Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

04.05.2026
Praxisseminar: Chancen im Batteriespeicher-Markt nutzen

Landvolk und Landwirtschaftskammer laden am 4. Juni nach Verden ein

Batteriespeicher entwickeln sich rasant zu einem zentralen Baustein der Energiewende – und eröffnen landwirtschaftlichen Betrieben neue wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig stellt sich für viele Betriebe die Frage: Lohnt sich ein Einstieg? Welche Chancen gibt es konkret? Und wie lässt sich ein Projekt erfolgreich umsetzen? Antworten darauf liefert ein praxisnahes Seminar, das das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Landvolkdienste Niedersachsen am 4. Juni 2026 von 9.30 bis 16.30 Uhr im Niedersachsenhof in Verden anbietet.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 3,7 Gigawatt und einer Kapazität von 7,255 Gigawattstunden neu installiert – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Dynamik des Marktes. „Für landwirtschaftliche Betriebe entstehen daraus neue Geschäftsmodelle, sowohl als Vermieter von Flächen als auch als Investoren“, erklärt Silke Foget, die als Rechtsanwältin für Erneuerbare Energien, insbesondere die Bereiche Agri-PV, Batteriespeicher sowie Netzanschluss beim Landvolk Niedersachsen begleitet. Das Seminar richtet sich daher nicht nur gezielt an Betriebe, die landwirtschaftliche Flächen für Batteriespeicher zur Verfügung stellen und vermieten möchten, sondern auch an jene die selbst investieren und einen Speicher errichten und betreiben wollen. Ebenso sind Beraterinnen und Berater angesprochen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Theorie, sondern die konkrete Entscheidungsunterstützung für die Praxis.

Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Überblick über alle zentralen Erfolgsfaktoren von Batteriespeicherprojekten: Von der wirtschaftlichen Bewertung und Vermarktung über Netzanschluss und regulatorische Rahmenbedingungen (EEG/EnWG) bis hin zu Genehmigungsfragen und baurechtlichen Anforderungen. Ergänzt wird dies durch praxisrelevante Themen wie Vertragsgestaltung, Versicherungsfragen sowie Risikobewertung, zum Beispiel im Hinblick auf Brandschutz und Betriebssicherheit. Besonderen Mehrwert bieten auch konkrete Praxisbeispiele aus der landwirtschaftlichen Umsetzung. Dazu zählen Stand-Alone-Speicher in umgenutzten Betriebsgebäuden sowie die Kombination von Agri-Photovoltaik und Batteriespeichern (Co-Location). Damit erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkte Einblicke in bereits realisierte Projekte und deren wirtschaftliche wie technische Rahmenbedingungen. „Ziel ist es, den Teilnehmenden eine realistische Grundlage für Investitions- und Vermietungsentscheidungen zu geben“, heißt es seitens des Landvolks. Gerade angesichts dynamischer gesetzlicher Rahmenbedingungen und eines sich schnell entwickelnden Marktes sei fundiertes Wissen entscheidend für erfolgreiche Projekte.

Die Teilnahmegebühr beträgt 199 Euro brutto pro Person oder 149 Euro für Landvolk- Mitglieder und umfasst Tagungsunterlagen sowie Verpflegung. Anmeldungen sind bis zum 17. Mai 2026 HIER möglich.

30.04.2026
Landwirtschaft und Klimaschutz: Wie gelingt mehr Nachhaltigkeit?

NDR Info-Beitrag mit Landwirtin Rieke Ehlers aus Holtum-Geest

Landwirtin Rieke Ehlers aus unserem Verbandsgebiet spricht in dem NDR Info-Beitrag über regenerative Landwirtschaft und die Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bekommen.

Hört rein: HIER

23.04.2026
Zukunftstag begeistert junge Besucher

Ein Blick hinter die Kulissen moderner Landwirtschaft

Wie sieht moderne Landwirtschaft heute aus und welche Perspektiven bietet sie für die Zukunft? Antworten auf diese Fragen erhielten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Zukunftstags auf vielen engagierten landwirtschaftlichen Betrieben in der Region.

Während Schüler Bjarne seinen Tag bereits früh am Morgen auf dem Hudes Hof begann, sammelten die Schülerinnen Mientje, Lene und Juno auf dem Milchhof Reeßum vielfältige Eindrücke rund um die Milchviehhaltung. Alle konnten den Arbeitsalltag hautnah erleben und selbst mit anpacken: vom Füttern der Tiere über das Melken bis hin zur Aussaat und Einblicken in den Pflanzenbau. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig, verantwortungsvoll und technologisch geprägt die Landwirtschaft heute ist.

„Wir möchten zeigen, wie abwechslungsreich und zukunftsorientiert die Landwirtschaft ist und junge Menschen dafür begeistern“, erklärte Betriebsleiter Jörn Ehlers. Auch Marina Lindhorst-Cordes vom Milchhof Reeßum betonte: „Der Zukunftstag ist eine tolle Gelegenheit, Transparenz zu schaffen und Interesse für die Landwirtschaft zu wecken.“

Besonders die Begegnung mit den Tieren blieb den Jugendlichen in Erinnerung: Bjarne war vor allem von der Arbeit im Stall begeistert, während Mientje, Lene und Juno die Nähe zu den Kühen und Kälbern beeindruckte. Gleichzeitig sorgte der Einsatz moderner Technik auf beiden Höfen für großes Interesse.

Auch der persönliche Bezug spielte eine Rolle: Bjarne interessierte sich schon zuvor für die Natur und landwirtschaftliche Betriebe, während Mientje berichtete, dass ihr Vater früher selbst auf einem Bauernhof gelebt habe, ein Grund für sie, den Zukunftstag auf einem Hof zu verbringen.

