbestände bis zur neuen Ernte, wodurch der kurzfristige Bedarf begrenzt bleibt. Entsprechend bewegten sich die Erzeugerpreise meist stabil bis nur leicht fester. In einzelnen Regionen führte das teilweise verbesserte Preisniveau zu einer höheren Verkaufsbereitschaft auf Erzeugerseite, während die Käuferseite überwiegend abwartend agierte.

Regional kam es zu punktuell lebhafterem Handel, insbesondere dort, wo bestehende Exportverpflichtungen noch zu bedienen waren. Dies galt vor allem für den norddeutschen Küstenraum. Insgesamt blieb das Exportgeschäft jedoch überschaubar, und der erwartete Impuls aus dem Weizenexport ließ auf sich warten.

06.03.2026
Futtergetreidemarkt trotz Börsenimpulsen verhalten
Pflanzen

(AMI) Steigende Börsenkurse sorgen nur begrenzt für Bewegung am Kassamarkt. Gerste und Körnermais profitieren von Exportnachfrage und knapper Verfügbarkeit , das Handelsgeschehen insgesamt bleibt ruhig.

Der deutsche Futtergetreidemarkt zeigt sich trotz der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin vergleichsweise ruhig. An den Börsen ging es hingegen aufwärts. So notiert der neue Juni-Fronttermin für Mais an der Pariser Börse am 05.03.2026 bei 201,75 EUR/t und liegt damit 3 EUR/t über dem Monatsstart an der Börse am 02.03.2025.

Bereits in den Tagen zuvor hatte der Konflikt im Nahen Osten an den Börsen für steigende Kurse gesorgt und damit auch die Preise am heimischen Kassamarkt gestützt. Der zwischenzeitliche Kursauftrieb hat zwar sowohl alterntige Ware aus den Lagern der Erzeuger mobilisiert als auch das Interesse an Vorkontrakten für die neue Ernte belebt. Dennoch bleibt das Handelsgeschehen insgesamt verhalten; es werden lediglich vereinzelte und sporadische Abschlüsse gemeldet. Gleichzeitig warten einige Erzeuger weiterhin ab und setzen auf nachhaltig höhere Preise. Ob sich diese Erwartung erfüllt, ist derzeit offen.

Die Erzeugerpreise für Futterweizen, Futterroggen, Triticale und Futterhafer geben in der aktuellen Situation leicht nach. Eine Ausnahme bilden Futtergerste und Körnermais: Gestützt durch eine anhaltend starke Exportnachfrage beziehungsweise ein knappes Angebot steigen die Preise auf 162,05 und 184,55 EUR/t. Die Nachfrage nach deutscher Gerste bleibt ungebrochen und auch Körnermais bleibt knapp verfügbar, was zunehmend auf die ausbleibenden Importe aus den östlichen Nachbarländern zurückzuführen ist.

In Niedersachsen waren in der Berichtswoche ab Hof für Futtergerste 168 (162-178,5) EUR/t möglich, während Körnermais mit 189,5 (185-210) EUR/t gehandelt wurde. Mit Futterweizen konnten 169 (162-185) EUR/t erzielt werden.