Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

Aktuelles aus dem Landesverband

11.06.2021
Belgien: Urteile zum Fipronil-Skandal
Geflügel

2017 hatten mit Fipronil belastete Eier für Schlagzeilen und Marktverwerfungen gesorgt. Jetzt wurde das Urteil über die Verantwortlichen gesprochen. Vier Jahre nach dem Skandal um giftiges Fipronil in Hühnereiern ist in Belgien einer der Hauptverdächtigen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Jahre der Strafe wurden zur Bewährung ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Der heute 49 Jahre alte Angeklagte hatte nach Feststellung des zuständigen Gerichts in Antwerpen vor Jahren ein „Wundermittel“ gegen den in Hühnerställen verbreiteten Schädling Rote Vogelmilbe auf den Markt gebracht. Das Produkt enthielt jedoch verbotenerweise das Gift Fipronil, das anschließend in Eiern nachgewiesen wurde.

Wegen des Skandals im Sommer 2017 mussten Millionen in der ganzen EU ausgelieferte Eier vernichtet werden, auch in Deutschland. Hunderte Hühnerfarmen wurden zeitweise gesperrt, vor allem in Belgien und den Niederlanden.

Fipronil ist als Mittel zur Schädlingsbekämpfung zugelassen, allerdings nicht in der Lebensmittelproduktion. Das Gift gilt als gesundheitsschädlich. Die damals nachgewiesenen Mengen waren allerdings meist relativ gering.

Ein erster Verdachtsfall war in Belgien im Juni 2017 bekannt geworden. Die Behörden standen heftig in der Kritik, weil dies erst Wochen später über das europäische Schnellwarnsystem an die übrigen EU-Länder weitergegeben worden war. Im Laufe der Ermittlungen wurde deutlich, dass das giftige Mittel schon Monate, wenn nicht Jahre vorher eingesetzt worden war.

11.06.2021
Netzwerk Fokus Tierwohl Geflügel
Geflügel

Am Mittwoch tagte der Expertenbeirat Geflügel im Projekt: „Fortschritte mit Kompetenz und Spezialwissen für eine tierwohlgerechte, umweltschonende und nachhaltige Nutztierhaltung“. Sehr anschaulich dokumentiert der Imagefilmbeitrag „Netzwerk Fokus Tierwohl: Praxiswissen für eine tierwohlgerechte und nachhaltige Nutztierhaltung“ dieses Projekt:

https://fokus-tierwohl.de/de/ueber-das-netzwerk

Für den Sektor Wassergeflügel und Pute wünscht der Expertenbeirat eine Erweiterung.

11.06.2021
Bundestag: Tierarzneimittelgesetz
Geflügel

Der gegen das Votum des DBV und der praktischen Tierärzteschaft von der Bundesregierung kurzfristig vorgelegte Regierungsentwurf eines Tierarzneimittelgesetzes (TMG) war am Montag, den 07.06.2021, Gegenstand einer Anhörung im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages. Mit dem Gesetzesentwurf will die Bundesregierung die nationalen Vorschriften zu Tierarzneimitteln getrennt vom allgemeinen Arzneimittelgesetz (AMG) zusammenführen. Unter den angehörten Sachverständigen gab es hierzu unterschiedliche Meinungen – wobei weder DBV noch ZDG eingeladen worden waren.

Der DBV hatte, wie auch die Tierärzteschaft, trotz extrem kurzer Frist eine detaillierte Stellungnahme abgegeben und auf die sich abzeichnenden Probleme und Rechtsunsicherheiten verwiesen sowie auf eine Vertagung plädiert.

Gegenstand der Anhörung war auch ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Diese verlangte, den Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung zu verringern. Konkret sollten die Anwendung des Wirkstoffs Colistin sowie aller weiterer Reserveantibiotika gesetzlich ausgeschlossen werden. Tierhaltungssysteme seien zudem so umzubauen, dass die Gesundheit der Tiere ohne die Anwendung von Antibiotika gewährleistet ist. Dafür seien tiergerechte Haltungssysteme, ausreichend Platz und Freilandzugang essenziell, heißt es im Antrag.