Wir möchten uns bei allen Betrieben bedanken, die ihre Hoftore zum Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler öffnen, um jungen Menschen authentische Einblicke in die Landwirtschaft zu ermöglichen. Dieses Engagement ist von großer Bedeutung, denn es fördert das Verständnis für die Herkunft unserer Lebensmittel, stärkt die Verbindung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung.

22.04.2026
Online Seminar zum ANK-Förderprogramm Palu

Förderung der Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden

Das ANK-Förderprogramm Palu fördert deutschlandweit Projekte, die auf eine dauerhafte und weitgehende Wiedervernässung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorböden abzielen. Gleichzeitig unterstützt es Nutzungsformen dieser Flächen unter erhöhten Wasserständen. Ziel ist es, einen dauerhaften und ökologisch nachhaltigen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasemissionen zu leisten und im Idealfall zusätzlich Kohlenstoff in Mooren zu speichern. Das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz bietet ein Online-Seminar mit Informationen zur Förderung am 29.04.2026 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Samantha Faber und Anna Blomenkamp von der Landwirtschaftlichen Rentenbank stellen die Inhalte des Förderprogramms vor und beantworten Fragen der Teilnehmenden. HIER geht es zur Anmeldung.

22.04.2026
Opferraps im Praxistest

Bausteine für einen neuen Pflanzenschutz

Ein milder Frühlingstag, erste gelbe Blüten im Raps und viele Gespräche am Feldrand: Der Feldtag zum „Opferraps-Projekt“ in Langwedel-Daverden begann in angenehmer sachlicher Atmosphäre. Die Teilnehmenden, die Mitte April vor Ort waren, nutzten die Gelegenheit, um praxisnahe Einblicke und Erfahrungen direkt am Feld zu gewinnen.

Zwischen zwei Schlägen, klar gekennzeichnet durch Informationstafeln, stellten die Landwirte Schweder und Rudolf Lüdemann gemeinsam mit Imker Heinrich Kersten ihre Versuchsflächen vor. Zwei Varianten des sogenannten Opferrapses lagen direkt nebeneinander, ergänzt durch eine Referenzfläche. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Insektiziden im Rapsanbau zu reduzieren, nicht theoretisch, sondern unter realen Bedingungen.

Ende 2024 hörte Kersten erstmals von der Idee, nahm Kontakt auf, organisierte eine Informationsveranstaltung. Als es um die konkrete Umsetzung ging, bot Schweder Lüdemann spontan Flächen für einen Versuch an. Im August 2025 wurde ausgesät, inklusive einer erweiterten Variante, die er zusätzlich entwickelte.

Mit der Aussaat begann ein Projekt, das schnell über die Region hinaus Aufmerksamkeit bekam. Fachleute aus verschiedenen Ländern verfolgten die Entwicklung u.a. beim INTERTEK-Webinar „Honey-Day 2025“, Diskussionen wurden geführt, Erfahrungen ausgetauscht. Dennoch blieb der Kern in Daverden bodenständig: Was passiert tatsächlich auf dem Acker? Die Antworten darauf fielen differenziert aus. „Der Raps ist gut geworden, die Beisaat nicht wie erhofft“, erklärte Lüdemann. Gesät wurde in Direktsaat, mit möglichst wenig Bodenbearbeitung, ein Ansatz, der Ressourcen schont, aber stark von Witterung und Standort abhängt. Der heiße Sommer 2025 erschwerte die Entwicklung der Begleitpflanzen, die eigentlich Nährstoffe im Boden binden sollten.

Ein zentrales Thema war der Rapsglanzkäfer. Mehrere Zählungen zeigten, wie dynamisch sich der Befall entwickeln kann. Während zunächst keine kritischen Werte erreicht wurden, stiegen die Zahlen mit Beginn der Blüte deutlich an. Auf einzelnen Pflanzen wurden über 40 Käfer gezählt. Schließlich entschied sich Lüdemann für einen gezielten Insektizideinsatz mit Ausnahme einer Nullparzelle.

Berater Heinrich Romundt ordnete die Situation ein: „Die Schadschwelle ist abhängig vom Entwicklungsstadium des Rapses. Je weiter die Blüte fortgeschritten sei, desto mehr Käfer könnten toleriert werden.“ Gleichzeitig verwies er auf regionale Unterschiede und wechselnde Befallsjahre. „Es gibt viele Parameter, die man berücksichtigen muss“, ergänzte auch Lidea-Beraterin Louisa Rohmeyer.

Genau hier setzt das Opferraps-Konzept an. Es soll ein zusätzlicher Baustein sein, kein Ersatz für alle bestehenden Maßnahmen. Ziel ist eine Pflanzenschutzstrategie, die mit weniger Insektiziden auskommt und gleichzeitig praktikabel bleibt. Für die Beteiligten ist klar, dass es dabei nicht um einfache Lösungen geht.

Warum dieser Aufwand? Für Romundt liegt die Antwort auf der Hand: „Viele Wirkstoffe verlieren an Wirksamkeit, Resistenzen nehmen zu.“ Der Bedarf an Alternativen wächst. Gleichzeitig betont Lüdemann, dass es ihm nicht um einen radikalen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel geht. Im Gegenteil: Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Ansätze. Mechanische Beikrautregulierung und ein gezielter, verantwortungsbewusster Einsatz chemischer Mittel sollen sich sinnvoll ergänzen. An einem simplen Beispiel erläutert er, weshalb ein Schwarz-Weiß-Denken wenig hilfreich ist: „Um pfluglos arbeiten zu können, ist Glyphosat für uns ein wichtiger Baustein.“

Seine Strategie folgt keinem starren Konzept, sondern einem Baukastensystem. Viele kleine Maßnahmen greifen ineinander. Nicht jede funktioniert in jedem Jahr, aber gemeinsam können sie ein stabiles System ergeben. Eines, das nicht nur Ressourcen schont, sondern langfristig auch wirtschaftlich tragfähig bleibt.

