Einziges Thema bei volatilen Kursen und hohem Vermarktungsstand ist momentan der Beginn der Wintergerstenernte in Deutschland. Nach der Hitze Mitte Juni war bereits von Anfang Juli gesprochen worden, mit der Kühle und den teils starken Regenfällen ist der Termin jetzt wieder nach hinten gerückt. So erlangt die Wettervorhersagen eine noch entscheidendere Rolle. So wie es derzeit aussieht werden erster Druscharbeiten auf den leichten Böden wohl erst in zwei Wochen starten können. Abhängig ist das aber von den tatsächlichen Niederschlägen in den jeweiligen Regionen. Denn noch hat es nicht überall ausreichend geregnet. Was allerdings teils überreichlich ausfiel war Hagel, so dass punktuell in Bayern einige Felder regelrecht dem Erdboden gleichgemacht worden waren. Neben den Wettervorhersagen wird der Marktentwicklung nur wenig Beachtung geschenkt. Allenfalls allerletzte Kleinstmengen werden von der Mischfutterindustrie, das allerdings nach wie vor flott, aufgenommen. Damit ist die Halmgetreideernte 2020 Geschichte. Mais läuft weiterhin auf Kontrakt, Neugeschäft sind aber auch hier äußerst selten geworden, es ist kaum noch etwas da. Daher gibt es auch dafür kaum noch belastbare Erzeugerpreise am Markt. Und die nächste Ernte ist noch in weiter Ferne und wird vorerst auch noch nicht besprochen. Dafür sind die Signale von den Terminmärkten zu widersprüchlich. In Deutschland gaben die Erzeugerpreise um einen Euro nach. Die anderen Futtergetreidepreise haben etwas mehr an Wert eingebüßt. Hinsichtlich der Gebote für Partien ex Ernte haben sich die Gebote indes kaum verändert. Hinsichtlich der neuen Ernte sind durchaus uneinheitliche Preisentwicklungen auf Großhandelsstufe zu beobachten.
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24.06.2021
Brotgetreide: Regen kühlt die Terminmärkte Pflanzen
Von einem Brotgetreidemarkt kann nicht mehr gesprochen werden, es gibt kein Neugeschäft mit Partien der Ernte 2020 mehr. Erzeuger winken ab, obwohl sicherlich die eine oder andere Partien noch im Lager schlummert. Aber es macht jetzt kaum noch Sinn diese in die nächste Saison zu retten. Und auf weitere Ernteverzögerung zu warten, ist hochspekulativ. Es wird ganz sicher nicht zum üblichen Zeitpunkt losgehen, aber die bislang von den Marktteilnehmern eingeplanten 14 Tage sind ein akzeptierter Richtwert. Und sollte es hierzulande noch viel später werden, in Frankreich laufen die ersten Drescher, regional zwar gebremst von den Unwettern. Vorerst nur Wintergerste, aber ganz bald auch Weizen. Der könnte in allergrößter Not Versorgungslücken in Deutschland auch stopfen, so dass eine erneute Preishausse nicht sehr wahrscheinlich ist. Es sei denn, das Wetter spielt in den kommenden Wochen überhaupt nicht mehr mit. Von den Terminbörsen kommen auch wenig Impulse, Aufreger schon gar nicht. Vergleichsweise statisch verlief die Kursentwicklung in den vergangenen Tagen, Paris punktete mit 0,25 EUR/t Zugewinn zum Vorwochenschlusskurs und hat sich um den Mittelwert von 206,75 EUR/t nicht einmal 2 EUR/t in die eine oder andere Richtung bewegt. Das spiegeln auch die Großhandelspreise wider, die für alterntige Brotweizenlieferungen zumeist unverändert sind, ohne dass jedoch Geschäft dahinter stünde. Auf Erzeugerstufe entwickelten sich die Brotgetreidepreise uneinheitlich, was vor allem der geringen Handelsaktivität und den damit nominellen Preismeldungen geschuldet ist. So kann grob überschlagen von stabilen, leicht schwächer tendieren Brotgetreidepreisen gesprochen werden und das für beide Ernten. Nur in Westdeutschland erfuhren die Brotweizenpreise eine größere Korrektur nach unten.