11.06.2021
Raps: Preisauftrieb ohne Ware
Pflanzen

Der umsatzschwache Rapsmarkt ist geprägt von scharfem Preisauftrieb. Impulse kommen dabei nur noch von den Terminmärkten; steigende Rohöl-, Pflanzenöl-, Soja- und Canolakurse unterstützen. Für allerletzte Partien werden in Deutschland 619 EUR/t franko bezahlt. Auch die Erzeuger können in der 23. KW mehr für ihren Raps erzielen. Trotz bester Wuchsbedingungen und vielversprechender Pflanzenentwicklung tendieren die Kontraktpreise fest. Viele Erzeuger haben einen großen Teil der nächsten Rapsernte bereits verkauft, daher kommen wenige Umsätze zustande. Der Vermarktungsstand für die Ernte 2021 ist ungewöhnlich hoch, für Raps melden Handelsunternehmen einen Anteil von bis zu 60 % der potenziellen Ernte. Angesichts der derzeit hochsommerlich warmen und trockenen Witterung und des regionalen Starkregens bzw. der Gewitter werden vorerst keine weiteren Risiken eingegangen, die Abgabebereitschaft ruht.

11.06.2021
Kartoffeln: Preisdruck bei Sackware
Pflanzen

Mit steigender Anzahl von Anbietern und deren Angebot an abgesackten Speisefrühkartoffeln für Wochen- und Großmärkte ist Preisdruck aufgekommen. Packware ist unterdessen preisstabil, sie wird dosiert an den Markt geführt, zumal keine großen noch zu disponierenden Mengen mehr gesehen werden und das hiesige Angebot gerade erst mit Reifeförderung für den Verkauf in ein paar Wochen vorbereitet wird. Nur noch wenig zu disponieren gibt es auch für Frittenrohstoff aus Deutschland oder den Niederlanden, der eher im Preis fest tendiert, wohingegen Belgier und Franzosen scheinbar noch etwas mehr verkaufen müssen. Warmes Wetter macht zudem der Lagerqualität zu schaffen.

11.06.2021
Brotgetreide: Alt- und neuerntige Braugerste auf einem Niveau
Pflanzen

Brotgetreide stößt kaum noch auf Anschlussbedarf der Mühlen, sie sollen bereits gut gedeckt sein. Dennoch lassen sich Restmengen an alterntigen Partien mühelos platzieren. Das Angebot wird zusehends knapper, da auch die Läger der Handelsunternehmen weitgehend geräumt sind. Hinsichtlich der kommenden Ernte wurden zwischenzeitlich etwas aktiver Kontrakte abgeschlossen, aber mit dem Rückwärtsgang der Notierungen, aber auch vor dem bevorstehenden USDA-Monatsbericht wird aktuell weniger gehandelt. Nach den Spitzenpreisen zu Wochenbeginn haben die Gebote nachgegeben, bleiben damit aber über Vorwochenlinie. Das trifft auch auf die Erzeugerpreise zu. Allerdings kommen kaum noch Meldungen zusammen. Der Fokus liegt auch beim Brotgetreide eindeutig auf Kontrakten der neuen Ernte. Brotgetreide legte gegenüber Vorwoche teils deutlich zu und rückt damit etwas näher an das Niveau der alten Ernte. Brotroggen wird weiterhin vernachlässigt, nach der regen Bestandsdeckung im Vormonat, ist es nun am Kassamarkt wieder ruhiger geworden. Alterntiger Brotroggen wird in sehr begrenzten Mengen nur noch sporadisch gehandelt. Die Großhandelspreise sackten für prompte Partien leicht unter Vorwochenlinie ab. Braugerste ist ebenfalls aus dem Fokus gerutscht. Erzeuger sind mit dem Zustand ihrer Sommergerstenbestände durchaus zufrieden, wollen aber keine weiteren Vorkontrakte abschließen, da sie in den Monaten zuvor schon mehr als sonst verkauft haben. Aktuell werden noch Spitzenpreise frei Erfasserlager von 205 EUR/t gemeldet und damit nahezu genau so viel wie für prompte, alterntige Braugerste, für die allerdings nur noch nominelle Preismeldungen eingehen. Auf Großhandelsstufe sind die Niveaus gegenüber Vorwoche gesenkt worden, wobei sich der Abstand zwischen Geld- und Briefkursen vergrößert hat.