So blieb am Ende des Feldtages vor allem ein Eindruck: Landwirtschaftliche Entwicklung verläuft selten geradlinig. Sie besteht aus Versuchen, Anpassungen und manchmal auch Korrekturen. Der Opferraps ist einer dieser Versuche.

16.04.2026
Einschränkung bei den Landvolk-Infobriefen

Behebung in Arbeit

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aufgrund einer komplexen technischen Störung können wir Euch derzeit leider keine Meldungen aus den Landvolk-Infobriefen zur Verfügung stellen. Die Behebung des Problems ist voraussichtlich Anfang bis Mitte Mai abgeschlossen.

Vielen Dank für Euer Verständnis.

14.04.2026
Wenn Inklusion Wurzeln schlägt und auf dem Hof Früchte trägt

Ein Interview mit Rebecca Kleinheitz über das Netzwerk alma

Inklusion ist in der Landwirtschaft kein neues Konzept, sie wurde auf vielen Höfen schon immer ganz selbstverständlich gelebt. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Fähigkeiten, gemeinsames Arbeiten: Was heute oft als innovativer Ansatz beschrieben wird, hat in der Landwirtschaft eine lange Tradition. Genau hier setzt das Netzwerk alma an und entwickelt diese gewachsene Realität weiter.

Rebecca Kleinheitz, Geschäftsführerin des Netzwerks, spricht nicht von Theorie, sondern von gelebter Praxis. Ihr Ansatz ist so simpel wie wirkungsvoll: Menschen und Betriebe zusammenbringen, sodass beide Seiten profitieren. Eine klassische Win-Win-Situation – allerdings eine, die Fingerspitzengefühl braucht. Denn im Hintergrund stehen komplexe Fragen zu Finanzierung, rechtlichen Rahmenbedingungen und individueller Unterstützung. „Es geht nicht darum Behinderte Menschen als günstige Arbeitskräfte auszunutzen“, betont sie, „sondern faire Bedingungen für alle zu schaffen.“

Eine Idee, die gewachsen ist

Die Wurzeln von alma reichen weiter zurück, als man vermuten würde. Erste Impulse entstanden bereits am FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), wo sich zeigte, wie groß der Bedarf an Beratung in diesem Bereich ist. Aus einer Vision wurde ein Verein, später sogar eine Genossenschaft, eine notwendige Weiterentwicklung, um finanzielle Mittel direkt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden: auf die Höfe. Denn das bestehende Sozialrecht sieht in der Regel keine direkte Vergütung landwirtschaftlicher Betriebe vor, finanzielle Mittel richten sich primär an soziale Einrichtungen. Die Genossenschaft fungiert daher als vermittelnde Struktur, um diese Lücke zu schließen.

Die Idee dahinter ist ebenso pragmatisch wie innovativ: Menschen mit Behinderung werden angestellt und über Kooperationsverträge in landwirtschaftliche Betriebe integriert. So entsteht ein System, das nicht nur funktioniert, sondern echte Teilhabe ermöglicht.

Inklusion neu gedacht

Doch was bedeutet Inklusion eigentlich konkret, jenseits von politischen Schlagworten? Für Kleinheitz ist die Antwort klar: „Die Arbeit muss sich an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt.“ Ein Ansatz, der nicht nur inklusiv ist, sondern grundsätzlich sinnvoll erscheint. Denn wer die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt, schafft oft bessere Arbeitsbedingungen für alle.

Gerade die Landwirtschaft bietet dafür einen fruchtbaren Boden. Kaum ein Berufsfeld ist so vielfältig, so sinnstiftend und so unmittelbar erfahrbar. Hier wird Arbeit sichtbar: Pflanzen wachsen, Tiere werden versorgt, Abläufe greifen ineinander. Diese direkte Rückmeldung stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und ist ein zentraler Faktor, gerade für Menschen, die im klassischen Arbeitsmarkt oft übersehen werden.

Überraschend normal

Ein häufiges Aha-Erlebnis für die teilnehmenden Betriebe: Inklusion fühlt sich oft viel weniger „anders“ an, als erwartet. Anfangs herrscht Unsicherheit – Was darf ich? Was muss ich beachten? Doch Missverständnisse lösen sich schnell auf, etwa die Sorge, ständig begleiten zu müssen. In den meisten Fällen arbeiten Menschen mit Behinderung nach einer sorgfältigen Einweisung auch selbstständig. Gleichzeitig entstehen neue Strukturen, so werden Arbeitsabläufe klarer und Kommunikation bewusster. Veränderungen, die letztlich dem gesamten Betrieb zugutekommen.

Mehr als ein Arbeitsplatz

Für die Menschen selbst bedeutet die Arbeit auf dem Hof weit mehr als nur Beschäftigung. Sie schafft Identität, Stolz und Zugehörigkeit. „Der Job spielt in unserer Gesellschaft eine enorme Rolle“, sagt Kleinheitz. „Und genau das spüren wir hier auch.“ Die Rückmeldungen sind durchweg positiv, unabhängig davon, ob jemand langfristig in der Landwirtschaft bleibt oder neue Wege einschlägt.

Zwischen Vision und Realität

Trotz aller Erfolge bleibt der Weg herausfordernd. Strukturelle Hürden, insbesondere bei der Finanzierung, bremsen die Entwicklung. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland noch hinter Ländern wie den Niederlanden zurück, wo bessere Rahmenbedingungen bestehen.