23.06.2021
Grundsatzrede von Rukwied zum Deutschen Bauerntag Schwein
In seiner Grundsatzrede beim heutigen Deutschen Bauerntag betonte DBV-Präsident Joachim Rukwied die Bedeutung der Landwirtschaft in der Corona-Krise: „Wir Bauern waren in der Pandemie Garant für eine zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und haben damit die soziale Stabilität in unserem Land sichergestellt. Deshalb braucht Landwirtschaft eine Zukunft in Deutschland, sonst wird dieses Land keine Zukunft haben“, so Rukwied. Gleichzeitig müsse die Lebensmittelerzeugung mit so viel Artenvielfalt, Klima- und Umweltschutz verbunden werden wie möglich.
Zudem sei der Umbau der Tierhaltung angestoßen: „Diesen Zukunftsweg gehen wir mit“, sagte Rukwied. Jetzt ist jedoch die Politik am Zug und muss für eine konkrete Finanzierung und das passende Bau- und Genehmigungsrecht sorgen. „Bei aller Bereitschaft zur Veränderung muss allen bewusst sein: Wirklich zukunftsfähig ist unsere Landwirtschaft am Ende nur, wenn sie auch wettbewerbsfähig ist.“
Unter dem Motto des Bauerntags „Zukunft Landwirtschaft“ forderte Rukwied, das Zukunftskonzept des Deutschen Bauernverbandes in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen. Darin und in den Kernanliegen zur Bundestagswahl schlägt der DBV u.a vor, den Schutz der Grundlagen der menschlichen Ernährung und des Klimas ins Grundgesetz aufzunehmen. Ein weiteres Ziel ist es, gemeinsame Produktionsstandards im Markt zu entwickeln. Außerdem müssen beim Klimaschutz die Leistungen der Land- und Forstwirtschaft honoriert werden.
23.06.2021
Änderung beim Baurecht nur für Sauenhalter Schwein
Gestern (22.06.) hat der Bundestagsausschuss für Bau und Wohnen dem Kompromiss zur Änderung des Baugesetzes zugestimmt, über den voraussichtlich der Bundestag morgen und der Bundesrat am 25.6. abstimmen wird. Die vorgesehene Neuregelung betrifft allerdings nur Anlagen zur Haltung von Jungsauen und Sauen, die infolge der Änderung des Baugesetzbuchs von 2013 ihre baurechtliche Privilegierung im Außenbereich verloren haben. Für diese Ställe soll nunmehr ein Bestandsschutz gelten. Das bedeutet, dass Umbauten, die zur Anpassung an die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung dienen, zulässig sind. Voraussetzung ist, dass der Tierbestand nicht erhöht wird.
23.06.2021
Beringmeier zum Schlachtschweine-Preisverfall: Kein Verständnis für das Einkaufsverhalten des Handels Schwein
Der Preisverfall für Schlachtschweine sorgt für massive Kritik. „Die stark gestiegenen Anforderungen an Tierwohl und hohen Produktionskosten setzten die Betriebe wie selten zuvor unter Druck“, erklärte DBV-Veredlungspräsident Hubertus Beringmeier. Dies sei so nicht hinnehmbar! Die Bauern sind zu vielem bereit und setzen sich auf den Höfen – sowohl im Umwelt- als auch im Tierschutz – mit ständig steigenden Anforderungen auseinander. Im Widerspruch dazu stehen die sinkenden Erlöse, welche die Betriebe enorm belasten. „Es fehlen 20 Euro an jedem Schwein und wir haben einen Punkt erreicht, wo der Frust über das fehlende Einkommen auf den Höfen so groß ist, dass wir mit starken Strukturveränderungen zu Lasten der kleinen Betriebe, sowohl in der Schlachtwirtschaft als auch in der Landwirtschaft zu rechnen haben“, so Beringmeier. Resultierend daraus kommt die Ware zunehmend aus dem Ausland. Die steigenden Tierschutzstandards in Deutschland verlieren so auf dem EU-Binnenmarkt den Anschluss. Beringmeier macht deutlich: „Wir erwarten hier von den nachgelagerten Stufen Verantwortung und Unterstützung für die deutschen Schweinehalter und die längst überfällige Einführung einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung!“
Deutschland hat als großer Verbraucher von Schweinefleisch jahrzehntelang Spitzenpositionen im europäischen Preisvergleich eingenommen. Nun bilden die hiesigen Schweinepreise das Schlusslicht im europäischen Vergleich. Auswirkungen wie das knappe Angebot an Schlachtschweinen, die laufende Fußballeuropameisterschaft und das gute Grillwetter bieten beste Voraussetzungen für einen steigenden Markt, stattdessen stürzen die Preise weiter ab. „Ich fordere den Handel dringend auf, sich von dem preisgetriebenen Einkaufsverhalten abzuwenden und sich glaubwürdig zum Erhalt der Tierhaltung in Deutschland zu bekennen“, so Beringmeier.
