(FLI) Derzeit steigen die Zahlen von Geflügelpestausbrüchen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus H5N1, insbesondere bei kleinen Tierhaltungen in mehreren Bundesländern. Ursächlich hierfür waren mindestens drei Geflügelausstellungen und der dort stattfindende Verkauf von Rassegeflügel. Besonders betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer Rasse- und Hobbygeflügelschau Ende November in Demmin, die zu Streuungen im Lande selbst, aber auch nach Schleswig-Holstein und Ostwestfalen führte. Einen weiteren Fokus bildet Thüringen. Diese Geschehen scheinen noch nicht abgeschlossen zu sein und haben bereits erhebliche Verluste im Bestand seltener Geflügelrassen verursacht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist zusätzlich zu seiner Risikoeinschätzung vom 8. November nochmals ausdrücklich auf das hohe Eintragsrisiko des Geflügelpestvirus H5N1 durch Verschleppung zwischen Haltungen sowie die Verbreitung über Geflügelschauen hin. Es besteht weiterhin ein hohes Risiko für die Ausbreitung des Geflügelpestvirus H5N1 bei Wildvögeln sowie die Übertragung auf Geflügel und andere gehaltene Vögel. Tierhalterinnen und Tierhalter sollten unabhängig von der Größe der Geflügel- oder Vogelhaltung unbedingt die Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und gegebenenfalls verbessern. Die Veranstaltung weiterer Ausstellungen von Rassegeflügel sollte angesichts der genannten Seuchengeschehen bis auf weiteres ausgesetzt werden.
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Aktuelles aus dem Kreisverband
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16.12.2022
Frankreich: Erste Kostenschätzung für Impfstoff gegen Geflügelpest Geflügel
In Frankreich haben Tierärzte in Abstimmung mit Erzeugerorganisationen die ersten Schätzungen zu Kosten einer Geflügelpestimpfung erarbeitet. Demnach würde der jährliche finanzielle Aufwand zwischen 30 Mio. Euro und 400 Mio. Euro betragen. Bei der Untergrenze würde sich der Einsatz des Impfstoffs auf wenige Hochrisikogebiete beschränken; die Obergrenze legt eine landesweite Impfkampagne zugrunde. Die Kosten beinhalten den Impfstoff, die Arbeitskräfte sowie Kontrollen.
Gleichwohl zeigen sich die beiden Geflügelpest-Impfstoffhersteller, Ceva Santé Animale und Boehringer Ingelheim zuversichtlich über die Wirksamkeit der derzeit in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe. Allerdings werden entsprechende Vorlaufzeiten zur Aufnahme der Produktion benötigt. Derzeit wird der Impfstoff von Ceva vom französischen Amt für Gesundheit getestet. Sollte es zu einer kurzfristigen Genehmigung kommen, könnte die Massenproduktion laut Ceva aber nicht vor September 2023 anlaufen.
16.12.2022
EU-Chile: Neue Einfuhrquoten für Geflügelfleisch Geflügel
Die EU und Chile haben ihr bestehendes Handelsabkommen überarbeitet. Die Einfuhrquoten für Fleisch werden zukünftig etwas erhöht.
Vor allem für die Einfuhr von Geflügelfleisch aus Chile kommt es zu Änderungen. Bisher wurde die Einfuhrquote jährlich um 10 Prozent angehoben, was auf Seiten der EU als zu unsichere Grundlage kritisiert wurde. Zukünftig soll es eine feste Einfuhrquote ohne jährliche Steigerung geben. Damit gesteht die EU Chile eine zusätzliche Einfuhrquote für 9.000 t Geflügelfleisch zu, die nach drei Jahren um noch einmal 9.000 t erhöht wird. Außerdem kommen 2.000 t Rindfleisch und 9.000 t Schweinefleisch für den Import in die EU hinzu.