Die Vision von alma ist deshalb klar: Eine Gesellschaft, die den sozialen Mehrwert solcher Modelle nicht nur erkennt, sondern bewusst wertschätzt und die damit verbundene Mehrleistung auch entsprechend honoriert. In der verstanden wird, dass Inklusion kein „Zusatz“ ist, sondern ein Beitrag zum Gemeinwohl, der Ressourcen, Zeit und Engagement erfordert. Und in der genau dafür tragfähige Rahmenbedingungen geschaffen werden, sodass Vielfalt nicht nur mitgedacht, sondern selbstverständlich gelebt werden kann.

Und was können wir tun?

Veränderung beginnt bei uns allen - im Kleinen und ganz konkret. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten: beim Pendeln unterstützen, Strukturen mitdenken oder kreative Lösungen finden, wie die Person, die mit Fotos einem tauben Mitarbeiter den Arbeitsalltag erleichtert hat. Es sind genau diese individuellen Impulse, die deutlich machen: Inklusion ist keine abstrakte Aufgabe, sondern eine, die wir gemeinsam gestalten.

Am Ende bleibt ein Gedanke, der nachwirkt: Die Landwirtschaft stellt sich seit jeher eine zentrale Frage: Was braucht es, damit Wachstum möglich wird? Vielleicht ist genau das auch die entscheidende Frage für unsere Gesellschaft.

14.04.2026
Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

Landvolk fordert schnelle politische Maßnahmen zur Sicherung der Landwirtschaft

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend. Das Landvolk Niedersachsen fordert daher kurzfristige Entlastungen und strukturelle politische Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

„Um die aktuell höchst schwierige Situation der Landwirte zu entschärfen, muss dringend gehandelt werden“, betont Landvolkpräsident Holger Hennies. Das im Koalitionsausschuss am 12. April beschlossene Energiesofortprogramm mit einer Absenkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter für zwei Monate sei ein wichtiger Schritt, den das Landvolk ausdrücklich begrüßt. „Für die landwirtschaftlichen Betriebe reicht diese Maßnahme jedoch bei weitem nicht aus. Es braucht weitere gezielte Entlastungen, um die stark gestiegenen Betriebskosten wirksam abzufedern.“ Neben einer temporären Aussetzung oder einer Absenkung der Abgaben könnte eine Erstattungsregelung für Landwirtschaft und Transportwesen kurzfristig und zielgenau Abhilfe schaffen.

Zugleich sieht das Landvolk vor allem die Entwicklung am Düngermarkt als zentrales Risiko für den Pflanzenanbau. „Beim Dünger sprechen wir inzwischen von einem strukturellen Problem, das viele Betriebe im Sommer und Herbst vor existenzielle Entscheidungen stellen wird und sich kurzfristig kaum lösen lässt“, erklärt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. Steigende Energiepreise, internationale Handelswege und geopolitische Unsicherheiten treiben die Kosten weiter in die Höhe.

Das Landvolk fordert daher neben der kurzfristigen Entlastung beim Dieselpreis auch mittel- und langfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Energie- und Gaspreise sowie eine zeitweise Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus, um die europäische Düngemittelproduktion zu sichern.

Weiterhin spiegelt die Kostenentwicklung für Verbraucher bislang nicht die Entwicklung an den Erzeugermärkten wider. „Die Preisentwicklung zeigt deutlich, dass die landwirtschaftlichen Betriebe zwischen steigenden Produktionskosten und stabil hohen Verbraucherpreisen aufgerieben werden“, kritisiert Hennies. Während die Erzeugerpreise nach der Pandemie wieder auf Vor-Corona-Niveau gesunken sind, blieben die Verbraucherpreise im Lebensmitteleinzelhandel weiterhin hoch. Landwirtschaftliche Betriebe profitieren somit nicht von den steigenden Lebensmittelpreisen. Diese Entwicklung lässt sich anhand der Zahlen des Bundesstatistikamtes (Destatis) ablesen. Für Verbraucher sind Getreideprodukte seit 2020 gut 40 Prozent teurer geworden, Erzeuger erhalten für ihr Getreide jedoch nur etwa 3 Prozent mehr.

Westphale ergänzt: „Die entscheidende Frage ist, wie die steigenden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette so verteilt werden können, dass landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich arbeiten können und die Versorgungssicherheit erhalten bleibt.“ Ein Blick auf die Preise entlang der Kette zeige, dass die Markt- und Machtstrukturen im Energie- und Lebensmittelsektor dringend überprüft werden müssen.

Als ein weiterer Aspekt sei in diesem Zusammenhang die nationalen Versorgungssicherheit zu nennen, sagt Hennies. Dazu gehöre auch die Verfügbarkeit von Düngemitteln für die Nahrungsmittelproduktion. „Rund 60 Prozent des Stickstoffdüngers in Niedersachsen stammen aus Tierhaltung und Biogasanlagen“, betont der Landvolk-Präsident. Ein politisch forcierter Abbau der Tierhaltung gefährde die Resilienz der Landwirtschaft somit auch indirekt. Regional geschlossene Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft seien nur mit Tierhaltung möglich.

Das Landvolk Niedersachsen fordert die Politik auf, jetzt entschlossen zu handeln, um die wirtschaftliche Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und die heimische Lebensmittelproduktion langfristig zu erhalten.

02.04.2026
Immer mehr Frauen finden ihren Weg in die Landwirtschaft

Landvolk-Podcast: Sonderstaffel zum UN-Jahr der Landwirtin

In der ersten Folge der neuen Podcast-Staffel stehen zwei Generationen der Landwirtschaft im Mittelpunkt: die Auszubildende Clara Freudenstein und ihre Ausbilderin Sandra Sohnrey. Gemeinsam geben sie Moderatorin Wibke Langehenke Einblicke in ihren Weg in die Branche, beleuchten Entwicklungen im Berufsbild und diskutieren Zukunftsperspektiven – insbesondere für Frauen.