18.06.2021
Faire Marktpreise bei Produkten aus GV-freier Fütterung gefordert Geflügel
Anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) am Dienstag, 15.06.2021 machte die Geflügelwirtschaft auf den massiven Kostendruck bei den Geflügel- und Eiererzeugern aufgrund der Tatsache, dass sich die Preise für gentechnikfreies Soja zuletzt nahezu verdoppelt haben, aufmerksam. Die deutlich gestiegenen Futterkosten müssen mit fairen Preisen ausgeglichen werden, um auch weiterhin Eier und Geflügelfleisch mit dem Label „Ohne Gentechnik“ anbieten zu können.
ZDG-Geschäftsführer Dr. Thomas Janning betont: „Auf diesem Preisniveau ist eine Hähnchen-, Putenfleisch- und Eiererzeugung für ein Angebot gentechnikfreier Produkte nicht mehr zu leisten. Die Prämienaufschläge beim Einkauf von gentechnikfreiem Soja haben sich binnen eines Jahres nahezu verdreifacht. Viele Geflügelhalter sind in tiefer Sorge um ihre Existenz. Diese dramatische Situation beim Futter muss daher schnellstmöglich zu fairen Verbraucherpreisen für Geflügelfleisch und Eier ohne Gentechnik führen! Die massiv gestiegenen Prämienaufschläge für gentechnikfreies Soja in der Mastgeflügel- und Legehennenfütterung müssen in der Wertschöpfungskette erwirtschaftet und von Handel sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern angemessen honoriert werden. Ohne faire Preise werden die großen Anstrengungen der deutschen Geflügelwirtschaft für ein gentechnikfreies Angebot unterlaufen und damit die Versorgung des Marktes mit derartigen Produkten in Frage gestellt.“ Die deutsche Geflügelwirtschaft hat als erste Branche bei tierischen Produkten auf den Einsatz von nicht-gentechnisch verwendetem Soja gesetzt. Eier, Hähnchen- und Putenfleisch aus gentechnikfreier Fütterung sind anders als bei anderen tierischen Erzeugnissen heute Standard in deutschen Supermarktregalen.
18.06.2021
Hitzestress für Tiere vermeiden: ML appelliert an Halter von Nutz- und Haustieren Geflügel
(ML) Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) an die Tierhalter, für Schatten bzw. Kühlung und ausreichend Wasser zu sorgen.
In der Nutztierhaltung reagiert insbesondere Geflügel sensibel auf die hohen Außentemperaturen vor allem bei hoher Luftfeuchte. Das ML verweist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die „Merkblätter zur Vermeidung von Hitzestress bei Geflügel“. Die Merkblätter, die in Zusammenarbeit mit Tierhaltern, Geflügelfachtierärzten und Vertretern der niedersächsischen Veterinärbehörden erarbeitet wurden, sind verfügbar unter:
So ist es aktuell besonders wichtig, laufend die Stalltechnik zu überwachen und die Tiere intensiv zu betreuen. Auch die zeitliche Verlagerung der Fütterung in die kühleren Abend- und Nachtstunden ist bei vielen Tierarten sinnvoll.
Tierhalter, die Rinder, Schafe oder Pferde auf der Weide halten, sollten bei starker Sonneneinstrahlung für einen Unterstand und Zugang zu ausreichend Wasser sorgen. Beachtet werden sollte auch, dass bei Hitze die Futtergrundlage auf der Weide abnimmt und die Tiere so unter Umständen zugefüttert werden müssen.