11.06.2021
Futtergetreide: Neue Ernte weiterhin im Aufwind
Pflanzen

Der Handel mit alterntigem Getreide spielt kaum noch eine Rolle. Vereinzelt entscheiden sich viehhaltende Betriebe dazu absehbare Übermengen an Futtergetreide zu verkaufen. Für Futterweizen, -gerste und Mais waren in der 23. KW erneut mehr zu erzielen als noch in der Vorwoche. Das liegt daran, dass die Nachfrage nach Futtergetreide einfach nicht abreißt. Die Mischfutterhersteller in den Veredlungsregionen haben immer noch Bedarf bis zum Anschluss an die neue Ernte und sind durchaus bereit, für kleinere Mengen vergleichsweise hohe Preise zu zahlen. Auch wenn der Fokus längst auf Partien der nächsten Ernte liegt, werden auch immer wieder alterntige Partien gesucht. Die aufgrund des äußerst knappen Angebotes bereits heraufgesetzten Forderungen werden dabei glatt bewilligt. Vor allem Gerste wurde zuletzt wieder vermehrt nachgefragt, sodass Erzeuger im Schnitt mit 212,50 EUR/t rund 5 EUR/t mehr erzielten als in der Vorwoche und so 50 % mehr als noch zu Beginn des Wirtschaftsjahres. Dieses Niveau konnte allerdings im Zuge der zuletzt schwächeren Börsenkurse nicht ganz gehalten werden. Während Gerste der Ernte 2020 einen durchaus volatilen Preisverlauf aufweist, zeigten sich die Gebote ex Ernte zuletzt eher statisch. Die Erzeuger verstehen die Welt nicht mehr: die Ernteprognosen werden angehoben, die Feldbestandsentwicklung ist nahezu optimal und der Rückstand wurde teils schon wieder aufgeholt – und trotzdem steigen die Preise. Futtergetreide legte gegenüber Vorwoche im Schnitt um 7 EUR/t zu und rückt damit etwas näher an das Niveau der alten Ernte. Alterntiger Futterweizen taucht nur noch sporadisch auf, scheint momentan aber immer noch das meistgehandelte Produkt zu sein. Die Großhandelspreise schwanken im Fahrwasser der Börsennotierungen, konnten das Plus zu Beginn der Woche nicht halten und rutschten auf Vorwochenlinie zurück. Angetrieben von den ungünstigen Bedingungen in den USA zogen auch in Europa die Maisnotierungen nach oben, obwohl sich hier die Feldbestände zur vollsten Zufriedenheit entwickeln. Einzelne Gewitter und Starkregenereignisse haben Einzelbestände geschadet, aber die Wärme treibt die Pflanzen an. Noch wird über die Vermarktung der Ernte 2021 aber kaum gesprochen, der Erntezeitpunkt ist noch zu weit entfernt, die Ertragsentwicklung unsicher und Käufer ob des hohen Preisniveaus nicht unter Zugzwang. Alterntiger Mais wird langsam „in Gold“ aufgewogen, bis zu 265 EUR/t werden auf Erzeugerstufe bewilligt, das Gros erhält Gebote um 250,50 EUR/t wobei hinter diesen Preisen auch kaum noch Geschäft steht.

09.06.2021
Schweinehalter kritisieren Preispolitik der großen Schlachter
Schwein

Landvolk Niedersachsen und WLV fordern Kurswechsel der „großen Drei“

L P D – Die drei größten deutschen Schlachtunternehmen Tönnies, Westfleisch und Vion haben in der vergangenen Woche erstmals seit langem wieder den Preis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG-Preis) unterlaufen und sich dadurch den Unmut der Schweinhalter zugezogen. Mit Hauspreisen von 1,54 Euro je kg Schlachtgewicht unterboten sie den etablierten Referenzwert um drei Cent.

Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolk Niedersachsen, und Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und Sprecher für den Bereich der Schweinehaltung im Deutschen Bauernverband, kritisieren diese Preispolitik als nicht hinnehmbar: „Das Angebot an Schlachtschweinen in Deutschland ist aufgrund der vielen Betriebsaufgaben der zurückliegeneden Monate spürbar knapper geworden. Die logische Folge wären daher deutlich steigende Erzeugerpreise – und keine Hauspreise.“

Beide verweisen darauf, dass Deutschland als großer Verbraucher von Schweinefleisch jahrzehntelang im europäischen Preisvergleich Spitzenpositionen eingenommen habe. Nun bildeten die hiesigen Schweinepreise das Schlusslicht im europäischen Vergleich, was auch am steigenden Interesse an Schlachtschweinen aus dem benachbarten Ausland sichtbar werde.

Vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Schweinehalter verlangen Ehlers und Beringmeier einen Kurswechsel: „Wir fordern Tönnies, Westfleisch und Vion auf, die Kosten, die ihnen durch die Abschaffung der Werkverträge und höhere Lohnabschlüsse entstanden sind, an den Lebensmittelhandel weiterzugeben statt die Erzeugerpreise zu drücken. Die anlaufende Grillsaison gibt wichtige Impulse und die coronabedingten Schließungen der Gastronomie sind vielerorts gelockert. Hauspreise sind dagegen ein fatales Signal an die Erzeuger und treffen auf keinerlei Verständnis.“