Clara Freudenstein absolviert derzeit ihr drittes Lehrjahr zur Landwirtin auf dem Milchviehbetrieb von Sandra Sohnrey bei Göttingen. Aufgewachsen ist sie auf einem Ackerbaubetrieb, den sie perspektivisch übernehmen möchte. Die Entscheidung für die Ausbildung sei bewusst gefallen – vor allem, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Besonders der Wechsel auf einen Milchviehbetrieb habe ihr neue Perspektiven eröffnet. „Man lernt Dinge, die man von zu Hause nicht kennt“, beschreibt sie die Vielfalt der Ausbildung.

Ausbilderin Sandra Sohnrey blickt auf langjährige Erfahrung zurück. Seit 2010 bildet ihr Betrieb aus – zunehmend auch Frauen. Sie beobachtet, dass weibliche Auszubildende heute selbstverständlicher ihren Platz in der Landwirtschaft einnehmen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sieht sie vor allem in der Kommunikation und im Umgang mit Tieren. Der Vergleich zwischen früher und heute zeigt: Während sich die Ausbildungsinhalte kaum verändert haben, ist die Rolle der Frauen im Wandel. „Immer mehr junge Frauen trauen sich zu, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig einen Betrieb zu leiten“, lobt Sohnrey die Entwicklung.

Dennoch bleiben Herausforderungen. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fehlende Planungssicherheit und politische Rahmenbedingungen beschäftigen beide Gesprächspartnerinnen. Besonders kritisch sehen sie den fehlenden Mutterschutz für Selbstständige sowie kurzfristige Gesetzesänderungen und mangelnde Verlässlichkeit in der Agrarpolitik.

Für ihre eigene Zukunft plant Freudenstein nach der Ausbildung ein Studium und möglicherweise Auslandserfahrung. Langfristig sieht sie sich auf dem elterlichen Betrieb. Trotz bestehender Unsicherheiten überwiegt bei ihr die Motivation: „Wenn man Freude an der Arbeit hat, ist vieles machbar.“

Die Podcast-Staffel wird im Laufe des Jahres weitere Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft beleuchten – von Hofübernahme über Betriebsführung bis hin zu unterschiedlichen Lebensmodellen in der Landwirtschaft. HIER auf Spotify hören.

Den Podcast gibt es seit genau einem Jahr. Am 2. April 2025 ging die erste Folge online, und seitdem freut sich das Landvolk über viele spannende Themen und blicken motiviert auf weitere Staffeln und Themenbereiche.

30.03.2026
Wolf: Endlich kann Niedersachsen nun handeln

Bundesrat beschließt mit Änderung des Bundesjagdgesetzes das Wolfsmanagement

Nach jahrelanger Diskussion hat der Bundesrat am heutigen Freitag, 27. März 2026, der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. „Damit wird der Wolf erstmals bundesweit jagdbar, und die Länder erhalten endlich mehr Handlungsspielraum für ein aktives Bestandsmanagement“, zeigt sich Jörn Ehlers, Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement und Landvolk-Vizepräsident, sichtlich erleichtert.

Für Niedersachsen ist dies ein entscheidender Moment: „Unsere Weidetierhalter haben lange auf klare Regeln gewartet, um ihre Tiere wirksam vor Wolfsangriffen zu schützen. Endlich wurden die Sorgen der Menschen vor Ort gehört“, betont Ehlers. „Die Entscheidung des Bundesrates ist ein wichtiger Schritt hin zu einem praxisnahen Wolfsmanagement in Niedersachsen.“ Das Gesetz tritt voraussichtlich im April 2026 in Kraft.

Die Gesetzesänderung sieht mehrere Bejagungsmechanismen vor: Abschüsse nach behördlicher Maßgabe, bei wirtschaftlichem Schaden oder im Rahmen eines Managementplans. Dabei berücksichtigt das Gesetz den Erhaltungszustand der Wolfspopulation – günstig oder ungünstig – und definiert klare Grenzen für die Schonzeit.

In Niedersachsen muss nun ein Wolfsmanagementplan erstellt werden. Das Landwirtschaftsministerium plant künftig die zentrale Zuständigkeit zu übernehmen, während die bisherigen Unteren Jagdbehörden der Landkreise vorerst noch Verantwortung tragen. Ziel ist, Weidetierhalter konkret zu entlasten und rechtlich klare Handlungsoptionen zu schaffen, insbesondere in Gebieten, in denen wolfsabweisende Zäune nicht zumutbar sind.

„Jetzt geht es darum, die Regeln schnell und praxistauglich umzusetzen. Nur so können wir den Schutz von Weidetieren sichern und gleichzeitig den Arten- und Landschaftsschutz verantwortungsvoll gestalten“, sagt Ehlers. Mit der Neuregelung haben Niedersachsen und seine Weidetierhalter nun die Möglichkeit, aktiv und vorausschauend auf die wachsende Wolfspopulation zu reagieren, nachdem ihre Anliegen über Jahre hinweg kaum Gehör fanden. „Unsere Weidetierhalter können endlich Hoffnung schöpfen und etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken“, sieht Ehlers das jahrelange Engagement endlich positiv bestätigt.

Aktuelles aus dem Landesverband

10.04.2026
Milchmarkt
Milch und Rind

(AMI, ZMB) In KW 13 war der übliche saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland unterbrochen. Das Milchaufkommen der Molkereien ging ggü. der Vorwoche um 0,3 % zurück, wodurch der Zuwachs zur Vorjahreslinie auf 6,2 % schrumpfte. Nachfrage nach abgepackter Butter war vor Ostern stark, Impulse werden durch die Spargelsaison erwartet. Am Blockbuttermarkt herrscht Ruhe, Nachfrage gering. Blockbutterpreise sind gesunken: Kempten 4,20 – 4,45 €/kg), während Sahne wieder teurer wird. Schnittkäsenachfrage war vor Ostern hoch und Bestände knapp. Jetzt läuft der Markt ruhige, während aus Südeuropa mehr Bedarf kommt. Logistik bleibt wegen des Iran-Konflikts unsicher. Die Erlöse bleiben stabil auf höherem Niveau.