16.12.2022
Regionaler Marktkommentar Pflanzen
Die schwache Tendenz des niedersächsischen Getreidemarktes hält auch in dieser Woche weiter an. Es ist von wenig Handelsaktivität mit nur sporadischen, kleineren Mengen die Rede. Sehr guter Qualitätsweizen wird weiterhin gesucht – das Angebot ist allerdings gering. Futtergerste wird laut Händleraussagen nahezu überhaupt nicht gefragt. Neben geringen Exporten scheinen sich die sinkenden Sauen- und Ferkelbestände bereits bemerkbar zu machen. Generell geht es ruhig zu am gesamten Futtergetreidemarkt. Schwache Börsenkurse zogen die Kassapreise etwas mit nach unten. Es ist davon auszugehen, dass sich in den letzten Wochen des Jahres keine grundlegenden Änderungen beim Handel ergeben. Der zuletzt immer als „ruhig“ beschriebene Kartoffelmarkt wird unter Marktteilnehmern mittlerweile zum Teil als „zu ruhig“ eingestuft. Immerhin kann davon ausgegangen werden, dass sich die Preise in den Januar hinein stabil halten. Die Qualität der Kartoffeln scheint aktuell sehr heterogen zu sein. Wurmfraß und Wachstumsrisse führen zu höheren Absortierungsquoten. Die kalten Temperaturen haben hingegen einen positiven Einfluss auf die Lagerbedingungen. Im Verarbeitungssektor der Kartoffeln halten sich die Preise ebenfalls stabil. Allerdings wird fast ausschließlich Kontraktware verarbeitet und die Nachfrage nach freier Ware ist kaum vorhanden.
16.12.2022
Großhandelspreise für Futtergetreide fester Pflanzen
(AMI) Lebhaftes Vorkontraktgeschäft mit Mischfutter kurbelt die Nachfrage der Hersteller zwar an, aber unzureichende Logistik, schwankende Kurse und mangelndes Angebot bremsen die Umsätze.
Der Futtergetreidemarkt ist kaum lebhafter als der Brotgetreidemarkt, auch wenn die Mischfutterhersteller doch mehr Kaufinteresse zeigen als die Mühlen. Der deutlich belebtere Abschluss von Mischfutterkontrakten der Landwirtschaft hat auch den Bedarf der Verarbeiter angeheizt. Aber da sich das meiste in den Liefermonaten 2023 abspielt, ist vorerst die Nachfrage nach diesen „fernen“ Positionen verhalten. So reduziert sich das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller auf den nötigsten Bedarf, wobei Abschlüsse sehr häufig an den unterschiedlichen Preisvorstellungen scheitern. Außerdem drängt sich das Problem mit der Logistik in den Vordergrund und mit dem ohnehin schon limitierten Frachtraum, den zusätzlichen Ausfällen der Fahrer sowie dem Niedrigwasser auf den Binnenwasserwegen spielen mehr Faktoren eine Rolle als der übliche Winterbeginn.
Der Preisrückgang auf Erzeugerstufe ist im Vergleich zu den Börsenkursen eher moderat. Das kann auch daran liegen, an welchem Tag die Preiserfassung in den Regionen gelaufen ist, denn starke Kursschwankungen führen so zu unterschiedlichen Tendenzen. Außerdem zeigen die Großhandelspreise eine gänzliche andere Richtung, nämlich nach oben. Am 14.12.22 wurden der AMI mit 281 (250-317) EUR/t gegenüber Vorwochenlinie rund 2,50 EUR/t niedrigere Futterweizenpreise gemeldet. Gerste verlor mit 254,60 (230-259) EUR/t gut 1 EUR/t, Mais mit 294 (265-310) EUR/t indes knapp 2 EUR/t. Triticale legte um 2,30 auf 262,50 (230-311) EUR/t zu.
Auf Großhandelsebene zeichnen sich das knappe Angebot, die unzulängliche Logistik und der Absatz von Mischfutter deutlicher ab. Die Maispreise legten gegenüber Vorwoche um 4 auf 317 EUR/t franko Südoldenburg zu, am Oberrhein wird von 310 EUR/t gesprochen, franko Niederlande von 315 EUR/t. Futtergerste verteuerte sich um 2 auf 289 EUR/t franko Westdeutschland und auf 287 EUR/t franko Niederlande. Futterweizen wird hüben wie drüben mit 312 EUR/t nahe Vorwochenlinie bewertet.