MMP-Markt ruhig; wenig neue Abschlüsse und viele Kontrakte sind bereits gedeckt. Preise haben nach dem starken Anstieg im März wieder etwas nachgegeben, sowohl für Lebensmittel- als auch für Futtermittelware. VMP-Markt ruhig; Nachfrage ist schwach, kaum neue Abschlüsse. Preisbewegungen kaum erkennbar. MP-Markt bleibt fest: Lebensmittelware teurer, Futtermittelware schwächer.

10.04.2026
Globale Weizenbilanz: Produktion rauf, Verbrauch runter
Pflanzen

(AMI) – Trotz deutlich gekürzter Verbrauchsschätzung erwartet das USDA für 2025/26 nochmals höhere globale Weizenendbestände. Vor allem größere Ernten in Russland und der EU sorgen für eine weiterhin komfortable Versorgungslage.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine April-Schätzung zur globalen Weizenbilanz 2025/26 erneut angepasst. Während die weltweite Weizenerzeugung nach oben revidiert wurde, fiel die Korrektur beim Verbrauch deutlich nach unten aus. Dennoch dürften die Endbestände weiter steigen. Insgesamt bleibt die globale Weizenversorgung damit mehr als komfortabel.

Die globale Weizenerzeugung 2025/26 veranschlagt das USDA aktuell auf 844,15 Mio. t. Gegenüber der Vormonatsprognose entspricht dies einer Anhebung um über 2,03 Mio. t. Maßgeblich hierfür sind höhere Ernteschätzungen für Russland und die EU. Demnach soll die EU in der laufenden Saison rund 145,11 Mio. t Weizen geerntet haben, was einer Aufwärtskorrektur von 1,11 Mio. t entspricht. Für Russland wird die Weizenernte nun auf 90,30 (+0,80) Mio. t geschätzt. Bei anderen wichtigen Erzeugerländern wie China, Indien, den USA oder Kanada hält das USDA an den März-Schätzungen fest.

Deutlich nach unten angepasst wurde hingegen die Prognose für den globalen Weizenverbrauch 2025/26. Dieser wurde um 4,80 auf 815,86 Mio. t gekürzt. Trotz der Revision würde der Verbrauch damit weiterhin ein Allzeithoch erreichen und um mehr als 15 Mio. t über dem Vorjahresniveau liegen.

10.04.2026
Weizenkurse in Paris geben nach
Pflanzen

(AMI) Die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten drückt die Weizennotierungen. Sinkende Kurse verbessern zwar die EU-Exportchancen, das globale Angebot bleibt jedoch reichlich.

An der Pariser Terminbörse bewegten sich die Weizennotierungen in der feiertagsbedingt verkürzten Berichtswoche abwärts. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 09.04.2026 bei 195,50 EUR/t und lag damit um 7 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Gleichzeitig fiel die Notierung damit erstmals seit vier Wochen wieder unter die Marke von 200 EUR/t. Der September-Kontrakt verzeichnete das gleiche Wochenminus schloss zuletzt bei 204,75 EUR/t.

Belastet wurden die Weizennotierungen zuletzt vor allem durch die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten. Mit der Kriegsunterbrechung steigen die Erwartungen auf eine geringere Störung der Energieversorgung und sinkende Düngemittelpreise. Zudem ist die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freigegeben, erste Öltanker passierten die Meerenge bereits seit Beginn der Waffenruhe.

Gleichwohl bleibt die Marktstimmung von Unsicherheit geprägt, da sich die geopolitische Lage im Nahen Osten jederzeit wieder zuspitzen kann. Die Waffenruhe im Iran nährte zudem Hoffnungen auf eine Belebung der internationalen Getreidenachfrage. Viele Abnehmer hatten ihre Käufe aufgrund der seit Kriegsbeginn stark gestiegenen Preise zuletzt zurückgestellt.

Die rückläufigen Weizennotierungen kommen unterdessen den EU-Exportaussichten zugute. Mit niedrigeren Preisen verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Herkunftsländern, insbesondere gegenüber Anbietern aus der Schwarzmeerregion. Das globale Angebot bleibt jedoch weiterhin reichlich, zumal die Ernte 2026 zunehmend in den Fokus rückt. Russland, weltweit führender Weizenexporteur, verfügt angesichts der zuletzt verhaltenen Nachfrage noch über umfangreiche Lagerbestände. Zudem dürfte das Land nach Angaben von Argus im laufenden Jahr rund 88,7 Mio. t Weizen produzieren, nachdem zuvor von einer Erntemenge von 86,5 Mio. t ausgegangen worden war.

Unterdessen exportierte die Europäische Union im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 05.04.2026 insgesamt rund 18,00 Mio. t Weichweizen und damit mehr als im Vorjahreszeitraum (16,79 Mio. t). Wichtigstes Abnehmerland bleibt Marokko, gefolgt von Ägypten und Saudi-Arabien.

10.04.2026
Brotgetreidepreise geben nach – auch ex Ernte
Pflanzen

(AMI) Sinkende Erzeugerpreise, bedarfsorientierte Nachfrage und Unsicherheiten auf globaler Ebene bestimmen aktuell das Marktgeschehen. Impulse bleiben rar, die Entwicklung hängt zunehmend von Börsen und Geopolitik ab.

Der deutsche Markt für Brotgetreide präsentiert sich weiterhin ruhig und von Zurückhaltung geprägt. Die zuletzt schwächeren Weizennotierungen an der Pariser Börse wirken zwar belastend, konnten bislang jedoch nur begrenzt auf die Kassapreise am heimischen Markt durchschlagen. In mehreren Regionen behaupten sich die Weizenpreise noch auf Vorwochenniveau. Dies gilt insbesondere dort, wo Unsicherheiten hinsichtlich der Proteingehalte infolge eingeschränkter Stickstoffdüngung bestehen.

Im Bundesmittel verfehlen die Brotgetreidepreise auf Erzeugerstufe allerdings allesamt das Vorwochenniveau. Das größte Wochenminus verzeichnet Eliteweizen mit 2,67 auf 181,20 (175-190) EUR/t, Qualitätsweizen vergünstigt sich hingegen um 1,83 auf 174,77 (170-185) EUR/t frei Erfasserlager. Brotweizen liegt mit 171,21 (164-179) EUR/t im Mittel rund 1,02 EUR/t unter Vorwoche und Brotroggen büßt 0,96 auf 148,77 (138-158) EUR/t an Wert ein. In der Vorwoche waren in Niedersachsen ab Hof für A-Weizen noch 179 (175-185) EUR/t möglich.

Ex Ernte geht es ebenfalls abwärts. So werden für Qualitätsweizen der kommenden Ernte mit 187,76 EUR/t im Durchschnitt rund 3,05 EUR/t weniger verlangt. Für Eliteweizen werden mit 199,08 EUR/t hingegen gut 2 EUR/t weniger aufgerufen. Brotweizen verfehlt mit 179,16 EUR/t das Vorwochenniveau um knapp 1,40 EUR/t und Brotroggen der neuen Ernte verzeichnet ein Wochenminus von 1,45 auf 154,76 EUR/t.

Die Nachfrage nach Brotgetreide bleibt insgesamt verhalten. Mühlenbetriebe sind überwiegend gut versorgt und decken sich aktuell nur bedarfsorientiert ein. Nennenswerte Impulse aus dem Exportgeschäft bleiben aus, auch wenn einzelne Weizenverladungen über die norddeutschen Häfen gemeldet werden. Auf Erzeugerseite stehen weiterhin umfangreiche alterntige Bestände zur Verfügung. Die Verkaufsbereitschaft ist grundsätzlich vorhanden, Abschlüsse erfolgen jedoch meist nur bei kurzfristigen Preisspitzen. Die ausgeprägte Volatilität an den Terminmärkten aufgrund der Entwicklungen im Nahen Osten sorgt für zusätzliche Verunsicherung, sodass ein Teil der Mengen voraussichtlich in die neue Saison übergehen dürfte.

Auf den Feldern präsentieren sich die Bestände bundesweit überwiegend in gutem Zustand. Die jüngsten Niederschläge haben die Wasserversorgung gesichert, während die weiterhin kühlen, insbesondere nächtlichen Temperaturen, das Wachstum noch bremsen. Kurzfristig ergeben sich daraus keine Ertragsrisiken, wenngleich mit Blick auf mögliche wärmere Bedingungen eine gewisse Unsicherheit bestehen bleibt.

Insgesamt bleibt der Markt für Brotgetreide kurzfristig impulsarm. Die weitere Preisentwicklung dürfte maßgeblich von der internationalen Börsentendenz, der geopolitischen Lage sowie von neuen Ertrags- und Qualitätsabschätzungen zur kommenden Ernte bestimmt werden.

10.04.2026
Unsicheres Umfeld bremst den Handel mit Raps
Pflanzen

(AMI) Die anhaltende Unsicherheit rund um den Nahen Osten sowie steigende Frachtkosten sorgen für Zurückhaltung am Rapsmarkt und begrenzen die Handelsaktivität. Dabei konnten sich die Erzeugerpreise entgegen den rückläufigen Vorgaben des Terminmarktes zuletzt befestigen.

Die Rapskurse an der Pariser Börse bleiben auch weiterhin volatil, konnten das Vorwochenniveau insgesamt jedoch nicht halten. So schloss der Fronttermin am 09.04.2026 bei 497 EUR/t und verzeichnet damit auf Wochensicht ein Minus von rund 8,75 EUR/t. Auch Partien der Ernte 2026 tendieren schwächer. Der August 26-Kontrakt schloss mit 491,50 EUR/t rund 8 EUR/t niedriger. Dabei bleiben auch weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten im Fokus. Die Unsicherheit rund um die Straße am Hormus bleibt bestehen. Vor diesem Hintergrund bleibt es am Rapsmarkt weiterhin ruhig. Neben der verkürzten Feiertagswoche begrenzen dabei auch die steigenden Frachtkosten den Handel. Das Minus an der Pariser Börse schlägt sich dabei auch auf Großhandelsebene nieder. So sind franko Hamburg mit 512 EUR/t zur Lieferung ab Mai rund 7 EUR/t weniger möglich. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein, welche sich ebenfalls um 7 auf 504 EUR/t vergünstigen. Für Vorkontrakte der Ernte 2026 werden bis zu 515 EUR/t in Aussicht gestellt. Auf Erzeugerebene geht es entgegen den schwächeren Vorgaben der Pariser Börse dagegen aufwärts. Im Bundesdurchschnitt sind für Partien der Ernte 2025 zuletzt 480,70 EUR/t möglich und damit 1,30 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 455-500 EUR/t. Auch Vorkontrakte der Ernte 2026 können sich frei Erfasserlager behaupten und werden mit 469,10 (435-500) EUR/t rund 1,50 EUR/t teurer angeboten.