16.12.2022
Getreide: Schwankende Kurse, uneinheitliche Preisentwicklungen Pflanzen
(AMI) Die schwankenden Weizenkurse mit insgesamt schwächerer Tendenz zeigen unterschiedliche Wirkung am Kassamarkt. So weisen einige Regionen höhere Preise als in der Vorwoche aus, andere niedrigere. Auch die Reaktion der Erzeuger auf die Schwankungen sind uneinheitlich. Einige haben prompte Ware verkauft und Vorkontrakte ex Ernte 23 abgeschlossen, um sich das aktuelle Preisniveau zu sichern, andere warten weiter ab und hoffen auf Tendenzwechsel im kommenden Jahr. Insgesamt sind die Aktivitäten der Marktteilnehmenden aber gering und so wird der Weizenmarkt ruhig in die Weihnachtsferien gehen. Mühlen sind wenig am Markt und fragen ohne Druck nach Lieferungen ab Februar 23. Es kommen kaum Umsätze zustande, da die Preisvorstellungen der Käufer und Verkäufer weiter nicht passen.
Nach wie vor bestimmen die Entwicklungen in der Ukraine die Marktpreise. Befürchtungen, dass die Getreideverladungen wieder ins Stocken geraten könnten, wurden vom Stromausfall in Odessa befeuert. Zudem bleibt die russische Konkurrenz am Weltmarkt präsent. Auch die zunehmenden Probleme mit der Logistik beschäftigen die Marktteilnehmer mehr als gewünscht. Krankheitsbedingt fehlende Fahrer, der seit Herbst ohnehin limitierte Frachtraum und jetzt noch die Kleinwasserzuschläge erschweren die Aktivitäten. Auch der Wintereinbruch verlangsamt das Geschäft. Auf der anderen Seite lenken die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen den Blick auf den Zustand der Kulturen. Da nicht überall eine schützende Schneedecke liegt, rückt die Gefahr von Auswinterungsverlusten in den Fokus.
Auf Erzeugerstufe hat Qualitätsweizen zur sofortigen Lieferung im Bundesdurchschnitt knapp 1,70 EUR/t gegenüber Vorwoche zugelegt, Brotweizen indes 0,50 EUR/t verloren. Für Brotroggen sollen 4 EUR/t mehr genannt worden sein, während Braugerste über 3 EUR/t nachgab.

16.12.2022
Düngerpreise 2023 Pflanzen
(Reuters / DBV) Nach einem Jahr mit schwankenden Preisen für landwirtschaftliche Betriebsmittel ist für 2023 ein „normales“ Jahr hinsichtlich Düngemittel- und Pestizidkosten zu erwarten. Dies sagte Andre Dias, der Geschäftsführer Lateinamerika des kanadischen Düngemittelherstellers Nutrien, zu Reuters. „Der Krieg in der Ukraine weckte alle möglichen Erwartungen in Bezug auf eine Verknappung der Produkte. Nach dem Mai begannen die Preise zu sinken“, sagte er. Die Betriebsmittelkosten hätten sich bereits wieder halbiert. Brasilien, das rund 85 Prozent seines Düngerbedarfs importiert, stehe 2022 vor Herausforderungen bei den Produktpreisen, so Dias. Doch 2023 werde ein normaleres Jahr mit weniger Volatilität als 2022 sein, mit einem „ruhigeren“ Markt. Dias bekräftigte zudem die Pläne des Unternehmens, in Brasilien durch Akquisitionen und organische Expansionen zu wachsen, angesichts der Landwirtschaft des Landes und der Konsolidierungsmöglichkeiten. In den vergangenen drei Jahren hat Nutrien bereits acht Unternehmen in Brasilien übernommen, von denen sieben Einzelhändler für landwirtschaftliche Betriebsmittel sind. Im Jahr 2022 investierte Nutrien sogar 500 Millionen US-Dollar in Brasilien, einschließlich der Übernahmen der Unternehmen.
16.12.2022
Rapspreise frei Erfasser in 22 und 23 identisch Pflanzen
(AMI) Ohne nennenswerte Nachfrage geben die deutschen Rapspreise weiter erheblich nach, während am Terminmarkt die Kurse bereits wieder aufwärts zeigen.
Der größte Druck kommt weiterhin von der geringen Nachfrage. Zwar gibt es auch vergleichsweise wenig physisches Angebot, aber die Versorgungsbilanzen sprechen von reichlich Ware. Wenn diese nicht stetig abgerufen und verarbeitet wird, baut sich Angebotsüberhang auf. Davon ist aber auch nichts zu spüren, denn die immensen Preisunterschiede zwischen der jetzigen Ware und noch vor einem Monat lassen Lagerhalter nur schweren Herzens verkaufen. So ist auch das Angebot am Kassamarkt aus heimischer Erzeugung gering. Auch die Rohstofflieferungen vom Weltmarkt in die EU verliert an Fahrt, während allerdings stetig Nachprodukte geliefert werden. Der Anteil an ukrainischen Herkünften bleibt dabei immens. So hat sich die Liefermenge an Sojabohnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum knapp vervierfacht, an Sonnenblumenkernen verhundertfacht. Anstelle der 11.142 t, die von Juli bis Mitte Dezember 2022 in die EU geliefert wurden, waren es 2022 rund 1.207.147 t.
Im Vergleich zur Vorwoche sind die Großhandelspreise für Lieferungen ab Januar 23 um 7 auf 565 EUR/t reduziert worden. Ex Ernte werden aktuell mit 568 rund 6 EUR/t weniger genannt. Das unterscheidet die Großhandelsstufe von der Erzeugerstufe, wo die Gebote ex Ernte 23 für Raps kaum nachgegeben haben und aktuell mit 542 (520-565) EUR/t nahezu identisch sind mit den 543,40 (520-560) EUR/t, die bundesweit für prompten Raps genannt werden. Damit haben dies Partien allerdings knapp 11 EUR/t zur Vorwoche verloren. Deutlich schwächer tendieren auch die Erzeugerpreise für Sojabohnen, die in Bayern nur noch mit 522 (Vorwoche: 530) EUR/t bewertet werden.

16.12.2022
Kartoffelmarkt international: Lebhafte Ausfuhren der Niederlande Pflanzen
(AMI) Die Nachfrage nach Kartoffel aus den Niederlanden ist im Ausland aktuell groß und das Geschäft läuft demnach sehr gut. Im Inland ist die Nachfrage am Kassamarkt noch sehr zurückhaltend, dazu passt das kleinere Angebot.
Das Interesse der Kartoffelverarbeiter an freien Mengen fällt in den Niederlanden immer noch sehr begrenzt aus. Der größte Teil des Angebots aus Zwischenlagern ist geräumt, womit das Angebot kleiner geworden ist. Zudem ist die Verkaufsbereitschaft der Frittenrohstofferzeuger zum Jahreswechsel traditionell eher gering. Die Fabriken verarbeiten immer noch unter Vollauslastung, nutzen dafür aber fast ausschließlich Vertragsware. Das Preisniveau ist stabil bis leicht befestigt.
PotatoNL notierte für Verarbeitungsrohstoff, der im Nahbereich verwertet wird, in dieser Woche zwischen 21,00 und 28,00 EUR/dt für die Kategorie 1 und damit 0,50 EUR/dt mehr. Für die Kategorie 2 wurde erneut eine Preisspanne zwischen 25,00 und 26,00 EUR/dt notiert.
Exportgeschäft
Für Packer und Exporteure läuft es aktuell sehr gut, denn die Nachfrage ist deutlich gestiegen, so VTA. Die Nachfrage nach Speisekartoffeln hat sowohl aus Übersee als auch innerhalb der EU zugenommen. Auch in afrikanischen Ländern wird die Nachfrage noch mindestens bis zum Jahresbeginn bestehen bleiben. Nach dem Januar könnte dort aber dann auf lokale Ernten zurückgegriffen werden. Die Verkäufe in den Nahen Osten und die Karibik laufen ebenfalls weiterhin gut. In Osteuropa werden gerne rotschalige Kartoffelsorten eingekauft. Die Exportnachfrage nach Frittenrohstoff ist ungebrochen. In Europa zeigen vor allem die südlichen Länder Interesse daran. Spanien ist vor allem an Agria interessiert.
Für den Export notierte PotatoNL zwischen 22,00 und 23,50 EUR/dt und damit 0,25 EUR/dt mehr als in der Woche zuvor.