Dabei bleibt die Abgabebereitschaft der Erzeuger angesichts der volatilen Notierungen an der Pariser Börse weiterhin gering. Zusätzlich erschweren die gestiegenen Fracht- und Düngerkosten eine wirtschaftlich tragfähige Kalkulation.

10.04.2026
Planmäßige Frühkartoffelgeschäfte
Pflanzen

(AMI) Der deutsche LEH stellte wie üblich seine Sortimente um. Die Preise für importierte Frühkartoffeln verändern sich kaum, auch wenn Kosten gestiegen sind. Logistische Herausforderungen werden gemeistert. Es herrscht eine verhaltene Zuversicht unter den Anbietern.

Die frühen Anbieter von Speisefrühkartoffeln am deutschen Markt sind mit dem Saisonbeginn weitgehend zufrieden. Auch wenn die Absatzmengen mit Spargelkartoffeln nie sonderlich groß sind, durch den frühen Saisoneinstieg ist ein erstes Angebot gut geräumt. Die Woche nach Ostern ist wohl etwas ruhiger, in der zweiten Aprilhälfte nimmt der Absatz dann aber wieder an Fahrt auf. Es ist absehbar, dass dann erste Ketten anfangen, zumindest regional die Premiumsortimente in den drei Kochtypten auf importierte Frühkartoffeln umzustellen. Ab dieser Woche ist neben Ägypten auch Israel in einem Discounter mit Spargelkartoffeln präsent und die Anbieter erwarten kommende Woche den Einstieg ins Vollsortiment.

An den Preisen hat sich seit Beginn der Vermarktung kaum etwas geändert. So gibt es Frühkartoffeln aus Ägypten für rund 70,00 EUR/dt franko Packbetrieb und für Lieferungen aus Israel etwa 5,00 EUR/dt mehr. Es herrscht eine gewisse Spannung, weil der hiesige Einkauf die Frühkartoffelpreise mit den billigen Lagerkartoffeln vergleicht, die Importeure aber die schon niedrigeren Preise als im Vorjahr mit höheren Kosten belastet sehen.

Für den weiteren Verlauf sind Frühkartoffelanbieter zuversichtlich. Die Geschäfte mit dem LEH laufen absehbar planmäßig an. Die Lage in Spanien könnte etwas zusätzliche Luft verschaffen und die Ernte in Deutschland wird wohl nicht wieder so massiv auf einmal in der dritten Junidekade am Markt sein, wie 2025

09.04.2026
Landvolk-Rindfleischausschuss
Milch und Rind

Am Donnerstag, den 09.04.26 tagte der Ausschuss für Rindfleischerzeugung des Landvolk Niedersachsen in Hannover. Unter Leitung des Vorsitzenden Felix Müller verschafften sich die Ausschussmitglieder einen Überblick über die aktuelle Marktlage, das Tierseuchengeschehen und EU-Themen. Gemeinsam mit einem Gastreferenten von Synetics wurde zum Thema Beef on Dairy-Kreuzungen diskutiert. Dabei standen der Erfahrungsaustausch und die Fragestellung, wie der Spagat zwischen den Anforderungen von Milchviehhaltern und Bullenmästern gemeistert werden kann, im Fokus. Eine Gastreferentin von vit erläuterte die Möglichkeiten und Grenzen der elektronischen Tierkennzeichnung und des digitalen Rinderpasses. Des Weiteren debattierten die Ausschussmitglieder über eine mögliche staatliche Tierhaltungskennzeichnung für Rindfleisch analog zur Kennzeichnung von Schweinefleisch. Hier war das Votum der Mitglieder eindeutig: ein staatliches Tierhaltungskennzeichnungsgesetz für Rindfleisch wird vom Ausschuss abgelehnt; der Fokus soll auf der Gestaltung der privatwirtschaftlichen Haltungsformkennzeichnung gelegt werden.

09.04.2026
Ausschreibung Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2027: Jetzt bewerben!
Öko-Landbau

(DBV) Seit dem 01. April können sich Bio-Betriebe wieder für den jährlichen Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau bewerben. Gesucht werden zukunftsweisende, innovative Betriebs­konzepte, die sich in der Praxis bewährt haben. Die Konzepte können den gesamten Betrieb umfassen oder besondere Lösungen für Teil­bereiche beinhalten – etwa in der Tierhaltung, im Natur- und Ressourcenschutz oder im Energiemanagement.
Eine unabhängige Jury wählt die drei Sieger-Betriebe aus, die jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro erhalten. Zusätzlich gibt es für jeden ausgezeichneten Betrieb einen pro­fessionellen Imagefilm für die eigene Öffentlichkeitsarbeit.
Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026.

Weitere Infos und Anmeldung unter: https://www.oekolandbau.de/aktuelles/bundeswettbewerb-oekologischer-landbau/

09.04.2026
Kommission stellt KI-Instrument („TraceMap“) zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug und Risiken in der Lebensmittelkette vor
Öko-Landbau

(DBV) Die Europäische Kommission hat eine neue Plattform für künstliche Intelligenz (KI), „TraceMap“, vor-gestellt, um die Aufdeckung von Lebensmittelbetrug, konta­minierten Lebensmitteln und lebensmittelbedingten Krank­heitsausbrüchen in der gesamten EU zu beschleunigen. Mithilfe der KI wird „TraceMap“…
…die gesamte Agrar- und Lebensmittel-Lieferkette überwachen, sobald ein Risiko festgestellt wurde, was einen schnelleren Rückruf unsicherer oder betrügerischer Produkte ermöglicht.
…durch vereinfachten Zugang zu kritischen Daten und ihre Analyse Risikobewertungen für die Lebensmittelsicherheit verbessern.
…Verbindungen zwischen Wirtschaftsakteuren und Lieferungen schnell erkennen